So verschlüsseln Sie richtig!

Fünf praktische Verschlüsselungstools

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Anwender sollten Daten verschlüsseln, wenn sie diese über das Internet austauschen oder auf USB-Sticks transportieren. Wir stellen fünf praktsche Tools vor, die einfach und schnell zu mehr Sicherheit verhelfen.
Anwender sollten Daten verschlüsseln, wenn sie diese über das Internet austauschen oder auf USB-Sticks transportieren. Wir stellen fünf praktsche Tools vor, die einfach und schnell zu mehr Sicherheit verhelfen. (© kras99 - stock.adobe.com)

Nicht nur die NSA und andere Geheimdienste schnüffeln in Daten, sondern auch Angreifer und Industriespione. Es macht also durchaus Sinn Daten zu verschlüsseln, wo immer das möglich ist. Dazu sind nicht immer teure und komplizierte Zusatzanwendungen notwendig. Wir zeigen fünf praktische Tools zur einfachen Verschlüsselung zur Datenweitergabe.

Anwender sollten sensible Daten verschlüsseln, vor allem dann, wenn diese mit externen Partnern oder anderen Anwendern geteilt werden sollen. Im Internet stehen einige interessante und kostenlose Tools zur Verfügung. Wir zeigen in diesem Beitrag fünf interessante Programme dazu.

Wir hatten aber auch schon früher interessante Lösungen einzeln vorgestellt, zum Beispiel Open Source Verschlüsselung für die Cloud mit CryptSync, wie man Dropbox mit Boxcryptor Classic verschlüsseln kann und wie sich Dateien mit AxCrypt verschlüsseln und schreddern lassen.

Volksverschlüsselung der Telekom und des Fraunhofer-Instituts

Das Fraunhofer-Institut bietet zusammen mit der Telekom einer Verschlüsselungssoftware an, die schnell und einfach E-Mails verschlüsseln kann. Als E-Mail-Client unterstützt die Software Outlook oder Mozilla Thunderbird. E-Mails können aber auch über ein Webinterface verschlüsselt werden, wenn der Zugriff auf das E-Mail-Postfach mit einem Browser durchgeführt wird. Der Vorteil der Volksverschlüsselung besteht auch darin, dass diese schnell und einfach einsatzbereit ist.

Während der Einrichtung erzeugt der Assistent die Schlüssel und Zertifikate. Die Software steht für Windows zum Download bereit. Um die Software zu nutzen, müssen sich Anwender legimitieren. Dazu kann entweder auf den Personalausweis gesetzt werden, oder auf ein Login der Telekom sowie einen Registrierungscode.

Im Rahmen der Einrichtung liest das Tool automatisch die E-Mail-Adressen ein, die in Outlook oder Thunderbird hinterlegt sind. Der Server der Volksverschlüsselung verschickt einen Verifikationscode an diese Adressen. Sobald die Verschlüsselung eingerichtet ist, können Anwender signierte (unterschriebene) und verschlüsselte E-Mails versenden.

VeraCrypt mit Fuse auch auf Mac-Rechnern nutzen

Zur Verschlüsselung von Daten steht auf Windows-Rechnern auch VeraCrypt, der Nachfolger von TrueCrypt zur Verfügung. Das Tool steht auch für macOS X zur Verfügung. Es bietet die Möglichkeit innerhalb eines Datenträgers verschlüsselte Bereiche als Container zu erstellen, und diese als Laufwerke einzubinden. Um VeraCrypt auf Mac-Rechnern zu nutzen, müssen Anwender zunächst die Opensource-Lösung Fuse installieren. Erst anschließend kann die aktuelle Version von VeraCrypt auf dem Mac installiert werden. Das ist auf Windows-Rechnern natürlich nicht notwendig. Nach der Installation steht das Verwaltungsprogramm von VeraCrypt zur Verfügung, und bietet weitreichende Verschlüsselungsfunktionen, die weit über das hinausgehen, was zum Beispiel FileVault in macOS X bieten kann.

Mit der GPGSuite erhalten Anwender eine Sammlung verschiedener Tools zur Datenverschlüsselung auf Mac-Rechnern. Das Tool basiert auf OpenPGP. In der Sammlung sind noch Tools enthalten, um E-Mails zu verschlüsseln, ähnlich zur Volksverschlüsselung. Bei der Installation wird die Apple Mail-App mit Funktionen zur Verschlüsselung erweitert.

Vollverschlüsselung für Windows, Mac OS, Unix und Linux

VeraCrypt – der TrueCrypt-Nachfolger

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07.01.15 - Mit VeraCrypt präsentieren die TrueCrypt-Entwickler den Nachfolger des mittlerweile eingestellten Open-Source-Projekts. Dessen Codebasis wurde komplett überarbeitet und verbessert. Wir zeigen, wie der Nachfolger arbeitet. Da das Produkt noch recht neu ist, lässt sich die Sicherheit allerdings aktuell noch nicht abschließend beurteilen lesen

RetroShare - Sicherer, anonymer und kostenloser Datenaustausch

Bei RetroShare handelt es sich um eine Opensource-Lösung, mit der Teammitglieder untereinander sicher kommunizieren und gleichzeitig Daten austauschen können. Der Zugriff erfolgt über SSL-Verschlüsselung und PGP. Die Entwickler stellen Clients für Windows, Linux und MacOS zur Verfügung. RetroShare bietet sicheren und Client-gestützten Datenaustausch, Chatkanäle und -Lobbys, Foren, VoIP-Kommunikation und das alles PGP-gesichert über das Internet. Server oder Cloudlösungen sind dazu nicht notwendig. Die Teammitglieder können mit der Anwendung Instant Messaging nutzen, Dokumente verschicken und Foren oder Chat-Lobbys für die Gruppenkommunikation erstellen. Mit RetroShare können Teams also durchaus effizient arbeiten, kommunizieren und Daten austauschen, ohne dass Server und Cloudlösungen notwendig sind. Die Einrichtung lässt sich problemlos von Anwendern selbst durchführen, die IT-Abteilung ist dazu nicht notwendig.

Mehr Sicherheit und Datenschutz für Windows 10

Verschlüsselung, Datenschutz und andere Einstellungen

Mehr Sicherheit und Datenschutz für Windows 10

13.06.17 - Windows 10 bietet einige neue Sicherheitsfeatures, unterstützt aber weiterhin Sicherheitseinstellungen aus den Vorgängerversionen, die auch in Windows 10 keine Bedeutung verloren haben. Die meisten Settings sind in der neuen Einstellungs-App zu finden. Es gibt aber auch andere Stellen, mit denen sich die Leistung und Sicherheit von Windows 10 deutlich verbessern lässt. lesen

Panbox - Zuverlässige und einfache Cloud-Verschlüsselung aus Deutschland

Anwender, die Daten in der Cloud speichern gehen oft ein Sicherheitsrisiko ein, da die Daten nicht verschlüsselt abgelegt werden. Das heißt, es können durchaus auch externe Anwender oder Angreifer Zugriff auf die Daten nehmen. Damit das zukünftig erschwert wird, haben das Fraunhofer-Institut und das Unternehmen Sirrix die kostenlose Software Panbox auf OpenSource-Basis entwickelt, die auch Laien ermöglichen soll Daten sicher in der Cloud abzulegen. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat die Software gefördert. Neben Dropbox unterstützt die Anwendung so gut wie alle Cloudspeicher-Anbieter, die auf dem lokalen Rechner ein Synchronisierungs-Verzeichnis einrichten. Panbox läuft auf Windows-Rechnern mit Windows 7/8/8.1 und Windows 10, aber auch auf Linux.

My Lockbox 3 und Hide Folder Ext

Ein weiteres Tool in diesem Bereich ist My Lockbox. Das Tool verschlüsselt zwar die Daten nicht direkt, versteckt sie aber vor anderen Anwender auf den Rechnern Nach der Installation stehen die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung, wie mit Wise Folder Hider. Dateien lassen sich über das Kontextmenü des Tools verstecken. Vom gleichen Hersteller gibt es noch das Tool Hide Folder Ext. Dieses ist aber kostenpflichtig.

Verschlüsselung in Zeiten der Post-Quantum-Kryptographie

Neue Algorithmen gegen Quantencomputer

Verschlüsselung in Zeiten der Post-Quantum-Kryptographie

20.06.17 - Ohne zuverlässige Verschlüsselung ist die digitale Welt unvorstellbar. Nach zahllosen Tests gelten die etablierten Verfahren heute als äußerst sicher. Doch das könnte sich bald ändern, wenn Codebrecher über Quantencomputer verfügen. Mit Hochdruck arbeiten Mathematiker an neuen Verfahren. Läuft alles glatt, sollen sie in 10 Jahren einsatzfähig sein, die Frage ist aber, ob das schnell genug ist. lesen

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