Interview mit Felix Hupfeld, Keynote-Speaker auf der STORAGE Technology Conference 2017

Das Speichermedium wird erst durch die Software-Umgebung zum Wohlfühlfaktor

| Redakteur: Rainer Graefen

Angesichts des Vorjahreserfolgs wird die STORAGE Technology Conference auch 2017 wieder in Hamburg ihren 1. Halt einlegen.
Angesichts des Vorjahreserfolgs wird die STORAGE Technology Conference auch 2017 wieder in Hamburg ihren 1. Halt einlegen. (Bild: Vogel IT-Akademie)

Flash hat die IT-Speicherszene aufgerüttelt. Doch die Wirkungen des schnellen Speichers sind inzwischen commodity, wenn nicht sogar verflogen. Was fehlt, ist ein Datenmanagement und ein Verfügbarkeitslevel, der letztlich auch Backup und Disaster Recovery zusammenbringt. In den Antworten von Dr. Hupfeld steckt viel Potenzial, das Sie auf den vier Veranstaltungsorten tiefergehender diskutieren können.

Wie würden Sie den Begriff „Next Generation Storage“ erklären?

Storage war ja schon immer irgendwie Software, und mit dem Konzept des Software-defined Storage scheinen sich die Storage-Systeme nur ein weiteres Stück von der Hardware zu emanzipieren. Tatsächlich ist im Hintergrund aber ein Technologie-Umbruch auf Hard- und Software-Seite im Gange, der neue Systeme und Architekturen hervorbringt.

Diese nächste Generation zeichnet sich dadurch aus, dass sie praktisch eine Server-Applikation ist, also wirklich keine Hardware-Abhängigkeiten mehr hat und sich sogar gegen defekte Hardware komplett absichert und skalierbar über wenige, bis sehr viele Server verteilt und hochverfügbar arbeitet.

Diese Eigenschaften ermöglichen Infrastrukturen wie die von Amazon und Google, bringen aber auch für Installationen anderer – also jeder – Größe Speichersysteme hervor, die flexibler, robuster, einfacher und günstiger sind.

Ergänzendes zum Thema
 
Hier geht es zur Anmeldung für die STORAGE Technology Conference 2017

Sie haben sich als Firmengründer intensiv mit Objektspeichern beschäftigt. Im Augenblick betrachtet man dieses Speichermedium als geeignet für Nur-Lese-Dokumente. Können Objektspeicher in Zukunft NAS-Systeme ersetzen, wenn Gateways eingesetzt werden?

Objektspeicher ist als Speicherschnittstelle eine wichtige Ergänzung zu Datei- und Blockspeicher. Sie besticht durch Einfachheit und den Einsatz von Web-Technologien. Objektspeichersysteme selbst sind aber auch viel einfacher aufgebaut als NAS-Systeme; und die fehlende Mächtigkeit kann auch ein Gateway nicht überbrücken.

Generell sind Objektspeicher ja auch kein Zweck an sich, sondern konnten wegen ihrer einfacheren Architekturen schon früh Skalierbarkeit und erweiterte Fehlertoleranz bieten. Mittlerweile ist aber klar, dass sich Skalierbarkeit, Fehlertoleranz und die Mächtigkeit von Datei- oder Blockspeicher nicht gegenseitig ausschließen. Wir treten mit dem Quobyte Data Center File System gerade den Beweis dafür an.

Da Objektspeicher mehrfach redundant ausgelegt werden können und eine höhere Verfügbarkeit als RAID besitzen, stellt sich die Frage, ob dieses Speichermedium auch Backup und Disaster Recovery ersetzen könnte?

Höhere Verfügbarkeit durch Redundanz über Rechner- oder gar Rechenzentrumsgrenzen hinweg ist nicht nur ein Merkmal von Objektspeicher, sondern ist allen Speichersystemen der nächsten Generation gemein.

In solchen Systemen muss Backup nicht mehr vor Hardwareausfällen schützen, sondern wird als Absicherung gegen Software-Bugs oder als Schutz gegen absichtliche oder unabsichtliche Fehlbedienung benötigt.

Wichtigstes Merkmal ist daher eine klare Isolation durch einen dediziert separaten Technologie-Stack und getrennte Operator-Rollen. Ob das Backup Tape oder Objektspeicher mit Festplatten benutzt, ist dann mehr eine Kosten- und Operations-Frage.

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