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Datenwachstum und virtuelle Maschinen haben ein Storage-Segment extrem belebt – das Backup und selbstredend auch die Umkehrung der Datensicherung, also die Wiederherstellung der Daten von Disk oder Tape.

Für Neulinge in der Terminologie von Backup & Recovery haben wir die diversen Teilprozesse möglichst präzise erläutert, die Profis werden sicherlich in den Beschreibungen viele Details finden, die ihnen neue Sichtweisen eröffnen.


Ich bin mir sicher, dass wir noch viele Begriffe in unserem Lexikon „Backup & Recovery virtueller und physischer Maschinen“ ergänzen müssen. Schreiben Sie an Rainer Graefen wenn Sie selber gerne einen Begriff erklären wollen oder wenn Sie einen vermissen.

Ihr Rainer Graefen
Chefredakteur Storage-Insider.de
 
Diese Begriffe von "Schnelle Daten" bis "Test" sollten Sie kennen.

Schnelle Daten, langsame Daten: Auch wenn viele das Tape als Backup-Medium immer wieder aufs Neue abschreiben und es gerade noch für Archivierungszwecke gelten lassen, für schnelle Daten, und das sind Datenbankdaten, gibt es nichts effizienteres als Tape. Mit einem modernen Tape kann man heutzutage 240 MByte Daten pro Sekunde „wegschaufeln“.


Sharepoint: Immer mehr Dokumente werden in Sharepoint-Umgebungen aufbewahrt. Der Backup-Operator muss hier die Abhängigkeiten berücksichtigen, da Sharepoint aus einem Portal-, einem Application- und einem Datenbankserver besteht. In einer größeren Umgebung sind Portal- und Application-Server auf einem Rechner installiert, der Datenbank-Server ist eventuell auf anderen Servern geclustert. Die Sharepoint-Integration der Backup-Software muss Farm-aware sein. Eine diskrete Sicherung der einzelnen Farmbestandteile ist möglich, benötigt aber viel Aufwand bei einem Restore, um die voneinander abhängigen Komponenten wieder in einen konsistenten Zustand zu bringen. Ein Farm-aware Client kann diese Aufgabe erleichtern. Der Tivoli Storage Manager, TSM, z.B. erlaubt dem Site-Manager, einzelne Dateien zurückzuspielen.


Snapshot, Clone, Point in Time Copy: Wie man ein Foto von einer Person machen kann, so kann man auch von einem Speichersystem einen Schnappschuss machen. Beide zeigen ein Abbild aus der Vergangenheit. Ein Unterschied von Foto und Snapshots ist, dass man zu dem vergangenen Zustand des Speichersystems zurückkehren und auf dieser Basis wieder weiterarbeiten kann.


Snapshot der Speicherfestplatte: Moderne, durch einen Controller gesteuerte Speichersysteme sind in der Lage, selbst einen Schnappschuss von einer LUN anzufertigen. Diese LUN-Kopie kann man einem Backup-Server präsentieren, der dann alle Daten über ein FC- oder iSCSI-SAN abholen kann. Dadurch sind weder ESX-Server noch das produktive LAN mit Datentransfers belastet. Das gilt auch für Raw-Devices.


SMB-Protokoll: der immer wieder restaurierte Ursprung aller CIFS-Varianten. Über SMB oder SAMBA bei Linux lassen sich Netzwerk-Shares einrichten. Im Windows Server 8 wird diese Funktionalität auf VHD(X)-Dateien erweitert, sodass dort dann auch der Disk Storage virtueller Maschinen abgelegt werden kann. Da diese Funktion unternehmenskritisch ist, arbeitet Microsoft an der Cluster-Fähigkeit der SMB-Freigaben.


SSD, Solid State Disk: Für eine Beschleunigung des File-Backups helfen die schnellen Halbleiterfestplatten nicht. Der limitierende Faktor bleibt das Filesystem, das möglichst flach angelegt sein sollte.


Stream, Datenstrom: Beim Backup arbeitet man nicht wie bei Netzwerkverbindungen mit Paketen. Eine Empfangsbestätigung würde die Datensicherung erheblich verzögern. Stattdessen nutzt man die gesamte Bandbreite der Verbindungsstrecke und signalisiert dem Empfänger, dass eine große Datenmenge geschickt wird. Der Empfänger prüft mit Paritätscheck am Empfangsort die Korrektheit der Übertragung.


Synthetisches Vollbackup: Bei diversen Sicherungsverfahren, z.B. incremental forever, gibt es kein wöchentliches Vollbackup. Stattdessen kann die Backup-Software einen sogenannten View über einen logisch zusammenhängenden Backup-Bereich legen. Die Software kann alternativ die vielen einzelnen Backup-Bestandteile zu einem synthetischen Vollbackup auf einer Festplatte zusammenbauen.


Synchroner Spiegel: Über zwei voneinander unabhängige Netzwerkpfade werden Daten auf zwei entfernt voneinander stehende Speichersysteme geschrieben. Der Hardware-Ausfall in dem einen Zweig kann durch das Zweitsystem kompensiert werden. Nachteil: Logische Fehler und Viren werden immer sofort auf beide Systeme übertragen.


Test: Wann haben sie das letzte Mal getestet, ob sich Dateien einer oder mehrere Services wiederherstellen lassen? Mittels Servervirtualisierung und der Umwandlung von physischen Images auf virtuelle Maschinen sollte sich diese unangenehme Frage in Zukunft viel leichter mit einem „vor Kurzem“ beantworten lassen.