Smarter World Tour

NXP begibt sich auf Weltreise mit dem Internet der Dinge

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Rainer Graefen

NXP Smarter World Tour: Mit einem 36-Tonner Doppeldecker-Truck fährt NXP in den nächsten Monaten durch Europa, um zusammen mit Eventpartnern in einer mobilen Ausstellung 138 Vernetzungs- und IoT-Lösungen zu präsentieren.
NXP Smarter World Tour: Mit einem 36-Tonner Doppeldecker-Truck fährt NXP in den nächsten Monaten durch Europa, um zusammen mit Eventpartnern in einer mobilen Ausstellung 138 Vernetzungs- und IoT-Lösungen zu präsentieren. (Bild: NXP)

Nach der Fusion mit Freescale drängt NXP auf eine Vormachtstellung im Halbleitermarkt. Cybersecurity, Automotive-Vernetzung und Smart Devices sollen der Schlüssel zur Spitzenposition werden.

Durch den Zusammenschluss mit Freescale ist das aus dem Halbleiterbereich von Philips hervorgegangene NXP zum größten Chiphersteller Europas aufgestiegen. Weltweit zählt das Unternehmen zu den fünf größten Halbleiteranbietern.

Doch das ist nicht genug – nach der Fusion hat das Unternehmen nun seine Ziele für 2016 angekündigt. Speziell für die Zukunft des wachsenden Internet of Things (IoT) sieht man sich bestens gerüstet.

Derzeit liege man etwa bei den umsatzstärksten Mikrocontrolleranbietern an zweiter Stelle, verkündete Geoff Lees hinsichtlich der Pläne für 2016. Lees war als General Manager der Mikrocontroller-Sparte 2011 von NXP zu Freescale gewechselt, nun kehrte er durch den Merger wieder an seine alte Heimstatt zurück – und zeigt sich kampfeslustig.

„Wir haben uns zum Ziel gemacht, weiterhin schneller als der Markt zu wachsen“, kündigte Lees an. Mit dem gemeinsamen Portfolio aus NXP und Freescale sei man bestens gerüstet, um bald schon zur neuen Nummer 1 im Markt aufzusteigen.

Generell liege die Zukunft des Marktes - und damit die Pläne für NXP - in drei Bereichen begründet: Automotive-Vernetzung, Cybersecurity und Smart Devices. Im Automotive-Bereich sei man der Konkurrenz schon deutlich voraus, verkündete Maurice Geraets, Senior Director Business Development Automotive bei NXP, selbstsicher. Für 2016 sei daher das Ziel, den nächstgelegenen Konkurrenten um 50 Prozent zu übertreffen.

Um dieses hochtrabende Ziel zu erreichen, möchte NXP die erste Firma sein, die das „sichere vernetzte Auto“ (Secure Connected Car) gewährleistet. Die Automotive-Vernetzung soll weit über die bestehenden ADAS- oder Infotainment-Systeme hinausgehen. Auto-zu-Auto bzw. Auto-zu-Infrastruktur-Vernetzung sind die Trends, auf die man sich weiter fokussieren möchte.

Im vernetzten Auto soll es möglich sein, im Smart Grid einer vernetzten Stadt auch in unübersichtlichen Kurven vorzeitig zu erkennen, wenn einem etwa ein Auto auf der eigenen Spur entgegenkommt - permanente Kommunikation in Echtzeit mache dies möglich. Die Expertise aus RF- und Automotive-Halbleitern verschaffe NXP hier laut Geraets einen deutlichen Vorsprung zur Konkurrenz.

Security steht bei der neuen NXP ebenfalls ganz hoch im Kurs. Die Sicherheitsvorfälle der Vergangenheit, wie die Jeep-Sicherheitshacks, haben die Branche sensibilisiert, sagte Mathias Wagner, Senior Fellow Security Technologist bei NXP.

In der Vergangenheit habe man zwar hinsichtlich Sicherheit viele Fehler gemacht, aber inzwischen die richtige Schlüsse gezogen. Für Kunden will NXP künftig ein Sicherheitspartner sein, dem man volles Vertrauen schenken kann. Das Ziel, so Wagner, ist: „Wir müssen den Kunden schon im Vorfeld darauf aufmerksam machen, wenn Sicherheitsmängel in seinem Produkt existieren“.

In herkömmlichen Lösungen ist es oft kaum möglich, Sicherheitslücken im Nachhinein zu patchen. Daher sei das Thema Sicherheit im noch jungen Internet der Dinge eine große Chance, die man aufgreifen müsse, meint Wagner. Es bestehe jetzt die Chance, ein von Grund auf Sicheres verteiltes und vernetztes System zu schaffen.

Den Hackern im Internet der Dinge soll keine Chance gegeben werden, mit der "Eroberung" eines Bestandteils des Sicherheitskonzepts gleich Zugriff auf das Gesamtsystem zu erhalten. Gleichzeitig muss das System flexibel genug gestaltet sein, um erkannte Sicherheitslücken schnell und nachhaltig zu reparieren. Diese Sicherheit soll für alle vernetzten Bereiche gelten.

Mit drei Trucks auf Produktschau-Welttournee

Innenansicht der mobilen NXP-Ausstellung: Auch Partnerprojekte wie das BBC microBit sowie Lösungne von Kooperationen mit Arrow, EBV oder Green Hills werden gezeigt.
Innenansicht der mobilen NXP-Ausstellung: Auch Partnerprojekte wie das BBC microBit sowie Lösungne von Kooperationen mit Arrow, EBV oder Green Hills werden gezeigt. (Bild: NXP)

Um die eigenen Plänen ordentlich in Szene zu setzen, hat NXP die "Smarter World Tour" gestartet. In einem zweistöckigen 36-Tonner-LKW präsentiert das Unternehmen zusammen mit einer Reihe von Partnern über 130 IoT-Produkte und -Lösungen als mobile Ausstellung. Bereits im Dezember startete ein Truck anlässlich des Mergers mit Freescale in den USA.

Im Januar hat nun auch ein Fahrzeug in Europa die Fahrt aufgenommen. Die Europatournee beginnt in Frankreich und setzt sich in Italien fort, ehe sie sich im Februar dann auch nach Deutschland kommt.

Die zum Tourbeginn gezeigten 138 Connected Devices stammen aus verschiedenen Anwendungsbereichen der IoT-Palette von NXP, darunter auch übernommene Produkte aus dem Freescale-Portfolio sowie neue Lösungen auf Basis der Kinetis-Plattformen.

Gezeigt werden Demonstrationen zu sicherer Automotive-Vernetzung, Smart City & Energy, Smart Networks sowie sichere mobile, medizinische und Wearable-Anwendungen. Alle sechs bis zwölf Wochen soll die gezeigte Produktpalette aktualisiert werden, um stets den neuesten Stand des NXP-Portfolios im Bereich des Internet der Dinge zu repräsentieren.

Ebenso als Teil der Smarter World Tour sind die NXP Partner Arrow, EBV, Green Hills Software, Siliva und Farnell vertreten, die Lösungen und Anwendungen auf Basis von NXP- (bzw vormaligen Freescale-) Produkten demonstrieren.

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