Interview mit Jens Bussmann, Google, über die "große Abfrage"

Jetzt liefert ein Google-Service die Antworten auf alle Business-Fragen

| Redakteur: Rainer Graefen

Jens Bussmann, Sales Manager Cloud Plattform bei Google
Jens Bussmann, Sales Manager Cloud Plattform bei Google (Foto: Google)

Auf der Storage & Datamanagement Technology Conference sorgte Jens Bussmann für bewegte Debatten. Wir sprachen mit ihm über den Google-Service Big Query, der allen Unternehmen die Chance bietet, die Unternehmensdaten ohne Hardware-Investitionen auf der Suchmaschinen-Infrastruktur analysieren zu lassen.

Alle reden über die Echtzeitanalyse der Unternehmensdaten und träumen davon wie man mit den Ergebnissen die Unternehmensumsätze ohne Zeitverzug steigern könnte. Die Lizenzkosten und die zwingende Aufrüstung des Serverspeichers dürfte vielen jedoch die Tränen in die Augen treiben.

Als preiswerte Alternative bietet sich die Ad-hoc-Analyse auf der leistungsfähigsten Suchmaschinen-Infrastruktur der Welt an. Google macht mit dem Pay-per-Use-Modell für die ERP-Analyse ernst und vielen Anbietern von Business-Intelligence-Lösungen starke Konkurrenz. Jens Bussmann stand uns Rede und Antwort.

Die Preisfrage vorweg. Wie teuer ist der Google Dienst Big Query, mit dem man unternehmensspezifische Datenanalysen direkt im Google Universum durchführen kann?

Bussmann: Bei einem On Demand Service, einem Mietservice wie wir ihn anbieten, ist das leicht zu errechnen. Die Kosten berechnen sich aus der Multiplikation des Preises pro Gigabyte und der gesamten hochgeladenen Datenmenge in GByte. Es sind sonst keine weiteren Investitionen vorzunehmen wie bei klassischen BI-Tools (Business Intelligence), es wird keine Infrastruktur benötigt, die Nutzung ist somit, bis auf die Transportkosten, vollständig transparent. Dazu kommen noch die Kosten für eine Abfrage.

Der Anwender hat es insofern mit zwei Kostenblöcken zu tun: Zum einen für die Speicherung der Daten, zum anderen für die Abfrage der Daten. Ein Gigabyte Speicherbedarf pro Monat kostet 12 US-Cent, und die interaktive Abfrage über die gewählte Datenmenge wird von uns mit 3,5 US-Cent pro GByte, respektive 2 US-Cent für eine Batch-Abfrage, abgerechnet.

Muss der Kunde einen langfristigen Vertrag mit Google eingehen, um das Angebot nutzen zu können?

Bussmann: Eine Option, die Google anbietet, ist eine kostenlose Online-Benutzung. Das heißt, die ersten 100 GByte pro Monat sind gratis. Die Daten werden per verschlüsselter Internet-Verbindung hochgeladen, und der Anwender kann kostenfrei ausprobieren, ob unsere Form der Datenanalyse für ihn tauglich ist. Alternativ können sich Unternehmen oder Entwickler online über unsere Website registrieren oder direkt über einen Google Enterprise-Vertriebsmitarbeiter einen Vertrag mit uns abschließen. Der Service wird ohne Vertragslaufzeiten angeboten und kann stündlich gekündigt werden. Die hochgeladenen Daten und Ergebnisse bleiben selbstverständlich im Besitz des Anwenders. Sie können direkt über die Website gelöscht oder auch wieder zurück übertragen werden.

Welche Datenformate können analysiert werden?

Bussmann: Eine kleine Vorarbeit ist notwendig, um Datenbanktabellen zu übermitteln. Wir verarbeiten bevorzugt das CSV-Format. Diese Comma-separated-values erzeugt aber jede Datenbank ohne größere Umstände beim Abspeichern der Daten. Eine Alternative wäre das kompakte Json-Datenformat, die JavaScript Object Notation.

Gut, das hört sich ziemlich einfach an. Wäre ich allerdings ein Mittelständler, der noch nie Daten analysiert hat, dann wüsste ich wahrscheinlich gar nicht, welche Daten ich auswählen sollte. Hat Google da ein paar Tipps?

Bussmann: Das Problem einer Vorauswahl hat der Anwender eigentlich nur, wenn die BI-Infrastruktur nur für ein begrenztes Datenvolumen ausgelegt ist. Bei Googles Service Big Query können Sie Terabytes an Daten oder anders ausgedrückt Milliarden an Zeilen hoch laden und in wenigen Sekunden analysieren lassen. Sie könnten also unbeschränkt alle Daten ohne Vorsortierung oder Aggregation in die Auswertung einbeziehen. Vom Speichervolumen bis zur Auswertegeschwindigkeit sind wir auf größte Datenmengen vorbereitet.

Bussmann:

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