Schnellerer Dateizugriff

Dropbox baut globales privates Netzwerk aus

| Autor / Redakteur: Matthias Semlinger / Tina Billo

(Bild: Dropbox)

Bis zum Ende des Jahres will Dropbox in den USA, Europa und Australien fünf weitere regionale Points of Presence (PoPs) an sein privates Netzwerk anschließen. Damit setzt das Unternehmen den Umzug auf die eigene Cloud-Infrastruktur konsequent fort.

Der Ausbau des eigenen weltweiten Netzwerks ist für das Unternehmen ein wichtiger Schritt, um Verbindungszeiten und die Datenübertragungsraten zu verbessern. Dadurch soll die Synchronisierungsgeschwindigkeit erhöht und der Zugriff auf Dateien beschleunigt werden.

Die Grundlage hierfür stellt ein von Dropbox entwickelter auf Open-Source-Software beruhender Edge-Proxy. Hierbei handelt es sich um einen Server-Stack, der seit Mitte Juni bereits in den US-amerikanischen Rechenzentren genutzt sowie in bestehenden europäischen und asiatischen PoPs getestet und eingeführt wurde.

Im dritten und vierten Quartal 2017 sollen nun weitere mit dem Edge-Proxy-Server ausgestattete Einwahlpunkte ans Netz gehen, zunächst in Sydney, Miami und Paris, gefolgt von Madrid und Mailand. Dadurch ließen sich weit über die jeweiligen Standorte hinausgehende Leistungsvorteile erzielen.

Wachsende Infrastruktur

Bis Ende 2017 sollen an das Dropbox-Netzwerk somit 25 auf zehn Ländern in vier Kontinenten verteilte Standorte angeschlossen sein. Für die internationalen Points of Presence werden Einrichtungen von Drittanbietern genutzt, die über permanent offene Standleitungen mit dedizierter Bandbreite an die Rechenzentren des Unternehmens angebunden sind. In der Regel beherbergen diese auch die Infrastruktur anderer Internet Service Provider (ISPs), die sich in vielen Fällen schon in Folge von Peering-Abkommen direkt mit dem Netzwerk des Cloudspeicher-Anbieters verbindet.

Damit trägt das Unternehmen dem Umstand Rechnung, dass schon heute über 75 Prozent der derzeit 500 Millionen Nutzer außerhalb der USA leben. Durch die Erweiterung der Infrastruktur müssen sie für den Zugriff auf ihre Dateien nicht länger neue Verbindungen über mehrere ISPs aufbauen. Vielmehr werden ihre Daten an den nächstgelegenen PoP weitergeleitet. Dies verringert unter anderem die Latenzzeit und resultiert in schnelleren Up- und Downloadgeschwindigkeiten.

Halbierung der Netzwerkkosten

Bei den Einwahlknoten außerhalb der USA nutzt Dropbox den eigen entwickelten aus NGING- und quelloffenen IP Virtual Servern (IPVS) bestehenden Edge-Proxy-Stack, der den Empfang und die gleichmäßige Lastverteilung des Datenverkehrs regelt.

Die Dropbox PoP-Architektur.
Die Dropbox PoP-Architektur. (Bild: Dropbox)

Ein eigens für die Lösung von den Ingenieuren geschriebener Code dient dazu, die Verkehrsströme zu verwalten und Leistungsverbesserungen zu erzielen. Daneben ließen sich dadurch Kosten senken, da man in geringerem Maß auf die Hardware von Drittherstellern angewiesen sei.

Zusammengenommen hätten sich seit dem Aufbau der eigenen Infrastruktur die Networking-Kosten außerhalb den USA um die Hälfte halbieren lassen, gleichzeitig ließe sich mit der künftigen Nachfrage aufgrund flexiblerer Skalierungsmöglichkeiten Schritt halten.

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