Der Umstieg auf das neue Apple-Betriebssystem sollte nicht leichtfertig forciert werden

Mac OS X Lion, der vielleicht Letzte seiner Art

16.08.2011 | Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Rainer Graefen

Mission Control und Launchpad sind die markantesten neuen Features in Mac OS X Lion, sie haben sogar eigene Tasten erhalten.

Wie versprochen, hat Apple im August das neue Betriebssystem Mac OS X Lion für den Macintosh auf den Markt gebracht. Für den Anwender gibt‘s vor und nach der Installation aber einige Überraschungen.

Zu Mac OS X Lion kommt man auf zwei Wegen: Entweder ist das Betriebssystem auf einem fabrikneuen Macintosh bereits installiert - zu erkennen an der Lion-Tastatur mit den neuen Symbolen für die Features Mission Control und Launch Pad - oder man führt auf einem älteren Mac ein Update durch.

Doch muss man sich spätestens jetzt von alten Gewohnheiten trennen: Noch wird Lion für 23,99 Euro ausschließlich über den Mac App Store vertrieben, eine Installations-DVD von Apple ist nicht erhältlich.

Entsorgungstradition

Nachdem Apple sich zuletzt von Bluray distanzierte, scheint das Unternehmen den optischen Datenträgern jetzt vollends abzuschwören und keine große Zukunft mehr zuzugestehen.

Solche einseitigen „Ressourcenkürzungen“ haben eine gewisse Tradition: Schon 1998 hatte sich das Unternehmen zum Verzicht auf ein Disketten-Laufwerk im allerersten iMac entschlossen. Das sorgte unter konservativen Anwendern anfangs für Bestürzung, da der iMac damit die altbwährte Floppy mit 1,4 Megabyte zum Altpapier degradierte.

Der zeitaufwändige Download von Mac OS X Lion dürfte auch nicht jeden freuen, der seinen Mac eigentlich zum Arbeiten benötigt. Doch Abhilfe ist bereits in Sicht: Etwas komfortabler als ein Download aus dem Mac App Store ist der Kauf eines USB-Sticks mit Mac OS X Lion für 59 Euro.

Den höheren Preis dürften vor allem Anwender mit einem langsamen Internet-Anschluss oder mit Mac OS X 10.5 (Leopard) gerne zahlen, die damit direkt und ohne Snow Leopard auf Lion (Mac OS X 10.7) upgraden können. Wann der Stick auch in Deutschland angeboten wird, ist jedoch noch offen.

Nicht mit allem kompatibel

Ist Lion erst einmal installiert, lässt sich das Betriebssystem auf dem neuen MacBook Air und dem Mac mini über eine Internet-Verbindung wiederherstellen. Ein MacBook Pro oder den iMac mit Lion muss man im Fehlerfall wohl bei einem Fachhändler abliefern, denn diese Hardware ist noch nicht für eine Online-Wiederherstellung vorbereitet.

Vorsichthalber sollte man als Besitzer dieser Produkte die Installations-Datei nach dem Download auf eine DVD oder USB-Stick speichern. Die Benutzung erlaubt Apple im Lizenzabkommen aber nur für den eigenen Rechner.

In der Historie des Macintosh kam es nur beim Wechsel des Prozessors, anfangs von Motorola, danach PowerPC und jetzt Intel, zu gravierenden Umstellungen. Mit Lion müssen sich aber auch Inhaber jüngerer Macs darauf einstellen, dass Lion nicht auf ihrem Rechner läuft oder dass alte Software mit Lion nicht mehr funktioniert.

So lässt sich Lion nur auf einem Mac mit einem Prozessor ab dem Intel Core 2 Duo auf Lion updaten, der bis 2007 verwendete Intel Core Duo reicht also für ein Download der Installations-Software nicht mehr aus.

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posted am 17.08.2011 um 09:20 von Storm


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