Online-Umfrage zum CeBIT-Kompendium „Backup & Recovery“ von Storage-Insider.de, Teil 7

Object Storage erweitert die Grenzen von klassischen Dateisystemen und Tape-Archivierung

| Autor / Redakteur: Stephane Estevez / Rainer Graefen

Stephane Estevez, Senior Product Marketing Manager EMEA/APAC bei Quantum
Stephane Estevez, Senior Product Marketing Manager EMEA/APAC bei Quantum (Bild: Quantum)

Viele glauben, die Cloud ersetzt Speichertechnik. Die Antworten von Stephane Estevez auf unsere Umfrage zeigen, dass auch in der Cloud die aufwärtsstrebende LTFS-Bandtechnik zum Einsatz kommen könnte, und ob die objektorientierte Speicherung eine Alternative zur Cloud wird, ist weitgehend unklar.

Bei Quantum ist derzeit eine gute Bodenhaftung zu erkennen. Bestehende Backup-Funktionen wie Vmpro werden systematisch ausgebaut und bringen mit der Erweiterung um Q-Cloud neue Backup- und Recovery-Fähigkeiten auf die "Strasse".

Und bei den Enterprise-Produkten integriert Stornext neue Ansätze wie Objektspeicher in das Dateisystem, um den globalen Zugriff auf riesige Datenmengen zu erleichtern. Aus der ehedem langweiligen Versicherungspolice Backup entwickelt sich so langsam ein Innovationsmotor für den hochverfügbaren Datenzugriff.

Warum sind Backup-Konzepte wie GFS (Grandfather-Father-Son) oder Tower of Hanoi heutzutage nicht mehr sinnvoll anzuwenden?

GFS oder ein komplexeres Tower of Hanoi sind traditionelle Backup-Methoden. Sie wurden eingesetzt, als Tape noch das wichtigste Medium war, um Daten zu sichern. Mit VTL und Deduplizierung sinkt deren reale Anwendbarkeit jedoch deutlich, da Unternehmen ihre Backups direkt auf Disk sichern können.

Studien zeigen: Die meisten Daten-Wiederherstellungen werden direkt in der ersten Woche ausgeführt, nachdem die Daten verloren gegangen sind. Als Ergebnis davon, findet die Mehrheit der Restores jetzt von Disk statt. Unternehmen migrieren ihre Daten oft noch auf Tape, um ihre Daten langfristig und sicher zu speichern. Weil Disk jedoch für die primäre Datensicherung genutzt wird, sind die alten Modelle der Backup-Medienrotation inzwischen weniger relevant.

Ein weiterer Faktor, der die Regeln der Datensicherung maßgeblich verändert, ist die Virtualisierung. Ein Hypervisor abstrahiert die Hardware-Basis und ermöglicht es Kunden im Disaster Recovery-Fall flexibel zu bleiben. Außerdem verhilft Virtualisierung zu höherer Verfügbarkeit und Fehlertoleranz.

Kontinuierliche Snapshots oder differenzielle Images scheinen das Backup-Konzept für moderne IT-Umgebungen zu sein. Stimmt das, oder zeichnen sich Alternativen ab?

Kontinuierliche Snapshots sind gute Lösungen für eine sofortige Wiederherstellung. Allerdings arbeiten sie auf der primären Storage-Ebene, und verbrauchen dementsprechend viele Ressourcen (I/Os), die die Produktionsumgebung negativ beeinflussen.

Das kann insbesondere in virtuellen Infrastrukturen ein Problem sein. Wenn der primäre Speicher ausfällt, fällt auch der Snapshot aus; und wenn der Snapshot beschädigt ist, ist auch keine Wiederherstellung möglich.

Wer sein System nach einem Totalausfall wiederherstellen möchte, für den sind Snapshots für die Remote-Site-Replikation oder langfristige Datenaufbewahrung keine gute Lösung. Differenzielle Images sind ein besserer Ansatz für die Auslastung von Ressourcen und geringerer Bandbreitennutzung. Sie sind hervorragend für die Sicherung von Daten und virtuellen Maschinen geeignet, jedoch weniger für Datenbanken.

Die ideale Alternative gibt es heute aber noch nicht – denn sie müsste ein Backup für Anwendungen auf Block-Ebene inklusive Datenbank bieten. Und das ist heute noch zu komplex, aufgrund der Vielzahl an Anwendungsfällen: von verschiedenen Betriebssystemen bis zu unterschiedlichen Anbietern von Datenbanken.

Ein hybrider Ansatz macht Sinn, wenn man traditionelle Voll-Backups verwendet für Anwendungen wie Datenbanken, kontinuierliche Snapshots oder differenzielle Images für Daten und VMs. Natürlich kann man schlicht den traditionellen Ansatz verbessern, indem man Deduplizierung und Replikation voll ausschöpft, um Daten langfristig zu sichern, das Disaster Revovery zu planen, Bandbreitennutzung zu verbessern, und das Backup-Fenster zu verkleinern – beispielsweise in Verbindung mit differenziellen Images.

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