Gefahr für die Datensicherheit

Unternehmen gehen zu locker mit „Bring your own device“ um

| Redakteur: Nico Litzel

Nur knapp 50 Prozent aller Unternehmen verfügen über Richtlinien zur beruflichen Nutzung privater Geräte.
Nur knapp 50 Prozent aller Unternehmen verfügen über Richtlinien zur beruflichen Nutzung privater Geräte. (Grafik: Acronis)

Viele mittelgroße und große Unternehmen setzen ihre kritischen Daten einem Risiko aus, da sie keine Richtlinien zur Nutzung privater Geräte aufgestellt haben. Das öffne Diebstahl, Korruption, Hackerangriffen und Malware Tür und Tor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Acronis und dem Ponemon Institute

Viele Unternehmen setzen ihre kritischen Daten einem Risiko aus, da sie das Thema „Bring your own device“ (BYOD) vernachlässigen und keine Richtlinien zur Nutzung privater Geräte im Unternehmen aufstellen. Laut der Studie „Acronis 2013 Data Protection Trends Research“ verfügen 44 Prozent der deutschen Unternehmen über keine BYOD-Richtlinie. Von den übrigen 56 Prozent gaben rund zehn Prozent an, Ausnahmen für das Management zu machen, das allerdings für gewöhnlich auf die sensibelsten Daten zugreift.

Unternehmen liefen dadurch zunehmend Gefahr, Daten zu verlieren oder in Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Compliance-Vorgaben zu geraten, folgert die Studie. Dennoch steht Deutschland im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht dar. Im Durchschnitt haben weltweit rund 60 Prozent der Unternehmen keine Richtlinien, in Frankreich liegt die Zahl sogar bei 70 Prozent.

Mangelnde Aufklärung von Mitarbeitern

Weiteres Ergebnis der Studie: Rund 30 Prozent der Unternehmen verbieten generell den Zugriff von privaten Geräten auf das Unternehmensnetzwerk. Diese Einstellung ist in allen untersuchten Ländern ähnlich verbreitet. Große Lücken klafften auch in Sachen Training: 81 Prozent der deutschen und fast 80 Prozent der internationalen Mitarbeitern werden von ihren Arbeitgebern über die Risiken von BYOD für die Datensicherheit nicht ausreichend informiert.

Einfachste Sicherheitsmaßnahmen werden vernachlässigt

Die Studie hat ebenfalls ergeben, dass nur rund jedes dritte Unternehmen in Deutschland (35 Prozent) für private, aber beruflich genutzte Geräte weder Kennwörter noch Tastensperren fordert. Auch beim Fernlöschen von Geräten gebe es noch Nachholbedarf: Nur 30 Prozent nutzen diese Funktion, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Im internationalen Vergleich sei diese Zahl noch geringer.

Gefahr durch Dropbox & Co.

Unternehmen unterschätzen darüber hinaus die Risiken öffentlicher Clouds. Fast jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) hat auch zur Nutzung von Dropbox und vergleichbaren Angeboten keine Richtlinie. Auch hier steht Deutschland im internationalen Vergleich verhältnismäßig gut da: Im internationalen Durchschnitt haben rund zwei Drittel der Unternehmen (67 Prozent) keine solche Richtlinie. Auch beim Training im Umgang mit Public Clouds hinken 76 Prozent der deutschen Unternehmen hinterher (international 80 Prozent).

IT-Manager fürchten die Integration von Macs

69 Prozent der deutschen Unternehmen unterstützen laut Studie bereits heute schon Mac-Rechner oder planen, das in den kommenden zwölf Monaten zu tun. International liegt diese Zahl mit 65 Prozent ähnlich hoch. Laut einem Drittel der Unternehmen (36 Prozent) sind Kompatibilität und Interoperabilität mit der Unternehmens-IT die größten Hürden für die Integration. Knapp die Hälfte der deutschen Befragten sieht auch Sicherheitsprobleme (45 Prozent) sowie Schwierigkeiten bei der Datensicherung von Macs in Windows-Umgebungen (47 Prozent).

Die Studie „Acronis 2013 Data Protection Trends Research“ wurde vom Ponemon Institute im März und April dieses Jahres in acht Ländern durchgeführt. Insgesamt wurden 4.373 IT-Mitarbeiter in mittleren bis großen Unternehmen unterschiedlichster Branchen befragt. Zu den Ergebnissen hat Acronis ein E-Book erstellt, das das Unternehmen kostenlos im Web zum Download anbietet (Registrierung erforderlich).

Ergänzendes zum Thema
 
BYOD – Tipps für Unternehmen

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