Weltweite Studie von IBM und der Saïd Business School

Unternehmen versprechen sich von Big Data transparentere Kunden

| Redakteur: Nico Litzel

Die meisten Unternehmen wollen mithilfe von Big-Data- und Datenanalysetechniken die Verhaltensmuster, die Stimmungen und die Vorlieben ihrer Kunden besser erkennen.
Die meisten Unternehmen wollen mithilfe von Big-Data- und Datenanalysetechniken die Verhaltensmuster, die Stimmungen und die Vorlieben ihrer Kunden besser erkennen. (Bild: Vogel Business Media)

Mit Big Data wollen Unternehmen in erster Linie mehr Kundennähe schaffen. Allerdings nutzen derzeit noch weniger als die Hälfte hierfür auch externe Daten. Zu diesen Ergebnissen kommt eine weltweite Studie mit 1.144 Teilnehmern von IBM und der an der Universität Oxford angesiedelten Saïd Business School.

Die Studie „Analytics: Big Data in der Praxis“ von IBM und der Saïd Business School will eine Momentaufnahme liefern, wie Unternehmen weltweit mit dem Thema Big Data umgehen. Befragt wurden 1.144 Business- und IT-Experten aus 95 Ländern und 26 Branchen.

63 Prozent der Studienteilnehmer gehen davon aus, mit Big-Data- und Analysetechniken Wettbewerbsvorteile erzielen zu können. Rund drei Viertel der Befragten (76 Prozent) bauen momentan den Bereich Big Data aus. Allerdings befindet sich die rund die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) noch in einem sehr frühen Planungsstadium.

28 Prozent haben dagegen erste Big-Data-Lösungen bereits implementiert oder beginnen derzeit mit Pilotprojekten. Rund ein Viertel der Studienteilnehmer (24 Prozent) hat dagegen noch keinerlei Big-Data-Aktivitäten gestartet und will sich zunächst noch darüber informieren, wie sich diese Lösungen nutzen lassen.

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Unternehmen bei ihren Big-Data-Initiativen vor allem den Kunden in den Fokus rücken. 49 Prozent der befragten IT- und Business-Experten wollen mithilfe von Big-Data- und Datenanalysetechniken mehr Kundennähe schaffen und die Verhaltensmuster, Stimmungen und die Vorlieben der Kunden besser erkennen. 18 Prozent konzentrieren sich dagegen auf die Optimierung ihrer betrieblichen Abläufe. Andere stellen die Themen Risiko- und Finanzmanagement (15 Prozent) oder neue Geschäftsmodelle (14 Prozent) in den Mittelpunkt.

Vor allem interne Daten werden genutzt

Als Quellen für ihre Big-Data-Projekte nutzen mehr als die Hälfte der Befragten vorrangig interne Daten, da diese häufig bereits gesammelt, integriert, strukturiert und standardisiert sind, so die Autoren der Studie. Weniger als die Hälfte ziehen externe Quellen heran, die Einfluss auf den Absatz oder andere unternehmensrelevante Parameter haben. Auch beziehen lediglich 43 Prozent der Unternehmen, die bereits Big-Data-Initiativen ins Leben gerufen haben, die Informationen aus Social-Media-Kanälen in ihre Analysen mit ein, obwohl nach Auffassung von IBM und der Saïd Business School gerade diese wertvolle Kundeninformationen liefern könnten.

Die Gründe hierfür lägen zum einen darin, dass die Unternehmen unsicher seien, wie sie mit den individuell gefärbten Inhalten aus den sozialen Medien umgehen sollen. Zum anderen mangele es häufig auch an der entsprechenden Kompetenz: Nur 25 Prozent der Befragten gaben an, auch unstrukturierte Daten analysieren zu können. Und weniger als die Hälfte nutzen Tools, die natürliche, unstrukturierte Texte analysieren können, wie zum Beispiel Transkripte von Callcenter-Telefonaten. Gerade Analysen dieser Art könnten allerdings wertvolle Einblicke in die Stimmung der Kunden liefern, so die Autoren.

„Die meisten Unternehmen haben das Big-Data-Potenzial erkannt. Womit sie jedoch noch Probleme haben ist, wie sie ihre Reise in Richtung Big Data beginnen sollen“, erläutert Christian Kirschniak, Partner in der IBM-Unternehmensberatung Global Business Services. „Der erste Schritt ist zu identifizieren, welches zusätzliche Wissen ihnen für Ihr Unternehmen den größten geschäftlichen Nutzen bringt. Die Mehrzahl der Big-Data-Projekte wird deshalb aus den Fachabteilungen getrieben und nicht aus der IT.“

Die vollständige Studie stellt IBM im Web auf Englisch zur Verfügung (Registrierung erforderlich).

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