Spitzenforschung im Bereich Big Data

Forschungsplattform „Smart Data Innovation Lab“ geht an den Start

| Redakteur: Nico Litzel

Die Forschungsplattform „Smart Data Innovation Lab“ wird sich zunächst auf die strategischen Forschungsfelder Industrie 4.0, Energiewende, Smart Cities und Personalisierte Medizin konzentrieren. Weitere Big-Data-Forschungsschwerpunkte sollen im Laufe der Zeit folgen.
Die Forschungsplattform „Smart Data Innovation Lab“ wird sich zunächst auf die strategischen Forschungsfelder Industrie 4.0, Energiewende, Smart Cities und Personalisierte Medizin konzentrieren. Weitere Big-Data-Forschungsschwerpunkte sollen im Laufe der Zeit folgen. (Bild: AA+W Fotolia.com)

Führende Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Politik haben am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den Startschuss für die Einrichtung der Forschungsplattform „Smart Data Innovation Lab“ (SDIL) gegeben.

Durch die Bereitstellung einer Höchstleistungsinfrastruktur sowie Daten aus Industrieprozessen sollen in Karlsruhe wichtige Voraussetzungen für die Spitzenforschung im Bereich Big Data geschaffen werden. Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten sollen so auch neueste Forschungserkenntnisse effizient an die Industrie weitergegeben werden und zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen für europäische Unternehmen beitragen. Die Projekte werden sich zunächst auf die strategischen Forschungsfelder Industrie 4.0, Energiewende, Smart Cities und Personalisierte Medizin konzentrieren.

Enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie

Die Arbeitsgruppen für die aktuellen vier Forschungsfelder werden nach Angaben des KIT von jeweils einem Vertreter aus der Wissenschaft sowie aus der Industrie geleitet. Die Arbeitsgruppen werden gemeinschaftlich über die Ausgestaltung und Vergabe der Ressourcen des SDIL für Forschungsprojekte entscheiden. Weitere Forschungsschwerpunkte sollen im Laufe der Zeit folgen.

Das SDIL, das in Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung konzipiert wurde, wird am KIT betrieben. Partner der Forschungsplattform sind Bayer, Bosch, Microsoft Deutschland, SAP, Siemens, Software AG sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Fraunhofer-Gesellschaft und das Forschungszentrum Jülich. Darüber hinaus unterstützen nach Angaben des KIT bereits heute mehr als 20 weitere Unternehmen sowie Institutionen das SDIL. Dazu zählen Unternehmen wie Infineon, Trumpf und Volkswagen sowie der Branchenverband Bitkom und die Deutsche Gesellschaft für Informatik (GI).

Förderung von kleinen Unternehmen

Das SDIL steht weiteren interessierten Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Mitarbeit offen. Ein besonderer Fokus des SDIL liegt auf der Förderung von kleinen Unternehmen, die von den Kontakten zu etablierten Anbietern profitieren und völlig neue Lösungen und Dienstleistungen im Umfeld von Big Data anbieten können.

Die Wissenschaftler erhalten im Rahmen abgegrenzter Projekte Zugang zu Daten aus Industrieprozessen, die auf der Plattform sicher gespeichert sind. Die Analyse der Daten, beispielsweise die Beschreibung und Strukturierung von spezifischen Datensätzen oder auch das Auffinden von Anomalien, erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Unternehmenspartner, wodurch ein schneller Wissens- und Technologietransfer gewährleistet werden soll. Die beteiligten Forschungsinstitute werden außerdem allgemeingültige Werkzeuge und Methoden zur Datenanalyse entwickeln, die über die Plattform allen Teilnehmern des Smart Data Innovation Lab zur Verfügung gestellt werden können.

„Die digitalen Datenmengen wachsen in unserer Gesellschaft rasant. Wir brauchen neue Instrumente, um sie zu managen und als Wissensquellen nutzbar zu machen“, sagt Professorin Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung und Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Bildung und Forschung für die digitale Zukunft“ des Nationalen IT-Gipfels. So sei das Smart Data Innovation Lab und die dort der Forschung verfügbar gemachten Daten eine optimale Ergänzung, um die Forschung auf diesem Gebiet weiter voranzutreiben.

„Wir freuen uns, unsere Kompetenz in das Smart Data Innovation Lab einzubringen und mit der deutschen Wirtschaft zu teilen“, betont der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. Das KIT betreibe Infrastrukturen für große Datenmengen wie das Datenzentrum GridKa als Teil eines weltweit verteilten Netzwerkes für das europäische Teilchenbeschleunigerzentrum CERN. Seit Jahren befasse sich die Informatik am KIT mit Analysemethoden, Auswertealgorithmen und Datensicherheit. „Mit SDIL werden KIT und seine Industriepartner aus Big Data tatsächlich auch Smart Data machen.“

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