Nachholbedarf beim Backup

Tückischer Datenverlust im Mittelstand

| Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Rainer Graefen

Eine Studie belegt, dass Datenverluste in KMUs oft durch die Mitarbeiter entstehen.
Eine Studie belegt, dass Datenverluste in KMUs oft durch die Mitarbeiter entstehen. (Infografik: Skopos)

Technischer Defekt oder Absicht? Dass Daten plötzlich fehlen, kann mehrere Gründe haben. Oft steckt sogar der Chef dahinter. Eine Studie im Mittelstand brachte dazu ganz überraschende Einsichten.

Die Festplatte einmal auszumisten, kann nicht schaden. Sogar Vorgesetzte fordern ihre Mitarbeiter bisweilen auf, gespeicherte Datenbestände zu löschen. Konkret: Fast jeder fünfte Mitarbeiter in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), so eine Studie von Skopos, hat bereits Firmendaten auf Anweisung eines Vorgesetzten beseitigt.

Im Auftrag von Mozy, einem Provider mit Lösungen zum Online-Backup, hat Skopos 100 Mitarbeiter und Geschäftsführer von Unternehmen mit 50 bis 250 Mitarbeitern für die Studie „Datenzerstörung im Mittelstand“ befragt. Die Untersuchung sollte ermitteln, welche Relevanz der Datenverlust im Mittelstand hat und welche Maßnahmen Firmenchefs dagegen ergreifen.

Das sind doch meine Daten

Während technische Defekte durch IT-Lösungen theoretisch vermeidbar sind, schafft die absichtliche Datenlöschung größere Probleme. So waren fast 40 Prozent der befragten Mitarbeiter der Auffassung, dass sie als Urheber der Informationen berechtigt wären, ihre Daten zu löschen. Dabei trat diese Einstellung bei Mitarbeitern ohne Personalverantwortung seltener auf als bei leitenden Angestellten.

Erschreckend auch der Kenntnisstand über die rechtlichen Aufbewahrungsfristen für Datenbestände. Dabei wussten zwei Drittel der Mitarbeiter ohne Personalverantwortung am wenigsten über Fristen und rechtliche Auflagen. Positiv: Wer die Rechtslage kennt, hält sich fast ausnahmslos auch daran. Immerhin sind Führungskräfte unter Umständen für den auftretenden Datenverlust haftbar.

Rechtslage sollte geschult werden

Eigentlich müssten sich die Geschäftsführer und leitenden Angestellten kleiner und mittelständischer Firmen bemühen, den Verlust betrieblicher Informationen im Vorfeld zu verhindern. Bewährt haben sich Schulungen, die Ernennung von Datenschutzbeauftragten oder der Aufbau automatisierter Backup-Systeme, gerade auch für mobile Mitarbeiter.

Der Aufwand kann sich lohnen, denn gerade in kleineren Unternehmen kann es recht aufwändig werden, die gelöschten Datenbestände wiederherzustellen. Gehandelt wird aber oft, wenn es schon zu spät ist: Erst ein größerer Datenverlust veranlasst ein Fünftel der Geschäftsführer, sich zur Datensicherheit schulen zu lassen, so die Studie von Skopos weiter. Ein Drittel der Manager entwickelte nach einem erheblichen Datenverlust eine neue Backup-Strategie.

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