Daten verschlüsseln und verteilen mit Cloud-RAID

Hasso-Plattner-Institut will Sicherheit von Cloud Storage verbessern

| Redakteur: Nico Litzel

Mit „Cloud-RAID“ will das Hasso-Plattner-Institut zentrale Probleme des Cloud Computing lösen. Die Software splittet Daten, verschlüsselt die Blöcke und verteilt diese auf mehrere Cloud-Dienste. Das soll die Datensicherheit und -verfügbarkeit erhöhen.
Mit „Cloud-RAID“ will das Hasso-Plattner-Institut zentrale Probleme des Cloud Computing lösen. Die Software splittet Daten, verschlüsselt die Blöcke und verteilt diese auf mehrere Cloud-Dienste. Das soll die Datensicherheit und -verfügbarkeit erhöhen. (Bild: HPI)

Wissenschaftler des Hasso-Plattner-Instituts haben eine Software entwickelt, die die Daten eines Anwenders fragmentiert, verschlüsselt und bedarfsorientiert auf mehrere Cloud-Speicherdienste verteilt.

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) will zentrale Probleme des Cloud Computing lösen. Auf dem Symposium „Operating the Cloud“ hat das HPI mit „Cloud-RAID“ eine Software vorgestellt, mit der die Daten eines Anwenders nicht einem einzigen Anbieter komplett anvertraut werden, sondern verschlüsselt auf mehrere passende Cloud-Speicherdienste verteilt werden – entsprechend den Anforderungen des Anwenders. „Damit können wir bei öffentlichen Clouds die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit der Daten erhöhen“, erläuterte Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel vor mehr als 50 Symposiumsteilnehmern in Potsdam.

RAID-Konzept für die Cloud

Das von Meinels Institut vorgeschlagene Verfahren erinnert an das aus dem Hardware-Bereich bekannte RAID, bei dem mehrere physische Festplatten zu einem logischen Laufwerk zusammengefasst werden. „Deshalb nennen wir unser System auch Cloud-RAID“, so Maxim Schnjakin, Informatiker am HPI-Fachgebiet Internet-Technologien und -Systeme.

Cloud-RAID stellt nach Angaben des HPI eine Zwischeninstanz zwischen Anwendern und Anbietern von Cloud-Speicherressourcen dar. „Bei der Übertragung werden die Datensätze eines Anwenders zunächst in Blöcke aufgespalten und verschlüsselt. Anschließend werden die Datenpakete auf verschiedene, voneinander unabhängige Dienstleister verteilt. Die Ressourcen sucht die Plattform dabei sorgfältig nach den definierten individuellen Anforderungen der Nutzer aus. Diese können beispielsweise Leistungsfähigkeit, geografische Lage oder weitere technische Eigenschaften sein“, erklärte Meinel. Sichergestellt sei, dass kein Anbieter in den vollständigen Besitz aller Datenfragmente komme. Zur Wiederherstellung der Originaldaten sei bei diesem System nur ein Teil der Datenblöcke notwendig.

Größere Unabhängigkeit

„Dieses Vorgehen macht die externe Datenlagerung zuverlässiger, reduziert das Risiko, in die Abhängigkeit von einem speziellen Dienstleister zu geraten und verringert auch die Gefahr eines möglichen Datenmissbrauchs im fremden Rechenzentrum“, betonte der Informatikwissenschaftler. Experimente mit sieben Cloud-Speicheranbietern über einen ununterbrochenen Zeitraum von 336 Stunden haben laut Meinels wissenschaftlichem Mitarbeiter Schnjakin deutlich gezeigt, dass sich ein gutes Verhältnis von Wirtschaftlichkeit und Effizienz der externen Datenlagerung ergebe.

„Hinzu kommt, dass unsere Cloud-RAID-Software den Umgang mit den jeweils spezifischen Schnittstellen verschiedener Dienstleister automatisiert und damit vereinfacht. Damit wird den Nutzern der Zugriff auf die Speicherressourcen im Internet sehr leicht gemacht“, ergänzte Schnjakin. Kein Anwender müsse sich um Administration und Leistungskontrolle kümmern.

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