Definition

Was versteht man unter HSM

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Das Management der Datensicherung und Archivierung.
Das Management der Datensicherung und Archivierung. ( crescendo - Fotolia.com)

Bei HSM, dem hierarchical Storage Management, handelt es sich um einen richtlinienbasierten Prozess der Datenmigration und Datenauslagerung. Ziel ist es teuren Speicherplatz von älteren, nicht genutzten Dateien zu befreien, diese aber durch Stubs so mit dem preiswerteren Speicherplatz zu verknüpfen, dass sie jederzeit mit einem gewissen Zeitaufwand wiederhergestellt werden können.

Obwohl HSM auf einem Standalone-System realisiert werden kann, findet man diese Technik häufiger im verteilten Netzwerk eines Unternehmens. HSM benutzt unterschiedliche Speicherklassen wie RAID (Redundant Array of Independent Disks), Nearline-Speichersysteme und Bandbibliotheken, um die Kosten der Lagerung von Daten zu optimieren.

Meist werden Richtlinien angewandt, die Daten verschieben, wenn diese längere Zeit nicht mehr benutzt worden sind. Da im Dateisystem sogenannte Stubs (Pointer) verbleiben, die wenig Platz benötigen, sind die Daten für alle Anwender weiterhin im Zugriff.

Allerdings verursacht die Verschiebung auf langsamere und teilweise offline gelagerte Medien längere Wiederherstellungszeiten. Andere Richtlinien können auch die Verlagerung abhängig vom Füllgrad des Primärsystems oder dessen Antwortzeiten betreffen.

HSM steckt in ILM und Tiered Storage drin

Man könnte HSM als den Grundgedanken einer ganzheitlichen Datenspeicherung sehen. Alle im Unternehmen erzeugten Daten sollen zugreifbar sein. Der Kostengesichtspunkt, der aus dem Mainframe-Umfeld stammenden Technik, hat sich in späteren Jahren in eine Theorie über den Wert der Daten verwandelt und wurde als Information Lifecycle Management (ILM) neu vermarktet.

Inzwischen ist der Grundgedanke von HSM auf eine automatisierte Verschiebetechnik namens Autotierung geschrumpft worden. Dabei werden "heiße" Datenblöcke auf dem schnellsten Speichermedium vorgehalten, die "kalten" Datenblöcke auf dem preiswertesten.

Mit dem Aufkommen der Datenlagerung in der Cloud stellt sich für Administratoren das Problem der Wiederfindbarkeit von Daten auf einer höheren Stufenleiter. Ideell gelöst scheint diese Dauermigration von Daten in der Technik des Tieres Storage. Ungeklärt sind allerdings viele Details wie dies auch schon bei ILM der Fall war, wie das Löschen von Dateien auf einer Speicherstufe auch an Filesysteme, Speicherspiegel oder Caches weitergereicht werden kann.

HSM im Speichermodul

Die neueste Variante des HSM-Konzept ist in Hybrid-Dimms zu finden. Dabei werden DRAM und Flash-Speicher in einem Speichermodul miteinander kombiniert. Das DRAM dient nur noch als Cache, das NAND-Flash quasi als Ersatz für den Hauptspeicher.

Die beiden Speicherkomponenten kommunizieren mit sehr kurzen Zugriffszeiten über das NVMe-Protokoll miteinander, so dass sichergestellt ist, dass veränderte (dirty) Cache-Inhalte innerhalb des Moduls weggeschrieben und Datenzugriffe auf den Flash-Teil möglichst schnell bereitgestellt werden.

2017 will Hersteller Netlist in Kooperation mit Samsung Hybrid-DIMMs mit 32 GByte DRAM und 1 TByte Flash auf den Markt werfen.

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