Mit einem Filesystem für das Tape ändert sich die Offline-Speicherung, Teil 2

Die Bandbibliothek wird zum Dateisystem

| Autor / Redakteur: Josef Weingand, Data Protection&Retention Certified IT Specialist bei IBM / Rainer Graefen

Gruppenfoto des globalen LTFS-Teams: (von links) David Pease, IBM Almaden Research Center; Ed Childers, IBM Tuscon; Shinobu Fujihara und Hinronobu Nagura, IBM Japan.
Gruppenfoto des globalen LTFS-Teams: (von links) David Pease, IBM Almaden Research Center; Ed Childers, IBM Tuscon; Shinobu Fujihara und Hinronobu Nagura, IBM Japan. (IBM)

Das Tape rückt näher an den User. Es wird durch das Linear Tape File System zu einem Ordner im Explorer. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Integration von SSD-Technik, die die Wartezeit beim Laden des Mediums in ein Bandlaufwerk überbrückt.

2. IBM LTFS Library Edition

Mit der Single Drive Edition kann ein Tape als Wechselmedium mit den genannten Vorteilen benützt werden und es können angepasste Geräte wie z. B. Aufzeichnungsgeräte entwickelt werden. Die Single Drive Edition legt die Basis für einen neuen Standard zum Austausch von großen Daten.

So ist in der Media&Entertainment Branche LTFS als Standard für den Austausch von Kino-Filmen und TV-Serien akzeptiert und Fernsehsender bestellen bei den Studios das gewünscht Material auf LTFS Tapekassetten.

Interessanter für den Rechenzentrumsbereich ist LTFS in Verbindung mit einer Tape Library zu benützen, so dass viele Tapes vorgehalten und per Roboter in die Bandlaufwerk geladen werden können.

Mountpoint Library

IBM hat exklusiv für die IBM Tape Libraries TS2900, TS3100, TS3200, TS3310 und TS3500 eine LTFS Version mit Library Support entwickelt: die sogenannte IBM LTFS Library Edition (LTFS LE). Das LTFS LE erledigt dabei die komplette Tape-Verwaltung.

Der Mountpoint ist nicht mehr das einzelne Bandmedium, sondern eine komplette Tape Library. Im Filesystem werden dabei alle Tape-Cartridges der Library als Unterverzeichnisse des LTFS-Filesystems dargestellt. Die Dateiinformationen der Dateien auf den Kassetten (=Inhaltsverzeichnis) werden dabei auf dem angeschlossenen Server zwischengespeichert, so dass ein leichtes Auffinden und Suchen der Dateien ohne Mounten von Kassetten möglich ist. Erfolgt ein Schreib- oder Lesezugriff auf einer Datei, so wird die entsprechende Kassette in ein freies Laufwerk der Tape Library geladen.

Noch stört der Verzögerungsfaktor

Mit der Entwicklung der Library Edition eröffnen sich ganz neue Einsatzbereiche. Bisher konnten nur wenige Applikationen (meist Backup Applikationen) mit Tape Libraries arbeiten, da die Verwaltung und das Handling von Tapes meist zu aufwendig und speziell war.

Mit LTFS LE kann nun jede Applikation mit Tapes arbeiten, da die komplette Tapeverwaltung transparent im LTFS LE enthalten ist und somit stellt sich eine komplette Tape Library als ein Filessystem dar.

Ergänzendes zum Thema
 
Kostenbetrachtungen Tape vs. Disk

Doch ist es sinnvoll, jede Applikation direkt auf Tape schreiben oder lesen zu lassen? Sicherlich nicht, denn die physikalischen Einschränkungen von Tape sind auch mit LTFS LE weiterhin vorhanden.

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