„Datability“ und Enterprise Search

Postfächer sind keine Wissensspeicher

| Autor / Redakteur: Daniel Fallmann / Nico Litzel

Der Autor: Daniel Fallmann ist Gründer und Geschäftsführer der Mindbreeze GmbH.
Der Autor: Daniel Fallmann ist Gründer und Geschäftsführer der Mindbreeze GmbH. (Bild: Mindbreeze)

In ihrer Dissertation „Informationen verzweifelt gesucht“ hat Jutta Bertram analysiert, wie Unternehmensdaten in einem typischen Mittelstandsland wie Österreich organisiert sind. Um es kurz zu machen: Es ist schlimmer als gedacht. So werden etwa Mailpostfächer als einer der zentralen Wissensspeicher im Unternehmen genannt, was wenig zielführend scheint.

Angesichts der täglich wachsenden E-Mail-Flut kommt kaum ein Mitarbeiter dazu, wichtige Nachrichten von unwichtigen zu trennen und sie in eine Struktur zu bringen, die produktives Arbeiten erleichtert oder erst ermöglicht.

Ein weiterer Hemmschuh in Sachen Datenmanagement sind die Informationssilos, die sich entlang der Abteilungsgrenzen gebildet haben. Klassisches Beispiel aus der Fertigungsbranche: Das Produktionsressort baut mit Eifer eine Maschine – viele Monate nach der Entscheidung der Marketing- oder Vertriebsabteilung, diesen Maschinentyp einzustellen. Hier weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut.

Welche Folgen die Entwicklung einer Maschine hat, die niemand braucht, ist leicht nachzuvollziehen. Was es bedeutet, etwa Postfächer als Wissensspeicher zu verwenden, kennt man meist aus eigener Erfahrung: Man sucht, sucht und sucht. Bertram beziffert den täglichen Zeitaufwand für die Suche nach relevanten Informationen folgendermaßen: 45 Prozent nutzen dafür bis zu 15 Minuten, 40 Prozent bis zu einer halben Stunde, zwölf Prozent sogar bis zu einer Stunde.

Höherer Zeitaufwand in der Industrie

Signifikant ist, dass die Industrie generell mehr Zeit für die Informationssuche aufwendet als die Dienstleistungs- oder Handelsbranche. Unternehmen bis 200 Computerarbeitsplätzen tun sich beim Auffinden benötigter Daten tendenziell leichter als Firmen mit über 1.000 Clients.

Die diesjährige CeBIT hat als Motto das Kunstwort „Datability“ gewählt, das sich aus den Teilen „Data“ – hier ist „Big Data“ gemeint – und „Ability“ – also „Fähigkeit“ – zusammensetzt. Die Bedeutung dieses Begriffs auf den Punkt gebracht: Daten, die irgendwo in einem E-Mail-Attachment oder einem Abteilungssilo unbeachtet schlummern, sind nutzlos. Erst der richtige Umgang mit diesen Daten verleiht ihnen den angemessenen Wert. Eine auf den ersten Blick profane Erkenntnis, die jedoch weitreichende Konsequenzen hat. Denn der richtige Umgang will erst gelernt sein.

Die CeBIT-Veranstalter, die den Begriff Datability in die Diskussion eingeführt haben, verknüpfen damit vor allem die Aspekte „Sustainability“, also Nachhaltigkeit, sowie „Responsibility“, sprich der verantwortungsvolle Umgang mit den Daten, und kommen damit auf folgende Definition von Datability: „die Fähigkeit, große Datenmengen in hoher Geschwindigkeit verantwortungsvoll und nachhaltig zu nutzen.“

Ergänzendes zum Thema
 
Mindbreeze

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