Schnelligkeit in der Cloud wird zum preispflichtigen Service

Dunkel bringt mehr Speed in die Cloud

| Autor / Redakteur: Araine Rüdiger / Rainer Graefen

Axel Dunkel, Geschäftsführer des IaaS-Anbieters Dunkel: "30 Prozent unserer Kunden nutzen bereits die neue Speicherklasse Gold+, um ihre Anwendungen zu beschleunigen"
Axel Dunkel, Geschäftsführer des IaaS-Anbieters Dunkel: "30 Prozent unserer Kunden nutzen bereits die neue Speicherklasse Gold+, um ihre Anwendungen zu beschleunigen" (Dunkel)

Anwendungen in der Cloud zu beschleunigen gehört derzeit zu den wichtigen Themen der Branche. Der IaaS-Anbieter Dunkel in Hattersheim hat sich dafür eine ganz eigene Lösung ausgedacht.

Auf das Fünf- bis Siebenfache, im Extremfall sogar auf das Zehnfache, lassen sich im Rechenzentrum der Dunkel AG nun Anwendungen beschleunigen.

Der Grund liegt darin, dass Geschäftsführer Axel Dunkel eine neue Speicherklasse Gold+ implementiert hat, die von den Anwendungen seiner Kunden erzeugte Ein-/Ausgaben gewaltig gegenüber der bisher schnellsten von vier Speicherklassen, die das Rechenzentrum anbietet (Gold) auf Trab bringt.

Nicht Platin, aber Gold+

Wie schnell die Applikationen wirklich auf der neuen Speicherklasse werden, hängt allerdings davon ab, wo der Engpass sitzt. Axel Dunkel: „Wenn die CPU der Engpass ist, hilft Gold+-Speicher auch nicht viel, aber wenn es um die Ein-/Ausgabeleistung geht, sehr.“ Freilich könne die Zuschaltung neuer CPUs plus die neue Speichertechnik durchaus in neue Leistungsdimensionen vorstoßen.

Wie funktioniert die Lösung? „Wir wollten Lesezugriffe, aber vor allem auch das Schreiben beschleunigen und haben deswegen den Weg vom und zum Speichernetz eliminiert“, sagt Dunkel. Dieser müsse schließlich bei jedem Speicherzugriff, insbesondere beim Schreiben, mehrfach zurückgelegt werden, was physisch nicht vermeidbare Verzögerungen verursache. Schließlich bleibt eine Strecke eine Strecke, egal, wie schnell sie überwunden wird.

Cloud-VMs mit der SSD verzahnen

Der Trick: In den Servern des Anbieters befinden sich nun SSD-Speichereinheiten, die von den virtuellen Maschinen direkt adressiert werden. Dabei wurde über eine API eine Softwarelösung in jede virtuelle Maschine eingebunden, die den vorhandenen Speicher bedarfsgesteuert an die virtuellen Maschinen verteilt und so stets dafür sorgt, dass jede Maschine die Menge an Speicher hat, die sie braucht.

Dadurch muss das vorhandene SAN im Hintergrund nur noch relativ selten adressiert werden – 80 bis 90 Prozent der Zugriffe enden laut Dunkel im SSD-Cache und sind damit sehr schnell. Bis zu 50.000 Ein-/Ausgabeoperationen pro Sekunde seien möglich. Gleichzeitig bleibe die Sicherheit erhalten, denn alle Schreibzugriffe würden kopiert.

Gegenüber anderen aktuellen I/O-Beschleunigertechnologien, die am Markt erhältlich sind, etwa der von Datacore, unterscheide sich seine dadurch, dass es hier nicht darauf ankomme, ob eine virtuelle Maschine möglichst viel I/O-Belastung erzeuge oder nicht. Vielmehr profitiere die Gesamtleistung auch, wenn Maschinen nur ab und zu Ein-/Ausgabeleistung abforderten.

Nicht auf Benchmarks reinfallen

„Die Benchmarks, die üblicherweise für Tests verwendet werden, simulieren so intensive Ein-/Ausgabelasten, wie sie im wirklichen Betrieb meist gar nicht auftauchen“, sagt Dunkel.

Seine Lösung ist allerdings nicht vollständig selbst gestrickt. „Wir haben eine auf dem markt erhältliche Hypervisor-Komponente und Managementfunktionen eingebaut, die beiden miteinander verknüpft und Billingfunktionen hinzugefügt“, erklärt Dunkel. In solchen Lösungen, bei denen aus marktgängigen Produkten plus eigener Entwicklung etwas Neues entsteht, sieht der Serviceanbieter seine besondere Stärke. Welche Produkte er einsetzt, will Dunkel freilich nicht verraten.

Immerhin habe es sich um eine sechsstellige Investition gehandelt. So mussten nicht nur sämtliche Hosts physikalisch umgebaut, sprich: mit SSD ausgerüstet werden. Auch die Billinglogik war umzustricken.

Aktive Festplattenverdrängung

Doch da Dunkel mittelfristig vom Aussterben rotierender Datenträger ausgeht, war dies eine Investition in die Zukunft. Nun steht der neue Speicherdienst auf Knopfdruck an jeder virtuellen Maschine bereit und lässt sich auch ad hoc wieder abschalten.

Für die Nutzung der Gold+-Klasse verlangt Dunkel einen Aufpreis von 50 Prozent auf den Speicherpreis der Gold-Klasse. Die Amortisation habe bei dem Vorhaben nicht im Mittelpunkt gestanden, berichtet Dunkel. Vielmehr gehe es ihm darum, seinen Kunden immer schnellstmöglich aktuelle Technologie zu bieten.

Profitieren können von schnellen Speicherzugriffen Applikationen wie transaktionsorientierte Datenbanken, VDI-Implementierungen oder Webseiten, die mit der technologie schneller ausgeliefert werden. Denn oft haben Webshop-Kunden nicht viel Geduld und wechseln im Zweifel lieber zu einer anderen Einkaufsquelle statt zu warten.

Dunkels Kunden jedenfalls scheinen die neue Speicherklasse zu mögen: „30 Prozent haben zumindest einen Teil ihrer Speichernutzung auf Gold+ umgestellt“, sagt Dunkel zufrieden.

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