Speichersysteme mit Komfortzone

Vorausschauende Analysen machen das Spekulieren einfacher

| Autor / Redakteur: Tina Billo / Rainer Graefen

Die Simulation künftiger Speichererfordernisse erleichtert IT-Administratoren die Frage „was wäre wenn?“ zu beantworten.
Die Simulation künftiger Speichererfordernisse erleichtert IT-Administratoren die Frage „was wäre wenn?“ zu beantworten. (Bild: Tintri)

Unternehmen und Organisationen aus unterschiedlichen Zweigen setzen bereits auf prädiktive Analysen, um Ereignisse und Trends frühzeitig vorhersehen zu können. Die Möglichkeit, Antworten auf die Fragen „was wird passieren“ und „was wäre wenn“ zu erhalten, erobert inzwischen auch die Storage-Welt. So halten Tools Einzug, die sich sowohl in punkto Ressourcenplanung als auch im Support auszahlen.

Geht es darum, Speicherumgebungen abgestimmt auf an Kapazität und Leistung gestellte Anforderungen zu dimensionieren, gilt es vielerlei Faktoren in die Überlegungen miteinzubeziehen. Wie entwickelt sich beispielsweise das zu bewältigende Datenaufkommen? Mit welchen Auswirkungen ist zu rechnen, wenn die Zahl an virtuellen Maschinen oder anspruchsvollen Anwendungen zunimmt?

Die Auswertung historischer Nutzungs- und Auslastungsdaten hilft hier nur bedingt weiter, da beruhend auf Zurückliegendem lediglich Ist-Zustände abgebildet werden. Zwar lässt sich der künftige Ressourcenbedarf davon in gewissem Maß ableiten, allerdings nur unter der Bedingung, dass alles so bleibt wie es ist.

Prognosemodelle beschleunigen die Entscheidung

Predictive Analytics geht einen Schritt weiter. Hier geht es darum, wiederkehrende Muster in historischen Datenbeständen ausfindig zu machen sowie Abhängigkeiten aufzudecken. Von diesen ausgehend, lassen sich unter Anwendung mathematisch-statistischer Verfahren, Modellierungs- und Simulationstechniken sowie Methoden des maschinellen Lernens wahrscheinlich eintretende Ereignisse prognostizieren.

Prädiktive Analysen vermitteln damit nicht nur ein Bild, wie es um die gegenwärtige Situation der Storage-Landschaft bestellt ist. Vielmehr und noch wesentlicher, erlauben sie dem IT-Team auf soliden Informationen aufbauende, zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen.

Mehr Planungssicherheit und Handlungsspielraum

Demensprechend erweitern immer mehr Speicherhersteller ihr Angebot um Predictive-Analytics-Tools, die sich die Stärken moderner Datenwissenschaften zu Eigen machen. Ihr Einsatz verspricht zahlreiche Vorteile. Dazu zählt, dass sich Storage-Systeme effizienter überwachen lassen, darüber hinaus kann der in Zukunft erforderliche Ressourcenbedarf sowohl unter Kapazitäts- als auch Leistungsgesichtspunkten besser eingeschätzt und adäquat geplant werden.

Durch die Korrelation und Analyse der gesammelten Daten lassen sich zudem Schwachstellen sowie deren Ursachen identifizieren. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen kann die Einleitung von Gegenmaßnahmen automatisiert und damit Störungen oder Ausfällen entgegengewirkt werden. Auch lässt sich festlegen, wie mit einmal erkannten Problemen umgegangen werden soll, um deren erneutes Auftreten zu verhindern.

Belastbare Voraussagen erleichtern adaptive Infrastrukturen

Auf prädiktiven Analysen beruhende in Echtzeit generierte Informationen geben IT-Verantwortlichen somit nicht nur Aufschluss darüber, wie es aktuell um den Speicherbedarf bestellt ist. Sondern leisten Hilfestellung dabei, die Systemlandschaft situativ an aufkommende Erfordernisse anzupassen. Unter anderem lässt sich auf Basis verschiedener Messgrößen, darunter der logischen Kapazität und I/O-Performance sowie dem Working Set, bestimmen,

  • ob genügend Ressourcen vorhanden sind, um weitere VMs, VDI-Arbeitsplätze oder Anwendungsinstanzen hinzuzufügen,
  • hierfür die Kapazität oder Leistung justiert werden muss oder
  • vorhandene Lösungen infolgedessen an ihre Grenzen geraten, entsprechend aufgerüstet werden müssen oder die Anschaffung weiterer Hardware erforderlich ist.

Aktive Problembehebung und verbesserte Support-Erfahrung

Abhängig von der jeweiligen Plattform und den integrierten Funktionen lässt die Auswertung von verschiedenen Quellen permanent ausgelesener Daten ebenso zu, ungewöhnliche Verhaltensmuster oder Fehlerquellen frühzeitig zu lokalisieren. Hier kommen Performancekorrelationsanalysen oder Systemmodellierungen ins Spiel, mit denen die Ursache von Leistungs- und Latenzproblemen aufgespürt oder Performanceengpässe beizeiten ausgemacht werden können. Sobald Unregelmäßigkeiten auftreten, erfolgt die Auslösung von Warnmeldungen. So lässt sich direkt reagieren und sicherstellen, dass Storage-Systeme stets einwandfrei laufen.

Hinzu kommt, dass Administratoren für bei Kunden zum Einsatz kommende Arrays verschiedene Schwellwerte definieren können. Sobald von ihnen festgelegte Systemparameter erreicht sind, werden automatisch Supportanfragen gestartet und Lösungen generiert. Dies entlastet den First- sowie Second-Level-Support und mündet zusammengenommen in einer besseren Servicequalität.

Hersteller setzen auf verschiedene Modelle

Predictive Analytics ist noch eine recht junge Disziplin, die erst seit kurzem im Storage-Umfeld Fuss fasst. Überwiegend handelt es sich bei den derzeit von den Herstellern offerierten Lösungen um punktuelle, in der Regel vorwiegend auf die eigenen Systeme ausgelegte Werkzeuge. Hierzu zählen neben Tintri Analytics, Infosight von Nimble Storage und Pure1 von Purestorage.

Falconstor tritt hingegen mit einem anderen Ansatz an. Mit den in seine SDS-Software Freestor integrierten Analysefunktionen lassen sich Daten über heterogene Speicherumgebungen hinweg auswerten. Ebenfalls kann über REST-APIs auch auf Informationen der Storage-Arrays anderer Hersteller zugegriffen werden. Durch deren Einbindung in den Gesamtkontext lassen sich Infrastrukturen ganzheitlich verwalten.

Fazit

Prädiktive Analysen liefern IT-Verantwortlichen wertvolle Anhaltspunkte, um vorausschauend zu handeln. Sie vereinfachen die Ressourcen- und Investitionsplanung, ermöglichen Probleme schneller und automatisiert zu lösen, SLAs für Anwendungen einzuhalten sowie Kunden qualitativ hochwertigere Service- und Supportleistungen anzubieten. Insofern ist davon auszugehen, dass über kurz oder lang weitere Storage-Hersteller auf den Zug aufspringen, und ihre Produkte mit Predictive-Analytics-Funktionen ausstatten.

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