EMCs neues hyperkonvergentes System nutzt Server-SAN-Software

Hyper, hyper, es wächst zusammen, was früher niemals zusammen gehörte

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Rainer Graefen

Praveen Akkiraju, CEO VCE und Jeremy Burton, Präsident Produkte und marketing bei EMC, präsentieren gemeinsam VxRack System 1000.
Praveen Akkiraju, CEO VCE und Jeremy Burton, Präsident Produkte und marketing bei EMC, präsentieren gemeinsam VxRack System 1000. (Foto: Ariane Rüdiger)

Hyperkonvergente Systeme zwingen Server und die lange relativ autonom gestaltete Speicherlandschaft wieder dichter zusammen – wie sehr, zeigt VxRack, das neue hyperkonvergente System von EMC/VCE, auf dem die Software ScaleIO für die Speichervernetzung sorgt.

Die Eingliederung der vormaligen Gemeinschaftsinitiative VCE in die Reihe der Tochterunternehmen von EMC ist noch nicht ganz abgeschlossen, da wartet der Hersteller bereits mit einem Paukenschlag auf: Auf der EMC World 2015 präsentierte EMC/VCE das hyperkonvergente System VxRack System 1000, mit dem sich EMC endgültig in die Reihe der Hersteller einreiht, die neben ihren Spezialitäten auch Komplettsysteme anbieten.

Hyperkonvergenz Flavours

Zwar gab es mit der hyperkonvergenten Appliance VSPEX Blue für kleine Unternehmen und Niederlassungen bereits einen Vorläufer. Doch erst mit VxRack kann sich EMC/VCE in Hinblick auf Hyperkonvergenz mit der Konkurrenz, etwa von HP oder Dell/Nutanix messen.

VxRack basiert auf einem vorvernetzten Schrank, in den wahlweise Speicher- oder Servermodule eingebracht werden, wobei die Mischung zwischen Speicher- und Serverknoten beliebig ist. Jedes Modul wird redundant mit 2x 10 GBit/s an zwei Top-of-the-Rack-Switches von Cisco angebunden, wahlweise Switches der Serien 5000 und 9000.

Sie verbinden jedes einzelne Rack mit 40 GBit/s-Ethernet mit einem Backbone, der beliebig viele VxRacks zu einem Gesamtsystem zusammenschweißt. Die Systeme sind hoch skalierbar. Beginnend bei ¼ Rack (drei Knoten) über ½ Rack bis zu mehreren Tausend Knoten können Kunden ihre Infrastruktur stufenlos wachsen lassen.

VxRack für Unternehmensservices

Damit ist diese Lösung besser als der auf Enterprise-Anwendungen ausgelegte VxBlock, für Cloud-Rechenzentren großer Provider geeignet. „Wir verbinden hier die Leistungsfähigkeit der VxBlocks mit der einfachen Skalier- und Implementierungsfähigkeit von VSPEX Blue“, erklärt Praveen Akkiraju, CEO von VCE.

Gedacht ist VxRack vor allem für Tier-2-Workloads, servicebasierende Unternehmensinfrastrukturen, Serviceprovider und neuartige Third-Platform-Anwendungen, die beispielsweise mit extrem vielen parallelen Datenströmen umgehen müssen. Klassische Datenbanken oder ERP-Systeme dagegen seien auf dem VxBlock nach wie vor besser aufgehoben, meinte Akkiraju.

Die Speichermodule bestehen aus vierundzwanzig 2,5-Zoll-Speicherschächten, in die SSD- oder Festplatten beliebiger Kapazität eingebracht werden können. Dazu kommt ein Serverknoten, der aus jeweils zwei Haswell-Prozessoren besteht. Mit ihm sind die Speicher verbunden.

ScaleIO unterstützt neben SSDs und HDs auch PCIe-Flashkarten. Serverknoten haben vier statt eines Serverknotens, wobei jeweils sechs Festplatten mit jeden Serverknoten verbunden sind. Die Vernetzung der Speicher zu einem jederzeit lastbalancierten SAN (EMC spricht hier von einem „softwarebasierten konvergenten Server-SAN“) erfolgt über Scale IO.

Ein-Layer-Architektur

Das Produkt, das aus einer Akquisition von EMC stammt, vernetzt Server und den direkt an Server angebundenen Speicher konvergent miteinander und übernimmt gleichzeitig die Lastverteilung. Server und Speicher konvergieren zu einer Ein-Layer-Architektur.

Jeder Server ist in die Ein-/Ausgabevorgänge eingebunden, wodurch hier Engpässe vermieden werden. Beim Hinzufügen neuer Ressourcen wird die Leistung automatisch optimiert. ScaleIO besteht aus dem ScaleIO Data Client, einem Blockgerätetreiber, der den Anwendungen Blockspeicher verfügbar macht.

Der Treiber wird lokal auf einem beliebigen realen oder virtuellen Server ausgeführt. Die lokale Anwendung erzeugt eine Ein-Ausgabeanforderung, die der SDC ausführt, egal, wo die Daten liegen. Der ScaleIO Data Server wird auf jedem Server installiert, der lokalen Speicher für den ScaleIO-Pool bereitstellt.

Er verarbeitet die Schreib-Leseanforderungen aller Data Clients im Cluster, kennt alle Datenstandorte und leitet Anforderungen an ihr Ziel im Cluster weiter. Das heißt, dass jeder Server als Wieterleitungspunkt fungiert, was Engpässe vermeidet.

Kundenspezifische Ressourcenzuteilung

Daten können sogenannten Schutzdomänen zugeteilt und so isoliert werden, beispielsweise die eines Kunden. So sind unterschiedliche Service Level Agreements für jeden Kunden möglich. Außerdem lässt sich der Speicherpool in Schichten mit spezifischer Leistung aufgeteilt werden.

Kundenspezifisch lässt sich die verbrauchte Leistung begrenzen. So lässt sich vermeiden, dass bestimmte Anwendungen oder Kunden blockiert werden. Sofort beschreibbare Snapshots sorgen für Wiederherstellbarkeit bei Ausfällen.

Ein ScaleIO-Cluster enthält jederzeit zwei Kopien zufällig aufgeteilter und verteilter Datenblöcke auf mehreren Speichergeräten und Servern. Fällt eine Ressource aus, werden die Blücke neu aufgebaut und verteilt. Dadurch toleriert das System Speicher- und Serverausfälle.

Das aktuell verfügbare System 1032 arbeitet mit beliebigen Hypervisoren, die über ScaleIO auf den Servern installiert werden können. Später ist zunächst eine Vmware-optimierte Version auf Basis von EVO: RAIL geplant, weitere Flavours sollen folgen.

VxRack-Systeme können sich dank VCE Vision räumlich über mehrere Orte oder Regionen erstrecken. Die Skalierungsfähigkeiten von VxRack werden durch VCEs VScale-Architektur unterstützt. VScale ermöglicht es, für jede Workload eine optimale Arbeitsumgebung auf derselben Infrastruktur zu definieren und bei Bedarf zu skalieren.

VxRack mit flexiblem Hypervisor und ScaleIO sind ab Juli bestellbar, die vmWare-optimierte Version kommt später. Über Preise gab EMC/VCE nichts bekannt.

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