Indischer Backup-Hersteller optimiert die Datensicherung in die Cloud

Druva bietet applikationsspezifisches Cloud-Backup

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Rainer Graefen

Das Dashboard von Druva Insync zeigt wichtige Kenngrößen auf einen Blick.
Das Dashboard von Druva Insync zeigt wichtige Kenngrößen auf einen Blick. (Druva)

Auf der CloudExpo Europe 2015, die kürzlich in Frankfurt/Main stattfand, stellte Druva, ein indischer Backup- und DLP-Spezialist, drei Neuerungen an seinen beiden Lösungen Insync und Phoenix vor. Neue Funktionen erschließen die kontrollierte Datensicherung in die Cloud.

Die Lösungssuite Druva Insync unterstützt Backup/Recovery, zentrale Verwaltung, Sharing und Data Loss Prevention (DLP) von mobilen Endgeräten; das Schwesterprodukt Druva Phoenix ist hingegen für Cloud-Backup zuständig, wobei als Plattform ausschließlich Amazon Web Services (AWS) dient.

Im Jahr 2015 wurden neue Leistungsmerkmale hinzugefügt. Das Data Privacy Framework ist ein Rahmenwerk für den Datenschutz. Zweitens hat Druva die Cloud Applications Connectivity, als die Anbindung von Cloud-Apps, eingeführt, und schließlich ist Proactive Compliance hinzugekommen.

Mit Governance zu Compliance

Wie die Aspekte Governance und Compliance bereits andeuten, ist es mit der Druva Insnyc-Suite möglich, die kontinuierlich ausgeführten Backups der mobilen Endgeräte eines Unternehmen zentral und richtlinienkonform zu verwalten und ihre Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Diese Aufgabe kann sich bei einer Vielzahl unterschiedlicher und verschieden angebundener Endgeräte als recht knifflig erweisen. Die detaillierte Sichtbarkeit an einem Ort, dem Dashboard (siehe Bilder), verringert bereits den Verwaltungsaufwand und gewährleistet ein Maß an Datensicherheit: Der Kunde weiß, wo seine Daten liegen

Das Unternehmen des Kunden kann durch die überwachten Backups sicherstellen, dass ihm keine neuen und vertraulichen Daten verlorengehen.

Ebenso einfach soll sich Disaster Recovery realisieren lassen, diesmal aber auch durch den Endbenutzer im Self-Service-Verfahren. Durch das DLP-Modul wird die Sicherheit zusätzlich erhöht, indem es sicherstellt, dass nur Befugte auf bestimmte Inhalte Zugriff erhalten. DLP ist unter dem Aspekt der eDiscovery von Bedeutung, wenn es darum geht, im Fall eines Rechtsstreit etc. zu belegen, wer was wann mit welchen Daten getan oder zu tun unterlassen hat. Diese Funktion unterstützt sowohl Endgeräte als auch Office 365.

Deduplizierung und Caching

Eine der Stärken der Druva Insync Suite steckt in der Performance. Umfassende Deduplizierung reduziert den Speicherbedarf der Backups, die dadurch häufiger erfolgen erfolgen können.

Eine Cache-Funktion namens Hypercache erhöht die Geschwindigkeit des Datenaustauschs zwischen Endpunktgeräten und Server (die auch in der Cloud liegen können) - seit 2013 auch in der Private Cloud.

Diese Backup-Technik soll bis zu 80 Prozent an Bandbreitenbedarf in einem Netzwerk sparen. Das ist besonders in Regionen mit schwacher Infrastruktur, aber auch bei einem Filialnetz von Bedeutung.

Die IT kann festlegen, welche Netzwerke für welches Endgerät die optimale Leistung liefern. Sollte die Verbindung unterbrochen werden, bedeutet dies nicht, dass der Nutzer oder die IT die Sicherung neu anfangen müssen: Die Funktion "Auto-resume" setzt dort an, wo der Sicherungslauf abgebrochen wurde.

Druva Phoenix Cloud-Backup

Mit Phoenix lassen sich Windows- und Linux-Server in ROBO-Filialen (Remote Office/Branch Office) direkt in die AWS-Cloud sichern. Die Cloud-Software, die AWS S3 nutzt, verfügt über applikationsspezifische Backup-Agenten für Server-Workloads wie etwa Microsoft SQL Server.

Dabei kommt kein Tiering zur Anwendung, und der Nutzer braucht keine Rücksicht auf Speichermedien zu nehmen. Vielmehr ist ein vereinheitlichtes Backup-, Recovery- und Archivierungsverfahren im Einsatz, das sowohl physische als auch virtuelle Server inkrementell sichert.

Dabei kann der Nutzer per Indexing festlegen, welche Backups "heiß", "warm" und "kalt" sein sollen, je nach Nutzungsintensität und Aktualität der jeweils gesicherten Daten. "Heiße" Daten werden dann von Druva im Zwischenspeicher (Cloud Cache) vorgehalten. "Warme" Daten werden bis zu 90 Tage vorgehalten. Druva gewährt dem Kunden im "Cold Storage" unbegrenzte Speicherdauer, ein Merkmal, das man nicht allzu häufig findet.

Dass Phoenix ähnlich verfährt wie Insync, liegt nahe. Globale Deduplizierung, parallelisierte Dateiübertragungen mit WAN-Optimierung und Caching sowie Object Storage erlauben eine vergleichsweise kostengünstige Sicherung, Wiederherstellung und gemeinsame Nutzung von Unternehmensdaten.

Da die Backup-Daten eh schon auf AWS S3 vorliegen, lassen sie sich zu Archivierungszwecken leicht und automatisch nach Amazon Glacier verschieben. Dabei entfällt die Anschaffung, der Unterhalt und das Management von Tape-Bibliotheken.

Datensicherheit und -schutz

Nach eigenen Angaben legt Druva großen Wert auf Datensicherheit. Dabei berücksichtige Druva die jeweiligen Datenstandards der elf AWS-Regionen, etwa der EU, und die dort geltenden Datenschutzvorgaben. Druva habe zu keiner Zeit Zugriff auf Kundendaten, und kein Gericht könne es dazu zwingen. Das muss sich allerdings erst noch herausstellen, denn Amazon hat seinen Firmensitz in den USA und unterliegt so dem Geltungsbereich des Patriot Act.

Die Backup-Dateien von Endpoints und Servern werden bei der Übertragung mit 256-Bit-Schlüsseln im TLS-Protokoll (also nicht mehr in SSL) und im gespeicherten Zustand mit einem 256-Bit-AES-Key verschlüsselt. Der Kunde müsse dennoch keine Schlüssel verwalten, denn durch Split-key-Verschlüsselung und Zerhacken der Dateien seien die Daten ausreichend geschützt, versichert der Hersteller.

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