Einige Datenbankkonzepte kommen in die Wechseljahre

Datenbanken und SAP-Systeme – neue alte Wege

| Autor / Redakteur: Wolfgang Schwab / Rainer Graefen

Wolfgang Schwab, Experton
Wolfgang Schwab, Experton (Experton)

Itanium und Sparc stehen unter keinem guten Stern. Und bei Unix-Betriebssystemen deutet manches auf eine Konsolidierung hin. Damit steht auch die darauf basierende Datenbankstrategie zur Debatte.

Unter normalen Bedingungen werden die Datenbanksysteme eines im Betrieb befindlichen SAP-Systems nicht gewechselt. Dafür sind der Aufwand und das Risiko im Verhältnis zu den möglichen Vorteilen letztlich zu hoch.

Anders verhält es sich, wenn auch die zugrundeliegende Hardware-Betriebssystem-Kombination zur Disposition steht oder sich die Lizenzkosten der Datenbank deutlich zum negativen verändern. Auch völlig neue Technologien, wie beispielsweise SAP HANA, können eine Neuausrichtung sinnvoll erscheinen lassen.

Itanium und Sparc in der Investitionsklemme

Anwender von Itanium-HP-UX und von Sparc-Solaris-Servern müssen sich vor der nächsten Investitionsrunde über ihre SAP-Hardware-/Betriebssystem-Strategie intensive Gedanken machen. Experton Group hält beide Systeme mittelfristig für obsolet, so dass hier Handlungsbedarf besteht.Im Zuge einer Migration der SAP-Hardware ergibt aber auch eine mögliche Migration des Datenbank-Systems Sinn.

SAP und Oracle sind einerseits Partner und andererseits Erzfeinde. Einerseits können SAP-Kunden relativ günstig Oracle-Datenbank-Lizenzen über SAP für SAP-Systeme erwerben, andererseits sind diese Kunden für Oracles ULA-Angebot quasi verloren (ULA = Unlimited License Agreement: Der Kunde kann Oracle-Datenbanken uneingeschränkt nutzen und zahlt zunächst nur den Preis auf Grundlage einer gemeinsamen Verbrauchsprognose.

Nach zwei bis fünf Jahren wird aufgrund der tatsächlichen Nutzung der Preis neu festgesetzt. Eine Rückerstattung bei Mindernutzung findet nicht statt!). Oracle muss aber wachsen, um die Erwartungen der Börsenanalysten zu erfüllen.

Lizenzeinnahmen vor dem Aufschwung?

Deshalb geht Experton Group davon aus, dass das SAP-Oracle-Reseller-Agreement früher oder später gekündigt werden wird, was zumindest für zusätzliche Lizenzen zu einem sprunghaften Kostenanstieg für Anwender führen wird.

Ein zusätzliches Problem für Oracle-Datenbank-Kunden ist das Lizenzmodell von Oracle, dass immer noch nicht auf moderne virtuelle Umgebungen eingeht und so regelmäßig zu unnötig hohen Lizenzgebühren führt. SAP HANA wird momentan als neue Geheimwaffe im Datenbank-Sektor gehandelt.

Schneller als traditionelle Datenbank-Systeme, kostengünstiger und universell einsetzbar. Objektiv betrachtet ist HANA zunächst einmal eine gute Lösung für unstrukturierte Daten und für spezielle Anwendungsszenarien, wie zum Beispiel Big Data. Ähnliche Lösungen werden aber auch von IBM und Oracle angeboten, wenngleich die Integration von SAP HANA in ein bestehendes SAP BW möglicherweise etwas einfacher zu bewerkstelligen ist.

Die wichtigsten Datenbankanbieter für SAP-Systeme und deren Bewertung

Der Markt für durch SAP unterstützte bzw. freigegebene Datenbanksysteme (SAP bietet Kunden detaillierte Informationen, welche Releases unter welchen Betriebssystem Releases für welche SAP Releases unterstützt werden) lässt sich im Wesentlichen in zwei Segmente aufteilen:

1. Relationale Datenbanken

  • SAP MaxDB
  • Sybase ASE
  • IBM DB2
  • Oracle DB
  • Microsoft MS SQL

2. Spezielle Bereiche

  • SAP HANA

SAP HANA kann derzeit nur für Business-Warehouse-Lösungen eingesetzt werden, um dort die Analysegeschwindigkeit zu steigern, es soll aber zukünftig auch für die Business Suite allgemein einsetzbar sein.

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