Damit das Geschäft jederzeit läuft

Business Continuity – Vorsorge für den Notfall

| Autor / Redakteur: Tina Billo / Rainer Graefen

Unerlässlich für eine erfolgversprechende Business-Continuity-Strategie sind Service-Level-Vereinbarungen (SLAs) mit genau festgelegten Service-Level-Zielen.
Unerlässlich für eine erfolgversprechende Business-Continuity-Strategie sind Service-Level-Vereinbarungen (SLAs) mit genau festgelegten Service-Level-Zielen. (BC_© eccolo - Fotolia.com)

Die IT steht still. Ein Schreckensszenario für jedes Unternehmen. Denn jeder noch so kleine Ausfall kann weitreichende Folgen und damit schwerwiegende finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Daher führt kein Weg daran vorbei, sich bestmöglich auf den „Worst Case“ vorzubereiten. Ein guter Business-Continuity-Plan, der Service-Level-Vereinbarungen mit einschließt, ist das A und O.

Vorbeugen ist besser als heilen, das wusste schon Hippokrates. Diese Erkenntnis bewahrt selbst 2.400 Jahre später auf vielerlei Gebieten ihre Gültigkeit. Eine Notfallplanung für Krisenfälle federt beispielsweise das Risiko ab, dass IT-Systemausfälle den Fortbestand eines Unternehmens gefährden.

Dass deutsche Firmen jede Stunde teuer zu stehen kommt, in der die IT still steht, belegt eine vom Analystenhaus TechConsult erhobene Untersuchung. Abhängig von Branchenzugehörigkeit und Mitarbeiterzahl liegen die dadurch entstehenden Einbußen zwischen 25.000 und 41.000 Euro. Das US-amerikanische Analystenhaus Forrester Research geht sogar noch einen Schritt weiter und beziffert die Kosten im Durchschnitt mit über 79.000 Euro Minimum bis hin zu mehreren Millionen Euro.

Nachholbedarf bei KMUs

Alleine die finanziellen Schäden sind somit erheblich, von Kunden-, Image- und Reputationsverlusten oder der mangelnden Einhaltung regulatorischer Vorgaben einschließlich daraus resultierender Haftungsfragen ganz zu schweigen.

Doch obwohl sich die meisten Unternehmen der von IT-Katastrophen oder Datenverlusten ausgehenden Gefahr für ihre Existenz durchaus bewusst sind, gehen sie bei der Absicherung ihrer kritischen Prozesse oftmals nachlässig vor. Dies trifft vor allem auf kleinere und mittelständische Betriebe hierzulande zu.

Gerade einmal 35 Prozent von ihnen haben sich bislang mit dem Thema Business Continuity auseinandergesetzt und verfügen über ausgereifte Konzepte, mit denen sie Störungen jedweder Art schnell begegnen und damit im Ernstfall die Fortführung ihres Kerngeschäfts sichern können.

Daher verwundert es kaum, dass das „betriebliche Kontinuitätsmanagement“ – so die etwas behäbig klingende deutsche Übersetzung – laut der Beratungsfirma Capgemini bei Unternehmen ganz oben auf der Agenda steht und damit in diesem Jahr die Virtualisierung als Top-Technologie ablöst.

Prävention ist alles

Schenkt man den Zahlen von TechConsult Glauben, kommt diese Entwicklung nicht von ungefähr. Laut den Analysten fallen bei über dreiviertel aller deutschen Unternehmen bis zu fünfmal im Jahr kritische IT-Systeme aus. Um diese wieder an den Start zu bringen und geschäftsentscheidende Daten zurückzugewinnen, benötigen sie im Schnitt 3,8 Stunden.

Manch einem mag dies als verkraftbar erscheinen. Doch geraten für den laufenden Betrieb essenzielle Abläufe - sei es in der Auftragsannahme, dem Bestellwesen, der Finanzbuchhaltung, der Produktion, im Marketing und Vertrieb oder der Logistik - ins Stocken, kann dies schwerwiegende Folgen mit sich bringen.

Entgangene Geschäftschancen, Produktivitätseinbußen bis hin zu unzufriedenen Mitarbeitern, Kunden sowie Lieferanten sind nur die Spitze des Eisbergs. Ebenso ist aufgrund der eingeschränkten Handlungsfähigkeit möglicherweise mit Rückvergütungen aller Art, hierzu gehören unter anderem Schadensersatzleistungen oder Haftungskosten, zu rechnen. Deshalb sind Unternehmen gut beraten, einen Notfallmanagementplan in der Tasche zu haben.

Sämtliche Unwägbarkeiten bedenken

Ein durchdachter Business-Continuity-Plan sollte alle Szenarien abdecken und neben durch höhere Gewalt hervorgerufenen Ereignissen – Stromausfälle, Feuer, Naturkatastrophen oder Pandemien sind hierfür nur einige Beispiele – ebenso Hardwareversagen, Softwarefehlfunktionen, menschliche Bedienfehler und Angriffe auf die eigene Infrastruktur seitens unbefugter Dritter berücksichtigen.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42982457 / Notfallplanung)