Markenstrategiewechsel und 26 neue Lösungen

Lenovos Produkt-Rundumschlag

| Autor / Redakteur: Ulrike Ostler / Tina Billo

Das ThinkSystem-Angebot von Lenovo.
Das ThinkSystem-Angebot von Lenovo. (Bild: Lenovo)

Vergangenen Monat stellte Lenovo sein bislang "umfangreichstes Angebot für den Einsatz in Rechenzentren" vor. Das ganzheitliche Lösungsspektrum schaffe die Basis, um transformative Techniken wie Datenanalysen, HPC, die hybride Cloud, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen zu unterstützen.

Das Portfolio an Server-, Speicher-, Netzwerk-, Software- sowie Rechenzentrumsdiensten von Lenovo basiert auf der x86-Prozessorarchitektur von Intel und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Allerdings führt der chinesische Hersteller, der hierzulande hauptsächlich in Böblingen residiert, jetzt zwei neue Marken ein: "ThinkSystem" und "ThinkAgile".

Unter dem Namen ThinkSystem bündelt der Hersteller alle Server-, Speicher- und Netzwerksysteme - hier stellte Lenovo insgesamt 26 neue Produkte vor. Bei ThinkAgile handelt es sich hingegen um softwaredefinierte auf der ThinkSystem-Plattform aufbauende Lösungen. Diese sollen so ausgelegt sein, dass sie mit ändernden IT-Anforderungen Schritt halten und an diese angepasst werden können. Darüber hinaus sollen sich Infrastrukturen durch ihren Einsatz einfacher gestalten, deren Komplexität mindern sowie die üblicherweise mit traditionellen IT-Silos verbundenen Kosten senken lassen.

Der ThinkSystem XClarity Controller von Lenovo.
Der ThinkSystem XClarity Controller von Lenovo. (Bild: Lenovo)

Bei Unternehmensbefragungen vorne

Die Ausgangsposition für Lenovo ist nicht schlecht. So rangiert der Hersteller in Bezug auf die Kundenzufriedenheit gemäß einer TBR-Untersuchung mit dem Titel "Corporate IT Buying Behavior and Customer Satisfaction Study" vom Dezember 2016 beispielsweise auf Platz 1.

Auch in Sachen Server-Zuverlässigkeit schnitt der Anbieter, der vor drei Jahren das x86-Server-Geschäft von IBM übernommen hat, mit Platz 2 gut ab. Dies ist zumindest das Ergebnis der ITIC-Untersuchung "Global Hardware, Server OS Reliability Report" vom Oktober 2016.

Rechenzentrumslösungen für die digitale Transformation

Dementsprechend hoch sind die Ansprüche von Kirk Skaugen, President der Lenovo Data Center Group. Er erklärt: "Die heutigen Ankündigungen markieren einen wichtigen Tag in der nächsten Phase von Lenovos Engagement, die Erfahrungen von Kunden mit Rechenzentrumslösungen auf ein neues Niveau zu heben. Unsere Führungsposition hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Zufriedenheit mit unseren x86-Servern schafft in Kombination mit unseren neuen Marken ThinkSystem sowie ThinkAgile und dem umfassenden Angebot an Datacenter-Produkten das Fundament für die branchenweit verlässlichsten, flexibelsten und leistungsstärksten Lösungen für den Rechenzentrumseinsatz. Wir sind zuversichtlich, dass wir es unseren Kunden damit ermöglichen, ihre größten geschäftlichen Herausforderungen zu meistern und sich in ihrem Markt als digitale Vorreiter zu positionieren."

Tatsächlich nennen einer aktuellen unter CIOs und Technologieführern durchgeführten IDC-Umfrage zufolge 72 Prozent der Befragten die Unterstützung der digitalen Transformation und des Geschäftswachstums als Hauptmotive für ihre die IT-Infrastruktur betreffenden Entscheidungen ("Digital Transformation: Impact on the Datacenter - Are You Ready?").

Dazu gehört laut den Analysten seit drei Jahren auf jeden Fall die Hybrid Cloud-Technologie, die deutlich gereift sei. Gleichzeitig hätten softwaredefinierte und hyperkonvergente Architekturen den in größeren Unternehmen für die IT-Infrastruktur in der Vergangenheit geltenden Status Quo in Frage gestellt und verändert. Als Antwort darauf sehen sich Firmen mit verschiedenen Aufgaben konfrontiert. Beispielsweise sind sie gefordert, eine Infrastrukturstrategie zu entwickeln und Überlegungen anzustellen, wie sie ihre Systemlandschaft aufstellen sollen, damit diese sowohl heutigen als auch zukünftigen Anforderungen genügt.

Technische Entscheidungsfreiheit

Dennoch haben Kunden oftmals das Gefühl, der Preis für technischen Fortschritt und moderne IT sei zunehmende Komplexität. Mit dem ThinkSystem-Portfolio an Servern, Speichern und Netzwerklösungen will Lenovo Kunden daher die Möglichkeit bieten, die eigene IT-Infrastruktur rationaler zu gestalten. Das führe zu einem höheren Service-Level von Rechenzentrums-Operationen, dies wiederum würde sich unmittelbar auf das Geschäftswachstum auswirken.

Gleichzeitig vertritt Lenovo die Überzeugung, dass Kunden nicht aus Furcht vor Herstellerabhängigkeit oder mangelnder technischer Skalierbarkeit dazu gezwungen sein sollten, sich bei ändernden Aufgabenstellungen zwischen verschiedenen Technologien entscheiden zu müssen. Das ThinkSystem-Portfolio sei so entwickelt worden, dass es nahtlos mit der in einem Unternehmen vorhandenen IT zusammenspiele. Somit seien bereits getätigte Investitionen geschützt und es bestehe keine Notwendigkeit, ein bestehendes Rechenzentrum komplett neu gestalten zu müssen. Immerhin verbände ThinkSystem "das Beste aus dem IBM-Erbe des "System x" mit dem "Lenovo Think Server", dessen Basis mehr als 150 x86-Server Rekord-Benchmarks weltweit stellen.

IT als Basis für Marktführerschaft

Das Lenovo ThinkAgile-Portfolio zielt zudem auf Agilität und Flexibilität, da Unternehmen heutzutage schnell datengesteuerte, umsetzbare Erkenntnisse für die Anpassung und Verfeinerung von Anwendungen zur Hand haben müssen. Nur so können sie sicherstellen, den Erwartungen von Kunden zu entsprechen - deren Zufriedenheit ist letztlich der Schlüssel, um sich Wettbewerbsvorteile in immer stärker umkämpften Märkten zu verschaffen. Die integrierten Lösungen sollen die Grundlage hierfür bilden, da sie die einfache Handhabung und Agilität von Cloud-Diensten böten, dabei aber die Kontrolle und Steuerungsfunktionen der lokalen IT beibehalten würde. Dadurch ließen sie sich jederzeit an neue oder veränderte IT- und Geschäftsanforderungen anpassen.

Ausgelegt auf unterschiedlichste Arbeitsanforderungen

Bei den ThinkAgile-Produkten handelt es sich um vorintegrierte und -gefertigte sowie vorab getestete Lösungen wie beispielsweise die Serie ThinkAgile SX für Microsoft Azure Stacks (siehe Abbildung). Diese könnten mit neuen und robusten für den Betrieb in Rechenzentren erforderlichen Merkmalen aufwarten. Hierzu würden neben einem automatischen Lifecycle-Management ebenso ein geringer Wartungsaufwand zählen, der nur wenige IT-Ressourcen beanspruche. Zusammengenommen resultiere dies in niedrigeren Gesamtbetriebskosten.

Das Lenovo ThinkAgile CX2200-System ist für den Microsoft Azure Stack gedacht und steckt in einem Rack mit 25 Höheneinheiten.
Das Lenovo ThinkAgile CX2200-System ist für den Microsoft Azure Stack gedacht und steckt in einem Rack mit 25 Höheneinheiten. (Bild: Lenovo)

Zudem habe Lenovo die ThinkSystem- und ThinkAgile-Produkte wie die HPC-Plattform "Think System SD530" so gestaltet, dass sie verschiedene Arbeitsanforderungen erfüllen und unterstützen können, wie sie bei der Analyse großer Datenmengen, beim High Performance Computing oder in großen Hyperscale-Umgebungen anfallen. Ebenso ließen sich Workloads wie künstliche Intelligenz beherrschen.

Das ThinkSystem SR950 ist für anspruchsvolle, unternehmenskritische Workloads konzipiert.
Das ThinkSystem SR950 ist für anspruchsvolle, unternehmenskritische Workloads konzipiert. (Bild: Lenovo)

Geschäftsentscheidende Workloads

Das Lenovo ThinkSystem SR950 ist für das In-Memory-Computing, das Zusammenspiel mit großen Transaktionsdatenbanken, ERP- und CRM-Systemen, die Ausführung von Batch- und Realtime-Analysen sowie virtuelle Server-Workloads konzipiert. Der vier Höheneinheiten in einem Rack belegende Server kann von zwei bis zu acht Intel Xeon-Prozessoren skalieren und sowohl von der Vorder- als auch der Rückseite gewartet werden.

Bei dem ThinkSystem SN850 handelt es sich um einen flexibel für viele verschiedene Aufgaben einsetzbaren Blade-Server.
Bei dem ThinkSystem SN850 handelt es sich um einen flexibel für viele verschiedene Aufgaben einsetzbaren Blade-Server. (Bild: Lenovo)

Neue Blades

Der Blade-Server ThinkSystem SN850 glänzt laut Lenovo insbesondere durch das Management, dank dessen viele verschiedene Workloads ausgeführt werden können. Bei steigenden Anforderungen soll ein bedarfsgerechter Ausbau möglich sein.

Neben dem Modell SB850 ist auch die Variante SN550 neu. Beide lassen sich in das vor fünf Jahren vorgestellte Lenovo FlexSystem-Chassis einbauen, das heute vier Intel Xeon-Prozessorgenerationen unterstützt und auch mit den neu angekündigten Modellen der Xeon Processor Scalable Family zurecht kommen soll. Darüber hinaus nimmt das Chassis sowohl Standard-Ethernet- als auch Fibre-Channel-Switches sowie SAS-/SATA- und NVMe-Laufwerke auf.

Das Lenovo ThinkSystem SD530 zeichnet sich durch eine hohe Dichte aus.
Das Lenovo ThinkSystem SD530 zeichnet sich durch eine hohe Dichte aus. (Bild: Lenovo)

Neuer Formfaktor

Eine sehr hohe Dichte prädestiniert das Modell Lenovo ThinkSystem SD530 für den Betrieb mit HPC-Anwendungen und den Einsatz in softwaredefinierten Rechenzentren. Für Lenovo ist das Modell zusammen mit dem D2-Chassis der Einstieg in den Bereich der 2U4N-Systeme, die derzeit aufgrund ihrer kompakten Größe stark gefragt sind. Das Design ist auf maximale Prozessorenleistung ausgelegt, erlaubt eine vergleichsweise flexible Bestückung mit Storage-Devices und kann verschiedene I/O-Module integrieren.

Unter dem Namen ThinkSystem DS bietet Lenovo verschiedene Storage-Lösungen an.
Unter dem Namen ThinkSystem DS bietet Lenovo verschiedene Storage-Lösungen an. (Bild: Lenovo)

Storage

Die Lenovo ThinkSystem DS-Produktfamilie umfasst Entry- und Midrange-All-Flash-Systeme sowie hybride SAN-Speicher. Nach Angaben von Lenovo zeichnet sich die Serie durch das beste Preis-Leistungsverhältnis in dieser Klasse aus. Die Einrichtung der Lösungen, die sich über eine graphische Benutzeroberfläche handhaben lassen und zudem eine 99,999-prozentige Verfügbarkeit böten, soll gerade einmal 15 Minuten erfordern.

Die für den Betrieb von Datenbanken vorgesehene Hardware fasst Lenovo unter der Bezeichnung ThinkSystem DB zusammen.
Die für den Betrieb von Datenbanken vorgesehene Hardware fasst Lenovo unter der Bezeichnung ThinkSystem DB zusammen. (Bild: Lenovo)

Die Datenbank-Server

Die für das Zusammenspiel mit Datenbanken entwickelte Lenovo-Hardware vermarktet das Unternehmen unter dem Namen Lenovo ThinkSystem DB. Die Lösungen unterstützen Gen 6 Fibre Channel, dies soll für eine hohe Performance, Netzwerkskalierung und Stabilität im Betrieb sorgen. Die Produkte folgen dem Pay-as-you-grow-Ansatz, will heißen, es lässt sich klein starten und bedarfsabhängig aufrüsten. Zudem lassen sich die Server sowohl in bestehende als auch neue Umgebungen integrieren.

Die Lenovo ThinkSystem Rack Switches.
Die Lenovo ThinkSystem Rack Switches. (Bild: Lenovo)

Rack-Switches

Des Weiteren führt Lenovo Ethernet-Switches im Programm. Der Hersteller bezeichnet sie als "offen" und "interoperabel", optimiert für virtualisierte Umgebungen und den Einsatz in hybriden Cloud-Rechenzentren. Netzwerktelemetrie kombiniert mit Lenovos SDN-Controller ermöglicht die Durchführung umsetzbarer Analysen, gewährt eine umfassende Sicht auf das Netzwerk und schafft die Basis für ein proaktives Management.

* Diesen Beitrag haben wir von unserem Schwesterportal DataCenter-Insider übernommen.

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