Interview mit Gerald Sternagl, Speaker auf der STORAGE Technology Conference 2017

Die eigene Cloud ist mit Open Source besser kalkulierbar

| Redakteur: Rainer Graefen

Gerald Sternagl, EMEA Business Unit Manager Storage
Gerald Sternagl, EMEA Business Unit Manager Storage (Bild: Red Hat)

Anwenderunternehmen stehen vor vielen Entscheidungen bezüglich Objektspeicherung, Container und Hyperconverged Storage. Man kann das alles in der Cloud realisieren, doch warum sollte man neue Konzepte im Internet umsetzen, die man erst einmal verstehen lernen muss. Storage-Insider sprach mit Gerald Sternagl über die besseren Alternativen. Auf der STC 2017 könnten Sie persönlich mit ihm weiter diskutieren.

In der Linux-Welt gilt Ceph als äußerst skalierfähiges Speichersystem. Doch wenn man in die Cloud schaut oder das Portfolio vieler Hersteller begutachtet, dann beherrschen Objektspeicher die Szene. Wie geht man Red Hat mit dieser Konkurrenz um?

Ceph ist ebenfalls ein Objektspeicher und somit vergleichbar mit Cloud-Speicher wie z. B. S3. Für viele Unternehmen ist die Verlagerung von Anwendungen in die Public Cloud derzeit keine Alternative zur eigenen Infrastruktur. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Diese Unternehmen können jedoch mit OpenStack und Ceph eine Private-Cloud-Infrastruktur aufbauen, welche ähnlich flexibel wie Public-Cloud-Services ist, jedoch eine bessere Kostenkontrolle, höhere Datensicherheit und bessere Performance bietet.

Des Weiteren existieren in jedem Unternehmen bereits eine Vielzahl an Anwendungen, die File- oder Block-Storage benötigen. Ceph ist eine universelle Speicherlösung, welche File-, Block- und Object-Storage bietet und damit den sanften Übergang von der "alten" Speicherwelt in die "neue" ermöglicht.

Ergänzendes zum Thema
 
Hier geht es zur Anmeldung für die STORAGE Technology Conference 2017

Sind Hardware-Änderungen an den installierten Speichersystemen erforderlich, wenn Unternehmen die Container-Welt als Anwendungsumgebung integrieren wollen? Oder betrifft das nur die Anwendungs- und Treibersoftware im Betriebssystem?

Container sind im Prinzip nur Mechanismen, um Anwendungen besser zu isolieren und zusammen mit ihren Abhängigkeiten zu paketieren. Der Zugriff auf Storage erfolgt über Standard-Mechanismen und -Protokolle. Dass heißt, bestehende Storage-Standards können weiterhin eingesetzt werden.

Die Vorteile von Software-defined Storage gegenüber Storage-Appliances im Zusammenhang mit Container-Plattformen wie OpenSshift gewähren primär die bessere Portabilität, die sich durch SDS ergibt (On-premise, virtualisiert oder in der Cloud), und ein Storage-as-a-Service-Konsummodell, welches es Entwicklern ohne besondere Storage-Kenntnisse ermöglicht, Storage selbst zu provisionieren.

In der Windows-Welt favorisieren viele Hersteller eine hyperconverged Infrastruktur? Warum sollte man sich in der Linux-Welt der Herausforderung stellen, auf Software-defined zu setzen und - nicht nur auf dem Storage-Layer - sehr viele Konfigurationsaufgaben selbst bewältigen zu müssen?

Es gibt proprietäre Hyperconverged (HCI)- Lösungen, die nur im Zusammenhang mit spezieller Hardware eines Herstellers funktionieren, entsprechend teuer sind und einen Vendor-Lock-in erzeugen. Der Trend geht allerdings auch hier in Richtung offener Lösungen auf Basis von Open-Ssource- Technologien.

Netzwerk, Compute und Storage werden als Software-defined-Komponenten mit Linux auf Standard- Server gepackt und bieten üblicherweise einheitliches Management, Hochverfügbarkeit und eine horizontale Skalierbarkeit.

HCI wird vielleicht nicht für jedes Unternehmen die richtige Lösung sein, sie kann jedoch in vielen Fällen dabei helfen, die Komplexität und die Kosten zu reduzieren. Die bekanntesten offenen HCI-Lösungen basieren auf OpenStack + Ceph, OpenSshift + Gluster oder KVM + Gluster.

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