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Datenwachstum und virtuelle Maschinen haben ein Storage-Segment extrem belebt – das Backup und selbstredend auch die Umkehrung der Datensicherung, also die Wiederherstellung der Daten von Disk oder Tape.

Für Neulinge in der Terminologie von Backup & Recovery haben wir die diversen Teilprozesse möglichst präzise erläutert, die Profis werden sicherlich in den Beschreibungen viele Details finden, die ihnen neue Sichtweisen eröffnen.


Ich bin mir sicher, dass wir noch viele Begriffe in unserem Lexikon „Backup & Recovery virtueller und physischer Maschinen“ ergänzen müssen. Schreiben Sie an Rainer Graefen wenn Sie selber gerne einen Begriff erklären wollen oder wenn Sie einen vermissen.

Ihr Rainer Graefen
Chefredakteur Storage-Insider.de
 
Diese Begriffe von "Treewalk" bis "VMware Data Recovery" sollten Sie kennen.

Treewalk: Bei diesem Vorgang guckt das Backup-Programm, was denn alles zu sichern ist. Bei 10.000 Dateien ist das kein größerer Zeitaufwand. Handelt es sich jedoch um einige Millionen Dateien, dann ist schon dieser erste Schritt sehr zeitaufwändig. Da Dateien unterschiedlichster Größenordnung in den Verzeichnissen abgelegt werden, sind Datentransferraten von 20 MByte/s schon ziemlich gut, andererseits aber vollkommen unzureichend für ein schnelles Backup. Nur mit Multistreaming lässt sich dann ein ausreichender Datennachschub für moderne Streamer erzeugen.


Trunk: Backup-Server sind in vielen Fällen mit zwei Netzwerkkarten mit je zwei Ports ausgestattet. Diese vier Leitung lassen sich per Software-Treiber zu einem sogenannten Trunk, einer logischen Verkopplung aller Leitungen, verbinden, der bei je 1 GBit/s einen Datendurchsatz von 320 MByte pro Sekunde zulässt. Diese Leistung lässt sich vermutlich nur mit Datenbankdateien, keinesfalls aber mit Fileserver-Dateien umsetzen.


Unified Remote Access: eine für Windows Server 8 geplante Funktion, die VPN und WLAN koppeln soll. Die lokal laufende VM ließe sich so ohne weitere Konfiguration auf einen zweiten Server verschieben – unter Beibehaltung der lokalen IP-Adresse.


VAAI, vSphere APIs für Array Integration: eine Programmierschnittstelle, die seit vSphere 5 für die bessere Anbindung von Storage-Arrays an virtuelle Maschinen sorgt. Beim Clonen einer virtuellen Maschine sorgt der ESX-Server dafür, dass nicht jede einzelne binäre Null an das Speichersystem übertragen werden muss, sondern nur der binäre Wert mit der Anzahl an Wiederholungen, z.B. schreibe 10.000-mal die „Null“. Das reale Schreiben erledigt dann das für VAAI-spezifizierte Array.
Eine weitere Möglichkeit von VAAI verbessert die Performance bei einem Snapshot, da jetzt nicht mehr die gesamte LUN gesperrt wird, sondern nur einzelne Blöcke, Der Zugriff einer Anwendung auf die LUN wird somit nur noch in wenigen Fällen blockiert.


VHD, virtuelle Harddisk: Bezeichnung von Microsoft für den Ablageort für virtuelle Festplatten. Der präferierte Ort dafür waren bislang lokal installierte Festplatten oder Cluster Shared Volumes (CSV). Der Ablageort wird in Zukunft auf Netzwerkfreigaben erweitert.


Vollsicherung; Voll-Backup: Ein Kopiervorgang, der alle Daten des zu sichernden Systems umfasst. Da dies lange dauern kann, ist das Wochenende mit seinem längerem Backup Window der bevorzugte Termin für diese Arbeit.


Virtueller Switch: Virtuelle Maschinen verbinden sich per virtuellem Switch mit dem realen Netzwerk. In Windows Server 8 wird Microsoft dies um Filterfunktionen ergänzen, sodass sich Bandbreitenbegrenzungen einstellen lassen. Außerdem wird DHCP- und Router-Advertisement-Traffic ausgefiltert.


VTL, Virtual Tape Library: Eine VTL ist die Emulation einer Bandbibliothek. Vorteil: Der Host sieht eine normale Library und kann diese, wie gewohnt, als Ziel eines Backup-Jobs angeben. Zusammen mit Deduplizierung kann man die Datenmenge auf der VTL oder dem D2D-System konzentrieren. Mit solchen Appliances lassen sich dezentrale Datensicherungen mit geringerem Aufwand zur Zentrale übertragen und dort konsolidieren.


VMFS, Virtual Machine File System: Konventionelle Dateisysteme gewähren jeweils nur einem Server den Lese-/Schreibzugriff auf eine bestimmte Datei. VMware vStorage VMFS ist dagegen ein Cluster-Dateisystem, das von den Vorteilen eines gemeinsam genutzten Storage-Systems profitiert und es mehreren Instanzen von VMware-ESX ermöglicht, parallel im selben Storage zu lesen und zu schreiben.
[[Das VMware VMFS (Virtual Machine File System) unterstützt Filesystem-Größen von mehr als 2 TB. Allerdings ist es dazu erforderlich, mehrere RAID-Volumes (von denen jeweils maximal 2 TB minus 512 Byte genützt werden können) als sogenannte VMFS Extends zusammenzufassen. [[Umschrieben]]

Falls Sie etwa ein VMFS mit 3 TB nutzen möchten, erstellen Sie auf dem RAID-System dazu z.B. zwei RAID-Volumes mit jeweils 1,5 TB. Diese beiden RAID-Volumes fassen Sie dann als zwei Extends? zu einem VMFS mit 3 TB zusammen.


VMware Data Recovery 2.0, VDR 2.0: Integration von Datenbanken soll besser sein.