Interview mit Michael Stanscheck, Sprecher auf der Storage Technology Conference 2016

Den Kostenblock Storage signifikant reduzieren

| Redakteur: Rainer Graefen

Michael Stanscheck, Storage Sales Executive Central Europe bei SUSE Linux
Michael Stanscheck, Storage Sales Executive Central Europe bei SUSE Linux (SUSE)

Wie schafft man es neue Projekte mit großem Storage-Bedarf zu initialisieren, ohne gleich schon bei der Budgetierung aufgeben zu müssen. Storage-Insider sprach mit Michael Stanscheck, Storage Sales Executive Central Europe bei Suse Linux, über Auswege aus dem Innovationsdilemma.

Storage-Insider: Welches sind derzeit die größten Herausforderungen und Chancen für deutsche Unternehmen/Organisationen in Bezug auf Storage und Datenmanagement?

Michael Stanscheck: Softwarebasierte Storage-Lösungen erleben derzeit ein rasantes Wachstum. Laut führenden Analysten bestehen dafür handfeste Gründe, denken wir an die riesigen Datenvolumen, die durch die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft anfallen.

Ein Großteil der deutschen Unternehmen sieht die Digitalisierung als Chance – Autobauer, Banken und Pharma-Unternehmen sehen sich laut Bitkom sogar als zukünftige Weltmarktführer. Storage hat sich in der Vergangenheit als der signifikante Kostenblock im Datacenter herausgebildet.

Durch die Herausforderungen einer virtualisierten Welt und der einhergehenden Speicherexplosion durch mehr und mehr Dienste und Anwendungen, lohnen sich viele neue Projekte durch den Kostenfaktor Storage einfach nicht.

Durch Lösungen wie Suse Enterprise Storage, welches auf Standard x86-Servern aufsetzt, wird dieser Kostenblock signifikant reduziert, so dass neue Projekte, gerade im Bereich Industrie 4.0 mit einem Return on Investment (RoI) eingeführt werden können.

Storage Leserumfrage 2016

Welche besonderen Eigenschaften oder Mehrwerte bietet Ihre Lösung den IT-Entscheidern aus Anwenderunternehmen?

Michael Stanscheck: Suse Enterprise Storage basiert auf einem Objekt Speicher. Diese Basis ist die Voraussetzung für eine massive Skalierung und Hochverfügbarkeit im Datacenter. Objekt Storage nutzen alle Unternehmen im Million Server Club um weltweit Speicherdienste anbieten zu können.

Diese Technologie macht Suse mittelstandstauglich und bietet dazu eine Unified Architektur, damit Anwendungen über alle gängigen Protokolle (Block, Objekt, S3) angebunden werden können. Die softwaredefined Storage Lösung von Suse ist auch als komplette Appliance Lösung von Thomas-Krenn erhältlich.

In Zusammenarbeit entwickeln it-novum und Suse zudem ein zentralisiertes Management von File, Block und Object Storage für Suse Enterprise Storage – durch ein gemeinsames grafisches Interface mit openATTIC. Darüber hinaus arbeitet Suse gemeinsam mit seinen Partnern daran, Suse Enterprise Storage für Geräte, die 64-Bit-ARM-Technologie nutzen, verfügbar zu machen.

Muss ein Anwender darauf achten, dass Openstack-Funktionen und Anwendungen zur Linux-Distribution passen?

Michael Stanscheck: Wie bei jeder Software, sollte der Anwender auf den durchgehenden Support seiner Umgebung achten. Openstack ist für viele Linux Distributionen freigegeben, mehr als 500 Hersteller und an die 29.000 Entwickler unterstützen und arbeiten für das Projekt, dennoch wird es nie ein „Vanilla“ Openstack für alles geben.

Für den Erfolg einer Openstack Einführung ist die Auswahl der passenden Anwendungen entscheidend. Openstack bietet eine für die scale out Architektur optimierte Infrastructure as a Service Lösung an. Openstack benötigt ein stabiles Betriebssystem als Unterbau. Bei der Auswahl der Linux Distribution ist also ein durchgängiger Support sowohl der Anwendung, der Hardware also auch der Openstack-Lösung wichtig.

Nach unserer Erfahrung scheitern viele Openstack Proof of Concepts an der falschen Auswahl der Betriebssysteme und Applikationen. Suse hat vielfach bewiesen, dass wir die richtigen, getesteten und zertifizierten Tools mit unserer Openstack Distribution mitliefern, die eine schnelle Installation und zuverlässige Inbetriebnahme ermöglichen.

Als dreifacher Gewinner des Intel-Rule the Stack Wettbewerbs ist Suse Openstack Cloud die am schnellsten zu installierende Openstack Distribution.

Die Openstack-Entwickler sind derzeit sehr innovativ. Goutieren die Anwender die hohe Änderungsgeschwindigkeit oder sollte auf Dauer ein wenig mehr Ruhe an der Update-Front eintreten?

Michael Stanscheck: Hier heisst es, des einen Freud des anderen Leid. Openstack besteht aus vielen Projekten und die Entwicklung passt sich den Anforderungen seiner Nutzer an. Was für einige zu schnell ist, ist für andere zu langsam.

Die Kontrolle und die Governance werden beim Openstack-Projekt durch die Foundation sichergestellt. Sie sorgt für die geordnete, berechenbare Entwicklung des Projektes und so auch für die Zukunftssicherheit der Lösung. Die Kern-Funktionen von Openstack haben inzwischen einen hohen Reifegrad erreicht und der Innovationszyklus ist deutlich entspannter.

Die Neuerungen konzentrieren sich in den Zusatzfunktionen, die über das reine Infrastructure as a Service hinausgehen - wie Container Technologie (Magnum) oder Anwendungskataloge (Murano). Die Openstack Foundation bewertet diese Projekten auch noch mit einem geringen Reifegrad.

Für viele Anwender sind die Kern Funktionen für den Aufbau und die Einführung von Openstack im Unternehmen vollkommen ausreichend - im weiteren Verlauf der Einführung kann dann nach Bedarf und nach Erfahrung neuere Projekte hinzufügt werden.

Die Schnittstellenkompatibilität von Openstack zu der jeweils letzten Version macht auch den Mischbetrieb von Komponenten unterschiedlicher Releases möglich. Wir haben mit Suse Openstack Cloud dem Wunsch unserer Kunden nach längeren Produktzyklen Rechnung getragen und erneuern unsere Openstack Distribution deshalb nur noch einmal im Jahr.

Auch die bisherigen disruptiven Upgrades gehören ab der Version 6 der Vergangenheit an: Suse Kunden können im laufenden Betrieb die bestehende Openstack Installation auf die neueste Version upgraden.

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