Ursachenforschung

Der Objektspeichermarkt gewinnt an Dynamik

| Autor / Redakteur: Tina Billo / Rainer Graefen

Verschiedene Entwicklungen begünstigen, dass Objektspeicher verstärkt ins Blickfeld von IT-Verantwortlichen rücken.
Verschiedene Entwicklungen begünstigen, dass Objektspeicher verstärkt ins Blickfeld von IT-Verantwortlichen rücken. (Bild: Pixabay)

Skalierbarkeit, Performance und geringe Kosten sind nur einige Gründe, warum IT-Verantwortliche die Einführung von Objektspeichern in Erwägung ziehen. Neben den für die Lösungen sprechenden technischen Vorteilen verleihen weiterer Faktoren dem Markt zusätzliche Impulse.

Objektspeicher gewinnen im Unternehmensumfeld zunehmend an Akzeptanz. Mittlerweile gelten sie als viable Alternative zu traditionellen dateibasierten Systemen. Sei es, um im Rahmen eng geschnürter Budgetvorgaben den Speicherplatz wirtschaftlich zu erweitern, Skalierungsbegrenzungen aufzuheben oder Compliance-Anforderungen einzuhalten. Dies sind jedoch nur einige Entwicklungen, die dafür mitbestimmend sind, dass das Interesse an objektbasierten Speichertechnologien wächst.

Datenwachstum

Tagtäglich erzeugen wir Mengen an neuen Daten in Form von Bildern, Videos, Text und Logs. Hinzu kommen die von medizinischen bildgebenden Geräten, Sensoren und anderen IoT-Geräten gesammelten Informationen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate dieser unstrukturierten Daten beziffern die Analysten von IDC mit 62 Prozent. Mit diesen kommen Objektspeicher aufgrund der ihnen zugrunde liegenden granularen Architektur besser zurecht als traditionelle Speicher.

Laut IDC wächst die Menge an unstrukturierten Daten jedes Jahr im Schnitt um 62 Prozent. In Folge dessen nimmt das Interesse an Speichern zu, die sich objektbasierte Technologien zu Nutze machen.
Laut IDC wächst die Menge an unstrukturierten Daten jedes Jahr im Schnitt um 62 Prozent. In Folge dessen nimmt das Interesse an Speichern zu, die sich objektbasierte Technologien zu Nutze machen. (Bild: IDC)

Softwaredefinierte Architekturen

Seit einigen Jahren schwenken viele Hersteller auf softwaredefinierte Speicherlösungen um, die auf Standard-Hardware mit gängigen Betriebssystemen wie Linux laufen. Gleichermaßen gewinnen auf Open-Source-Programmen basierende Lösungen an Popularität.

Aufgrund der Vorteile, die beide Ansätze in vielerlei Hinsicht bieten, beruhen viele der heute am Markt angebotenen Objektspeicher mit Ausnahme von speziellen High-Performance-Computing-Systemen auf softwaredefinierten oder quelloffen gehaltenen Architekturen.

Amazon-Effekt

Der vermutlich hervorstechendste Grund für die steigende Akzeptanz von Objekt- speichern ist im Aufstieg der Amazon Web Services (AWS) und des Amazon Simple Storage Services (S3) zu sehen. Seit dem Start vor zehn Jahren hat sich die S3-API zum De-Facto-Standard für den Zugriff auf Objektspeicher entwickelt, dementsprechend unterstützen diese heute fast alle Hersteller bei ihren Produkten.

Datenmigration

Müssen für die Datenverwaltung eingesetzte Plattformen ausgetauscht werden – sei es, weil sie defekt sind oder ein technischer Refresh ansteht, heißt es, die Daten zu migrieren. Insofern stehen Lösungen hoch im Kurs, mit denen sich dieser meist komplexe und aufwändige Prozess vermeiden lässt.

Muss bei Objektspeichern die Hardware auf den aktuellen Stand gebracht werden, reicht es aus, neue Speicherknoten hinzuzufügen, die schrittweise die Vorgänger ersetzen. Dabei werden auf den älteren Modellen befindliche Daten automatisch auf die neuen Nodes migriert oder rekonstruiert und über alle Speicherknoten hinweg ausgeglichen.

Wie effizient sich die Migration der Daten durchführen lässt, hängt jedoch von dem jeweiligen System ab. Ob beispielsweise mit einer den Nutzungsgrad von Speicherknoten beeinträchtigenden mehrfachen Objektreplikation oder dem effizienteren Erasure-Coding-Verfahren gearbeitet wird.

Schnittstellen- und Protokollthematik

Nicht alle für den Geschäftsbetrieb entscheidenden Anwendungen sind so programmiert, dass sie REST-basierte APIs nativ unterstützen. Aufgrund dessen sind viele Objektspeicher-Hersteller dazu übergegangen, ebenfalls Schnittstellen für traditionelle block- und dateibasierte Protokolle (NFS, CIFS/SMB, iSCSI etc.) direkt in ihre Systeme zu integrieren oder aber über Gateway-Lösungen zu realisieren.

Des Weiteren spielen einige Produkte mit dem Hadoop File System (HDSF) oder NoSQL-Datenbanken zusammen und sind mit Datenanalyse-Tools ausgestattet. Zusammengenommen sind die Lösungen dadurch deutlich flexibler einsetzbar und eignen sich für ein breiteres Spektrum an Anwendungsfällen.

Kostenannäherung

Der Preiskampf zwischen den Anbietern öffentlicher Cloud-Lösungen ist schon seit einiger Zeit eröffnet. Gut für Kunden, denn für die Speicherung großer Datenmengen müssen sie inzwischen weniger tief in die Tasche greifen. Gleichermaßen stehen On-Premise-Objektspeicher den altbewährten Bandspeichern aufgrund dessen, dass Festplatten immer günstiger zu haben sind, in punkto Kosten nur geringfügig nach. Sie bieten jedoch weitaus mehr Möglichkeiten.

Zu den weiteren Pluspunkten zählt, dass sich Object Storage in Kombination mit Hadoop- und Spark-Infrastrukturen nutzen lässt, Informationen über weit mehr als dreißig Jahre aufbewahrt und den Zugriff auf nur ein Objekt oder eine Datei beschränken kann. Wenngleich Tape sicherlich nach wie vor unschlagbar günstig ist, kann Objektspeicher inzwischen durchaus auf längere Sicht gesehen als Alternative mithalten.

Fazit

Viele begünstigende Einflussfaktoren haben dazu beigetragen, dass Objektspeicher neben klassischen Systemen einen festen Platz in der Speicherwelt gefunden haben. Das heißt allerdings nicht, dass letztere über Nacht ihre Daseinsberechtigung verlieren, denn – wie gehabt – muss der Deckel auf den Topf passen.

Welche Lösung letztlich passt, hängt daher weiterhin von den individuell vorliegenden Grundbedingungen, der bestehenden Infrastruktur, den an das System gestellten Anforderungen und vielen weiteren Parametern ab.

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