EMC konvertiert zur Dell Philosphie

Abschiedsparty mit Unity-All-Flash-Feuerwerk

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Rainer Graefen

Theaterdonner für Nitro (Isilon im Flash-Format), das ab Herbst als Beta und 2017 als fertiges Produkt kommt
Theaterdonner für Nitro (Isilon im Flash-Format), das ab Herbst als Beta und 2017 als fertiges Produkt kommt ( Ariane Rüdiger)

Die bevorstehende Fusion mit Dell scheint den Erfindungsgeist bei EMC nicht zu hemmen. Auf der EMC World in Las Vegas stellte der Hersteller dem Publikum diverse Neuerungen vor. Außerdem gab es erste Informationen zu Zukunftsplänen von Dell Technologies.

EMCs weltweite Konferenz stand ganz im Zeichen des bevorstehenden Mergers mit Dell. Das gemeinsame Unternehmen soll Dell Technologies heißen. In Zukunft befinden sich die Storage-Produkte im dann David Goulden unterstehenden Bereich Dell EMC.

Heute leitet Goulden den Bereich Information Infrastructure bei EMC. Dell EMC wiederum steckt unter dem Dach der Dell Technologies mit Vorstand Michael Dell höchstselbst.

Unity bald mit 400 TByte in 2U?

Trotz des bevorstehenden Endes der selbständigen Existenz des derzeitigen Storage-Weltmarktführers brachte die EMC World noch einmal eine ganze Reihe von Neuerungen bei Storage-Produkten, darunter eine komplett neue Produktserie: Passend zum von EMC 2016 ausgerufenen „Jahr des Flash-Speichers“ will der Hersteller mit der All-Flash-Plattform Unity das Herz des Mittelstands für sich gewinnen.

Preislich spricht nichts dagegen: Die 80 TByte Kapazität einer 2 Höheneinheiten großen Basiseinheit mit zwei Controllern schlagen mit unter 18000 Dollar zu Buche – wer auf einem Hybrid-Design mit Festplatten besteht, kommt sogar mit einem Einstiegspreis unter 11.000 Dollar davon. Dazu gibt es eine reine Softwarevariante und eine, die in das Konvergenzsystem VxBlock integriert ist.

Schon gegen Jahresende könnte die Kapazität dank 15,4 TByte pro SSD-Einheit 400 TByte pro 2U-Unity-Einheit betragen. Vier Modelle sind verfügbar, Unity skaliert derzeit bis 3 PByte. Das Unity-Filesystem ist transaktionsfähig, Verschlüsselung ist in jedem Controller vorintegriert, und ein mehrfach abgesicherter SD-Cache sorgt dafür, dass auch bei Stromausfällen keine Daten verloren gehen.

Prepared for MyService360

Zudem bemüht sich EMC durch den Einbezug von Unity in das Xpect-more-Wartungsprogramm, das Image eines überteuerten Anbieters loszuwerden, der Kunden mit steil ansteigenden Wartungspreisen zum Umstieg auf neue Technologie zwingt: Die Wartungspreise für Unity sind lebenslang festgeschrieben, und drei Jahre lang gibt es sogar eine Rückgabemöglichkeit mit Geld-Zurück-Garantie.

Entgegen anderslautenden Gerüchten im Markt sei Unity kein anders verpackter Nach- oder Umbau von VNX, beteuerte Guy Churchyard, bei EMC für Core Technologien zuständig, sondern habe drei Jahre selbständige Softwareentwicklung verschlungen.

Unity ist bereits für den neuen Storage-Management-Service MyService360 vorbereitet. Er umfasst ein Dashboard und Analysetools für die gesamte EMC-Landschaft im Unternehmen. Dabei basieren die Diagnosen und Analysen auf dem Datenaustausch mit EMCs internem Datalake. Kunden, die heute EMCs Onlinesupport nutzen, können kostenlos auf MyService360 zugreifen.

D5², ViPR 3.0 und persistant Container-Storage

Neues gibt es bei der Direct-Attached-Lösung DSSD D5: Zwei der fünf Höheneinheiten großen Direct-Attach-Speichersysteme mit je 144 TByte Kapazität, von denen jedes bis zu 48 Server mit Speicherkapazität beispielsweise für Applikationen auf Hadoop-Basis versorgen kann, lassen sich nun in einem Rack zu einer logischen Einheit verbinden, was Leistung und Kapazität verdoppelt.

Der Storage-Controller ViPR kommt noch im zweiten Quartal in Version 3.0 heraus, eine Betaversion steht bereits für Tests zum Download bereit. Er umfasst nun ein aus dem Projekt CoprHD hervorgegangenes Software Development Kit (SDK), mit dessen Hilfe sich 50 unterschiedliche Speichersysteme auch von Drittherstellern unter ViPR inrtegrieren lassen. Zudem wurden Disaster-Recovery-Mechanismen in das Produkt eingebaut.

Zwei neue Softwarelösungen sind aus der 2014 von EMC etablierten Open-Source-Initiative {code} hervorgegangen. Beide beziehen sich auf containerisierte Betriebsumgebungen unter Docker, Kubernetes, Mesos oder ähnlichen Containerlösungen. Sie sollen helfen, Container auch als Plattform für anspruchsvolle Anwendungen zugänglich zu machen, die persistente Storage benötigen.

Storage Framework für Open Source

Polly (Polymorphic Volume Scheduling) Version 0.1 ist ein Storage-Scheduler-Framework, das Speicher in Open-Source-Umgebungen zentralisiert und systemübergreifend den jeweiligen Container-Umgebungen und ihren individuellen Schedulern nach einem Angebots-Algorithmus zur Verfügung stellt.

Die jeweiligen Scheduler können dann in ihren Umgebungen die Storage zusammen mit dem Container anbieten, was die Voraussetzung für persistente Storage ist. Rex-Ray, inzwischen bei Version 0.4 angekommen, bietet persistente Storage Container-übergreifend an. In der aktuellen Version sind neue Treiber, Sicherheitsmechanismen und Client-/Server-Modelle hinzugekommen.

Mit Virtustream Storage Cloud bietet EMC Nutzern die Archivierung ihrer Daten in einem hochskalierbaren Cloud-Objectstore auif ECS-Basis an. Virtustream Storage Cloud ist ab 10. Mai verfügbar, es gibt bereits acht Standorte in den USA und Europa. Cloud-Speicherressourcen in Deutschland werden soeben aufgebaut, in Großbritannien und den Niederlanden ist Virtustream bereits präsent.

App-Store für CMS-Anwendungen

Als Lösung für das Problem ausufernder Dubletten in primärer und Sicherungsstorage hat EMCs Backup-Bereich eine Lösung für das Copy Data Management entwickelt, die überflüssige Kopien beseitigt, gleichzeitig aber für ausreichende und richtig verteilte Kopien sorgt. Auf diesem Gebiet konnten bisher Firmen wie Actifio ungestört Marktanteile vereinnahmen.

Im Markt geisternde Verkaufsgerüchte hinsichtlich der Content-Management-Sparte wollte der Bereichsverantwortliche Rohit Ghai nicht komentieren. Verkauf oder nicht, Neuerungen gab es auch auf diesem Gebiet. Auch sie weisen in Richtung „Dritte Plattform“: LEAP ist eine App-Suite aus fünf Apps für das unternehmensübergreifende Content Management im Stil von native Apps.

Die Suite ist im Rahmen des Projekts Horizon entstanden, weitere Apps sollen bald folgen. Am Ende soll ein Online-Markt für Content Management Services entstehen, zu dem auch Drittanbieter beitragen können.

100 PByte für ein Filesystem

Documentum-Bestandskunden haben auf die fünf Apps, die für sicheren Dokumentenaustausch sorgen (Courier), die Dokumentenerfassung übernehmen (Snap), gemeinsames sicheres Editieren ermöglichen (Concert), orts- und zeitunabhängige Zugriffsmöglichkeiten realisieren (Express) und Dokumente auf Mobilsystemen darstellen (Express) kostenlosen Zugriff.

Für mehr Sicherheit kooperiert EMC bei LEAP mit dem Signaturspezialisten DigiSign. Schließlich arbeitet die aktuelle Version 4.0 von InfoArchive, einer Softwarelösung fürs Dokumentenmanagement, nun auch mit den neueren SAP-Lösungen HANA, S4 HANA und Success Factors zusammen.

Verfügbar ist sie ab 13. Juni.

In seiner traditionellen Sitzung zu Zukunftstechnologien kündigte EMC mit Nitro eine All-Flash-Version des File-Speichersystems Isilon an. Die Funktionen des Betriebssystems OneFS bleiben dabei komplett erhalten. Das Gerät soll bis zu 100 PByte skalieren und eine Bandbreite von 1,5 TByte besitzen.

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