Analyse des IT-Markts nach Segmenten in Deutschland bis 2012

Der IT-Markt in Deutschland im Zeichen der Krise

31.03.2009 | Autor / Redakteur: Joachim Benner / Katrin Hofmann

Joachim Benner, Research Analyst bei IDC in Frankfurt

Die Studie „Der IT Markt in Deutschland im Zeichen der Krise, 2007-2012 – Update 4. Quartal 2008“ betrachtet den IT-Markt nach Segmenten in Deutschland, hierbei werden die aktualisierten und an die gesamtwirtschaftliche Situation angepassten Umsatzprognosen für die einzelnen Segmente von 2008 bis 2012 ausgewiesen sowie die aktuellen Einflussfaktoren für den deutschen Markt erläutert.

Die deutsche Wirtschaft wurde im Sommer 2008 vom weltweiten konjunkturellen Abschwung erfasst und befindet sich in einer Rezession. Im vierten Quartal 2008 schrumpfte die deutsche Wirtschaft um über 2% gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresdurchschnitt 2008 ist das reale Bruttoinlandsprodukt immerhin noch um 1,3% gestiegen, was auf den dynamischen Jahresbeginn zurückzuführen ist.

Die Auswirkungen machen sich auch in der IT-Industrie bemerkbar, so dass diese von der negativen Entwicklung nicht verschont bleibt. Aufgrund des starken Jahresbeginns wuchs der IT-Markt insgesamt im vergangenen Jahr aber noch um 3,7%. Für den Zeitraum 2007-2012 rechnet IDC mit einem Anstieg und einer annualisierten Rate von 3,2 Prozent der IT-Ausgaben in Deutschland.

Unternehmen – aber auch Konsumenten – werden in den kommenden Monaten ihre Ausgaben für Hardware aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Situation zurückfahren. Zudem werden die Preise für Hardware weiter sinken, was den Wert des gesamten Marktvolumens zusätzlich dämpft. Insgesamt erwartet IDC einen Rückgang der Ausgaben für Hardware in diesem Jahr um 5,1%. Das Hardware-Segment ist damit am stärksten von der Rezession betroffen. Für den Zeitraum von 2007 bis 2012 erwartet IDC ein Wachstum von knapp 0,1 Prozent im Hardwarebereich. Einer der Lichtblicke im Hardwaremarkt sind die Peripheriegeräte. Getrieben durch die starke Nachfrage nach Smart Handheld Devices, legt dieses Segment im Prognosezeitraum weiter zu. Zwar wird die Nachfrage nach Smart Handhelds in diesem Jahr an Dynamik verlieren, doch sind hier weiter positive Wachstumsraten zu erwarten. Auch der Bereich der Drucker und Multifunktionsgeräte verleiht dem Markt für Peripheriegeräte in den kommenden Jahren zusätzlichen Aufwärtstrieb.

Der Softwaremarkt bleibt eine Mischung aus langsam und schnell wachsenden Teilsegmenten. Zentralisierung, Konsolidierung und Virtualisierung werden insbesondere den Markt für Infrastruktur-Software antreiben. Zudem wird sich die Nachfrage nach Lösungen in Form von »Software as a Service« (SaaS) verstärken. Mit erhöhtem Reifegrad dürften diese Lösungen insbesondere durch die knappere Budgetlage der Unternehmen eine echte Alternative darstellen. Schrumpfen wird hingegen die Nachfrage der privaten Konsumenten. IDC erwartet für Deutschland einen jahresdurchschnittlichen Anstieg der Ausgaben für Software von 4,8 Prozent für die kommenden Jahre.

Der Markt für IT-Services gestaltet sich im kommenden Jahr durch die eingetrübte Konjunktur etwas zurückhaltender, gleichwohl wird dieses Segment weiter wachsen. Der Markt für IT-Services ist mit einem Volumen von über 26 Mrd. € das größte Teilsegment im deutschen IT-Markt. Im vergangenen Jahr expandierte der Markt um 5,2%, wobei insbesondere die Bereiche Betrieb und Planung stark wuchsen. In diesem wird das Expansionstempo bei den Ausgaben für IT-Services aufgrund der schlechteren konjunkturellen Rahmenbedingungen nachlassen. Im Zuge der Rezession steigt der Kostendruck auf die Unternehmen. Projekte, die schnelle Kosteneinsparungen versprechen, werden daher vorangetrieben. Themen wie Outsourcing gewinnen daher an Bedeutung. Waren viele Unternehmen in der Vergangenheit zurückhaltend bei der Inanspruchnahme von Outsourcing-Dienstleitstungen, ist das Vertrauen der deutschen Anwender hier inzwischen deutlich gestiegen und der Druck, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, ist gestiegen. Daher wird dies ein wichtiger Treiber für den Services-Markt darstellen. IT-Services-Investitionen von 4,7 Prozent mehr als in 2008 können durchaus als realistisch erwartet werden. Gestützt wird der Markt vor allem dadurch, dass Unternehmen nun verstärkt alternative und preislich attraktive Bezugsmodelle von Hard- und Software suchen.

Von den steigenden öffentlichen Ausgaben werden mittelfristig auch die Investitionen in IT der öffentlichen Haushalte profitieren. Der IT-Markt erhält von dieser Seite einen Stimulus. Die anstehenden Konjunkturprogramme wirken sich zunächst zwar nicht auf den IT-Markt aus. Sollten die Maßnahmen der Regierung jedoch greifen und die Wirtschaft stützen, wird die IT diese positiven Effekte ebenfalls spüren. Sobald die Konjunktur an Fahrt gewinnt, wird auch der IT-Markt im Verlauf von 2011 wieder eine schnellere Gangart einlegen.

Weitere Informationen zur Studie, für welche Segmente diese im Einzelnen Forecasts liefert, erhalten Sie auf der nächsten Seite.

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