VMware stellt Vsan 6.6 vor

Vsan wird erwachsen

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Rainer Graefen

Die neue Version 6.6 ist auch für Nutzer des Stretched-Cluster-Features interessant. So kombiniert Vsan 6.6 lokalen Standortschutz mit dem Stretched-Cluster-Feature.
Die neue Version 6.6 ist auch für Nutzer des Stretched-Cluster-Features interessant. So kombiniert Vsan 6.6 lokalen Standortschutz mit dem Stretched-Cluster-Feature. (Bild: VMware)

VMware bezeichnet Vsan 6.6 als bedeutendstes Update seiner Hyperconverged Infrastructure (HCI) Plattform seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 2014. So bringt Vsan 6.6 22 neue Funktionen und damit mehr als doppelt so viele, wie jede vorherige Version.

Einen Schwerpunkt legt VMware bei Vsan 6.6 auf das Thema Elastizität. Vsan kann unabhängig von Vcenter verwaltet werden, weshalb es praktisch ist, die virtuelle Vcenter Appliance (VCSA) auf demselben Cluster zu betreiben, wie das von ihr verwaltete Vsan. Zusammen mit dem neuen, noch einfacheren Installer reduziert sich damit die Menge erforderlicher Infrastruktur erheblich.

Native Verschlüsselung

Eines der interessantesten Features von Vsan 6.6 ist die native Verschlüsselung für „Data-in-Rest“. So kann Vsan 6.6 SSD- und SAS-Volumes verschlüsseln, ohne dass Nutzer auf den Einsatz selbstverschlüsselnder Speichergeräte (SEDs) angewiesen sind oder auf eine Verschlüsselung auf VM-Ebene zurückgreifen müssen. VMware spricht beim neuen Feature von Software-defined Encryption (SDE). Die Funktion arbeitet auch mit Features der Advanced-Edition wie Deduplikation oder Kompression zusammen und die Schlüsselverwaltung kann direkt aus Vsphere erfolgen.

Degraded Disk Handling v2.0

Ein weiteres neu hinzugekommenes Feature von Vsan 6.6 ist "Degraded Disk Handling v2.0 (DDHv2)". Es unterstützt "intelligente Reparaturen“ und bietet ein verbesserte Rebalancing (Fabric Rekonvergenz) sowie "intelligente Wiederaufbauten mit Teilreparaturen" (Rekonvergenz mit Intelligenz). In Summe reagiert Vsan 6.6 damit auf ausgefallene Festplatten und Knoten schneller, intelligenter und weniger „störend“.

Unicast-Networking

VMware ermöglicht bei Vsan 6.6 außerdem die Verwendung von Unicast- statt Multicast-Networking beim VirtuaSAN-Network. Eigentlich bietet Multicast in großen HCI-Clustern Vorteile gegenüber Unicast. Führt nämlich ein Knoten eine Aktion aus, wie z. B. einen Rebuild, der an einen Partner repliziert werden muss, kann der Knoten diese Aktion "multicasten“.

Auch profitieren HCI-Lösungen, die eine Löschcodierung verwenden oder solche, die mehr als eine Kopie von Daten innerhalb eines Clusters unterstützen (wie z.B. VMware Vsan) prinzipiell von Multicast, jedoch begrenzt der verwendete Siwtch die von Multicast theoretisch gebotenen Vorteile. Das gilt insbesondere für viele preiswerte Switche aus dem SMB-Segment.

Nun behauptet VMwares Vsan-Team, es durch eine Verfeinerung der Inter-Knoten-Kommunikation geschafft zu haben, ohne Veränderung im Netzwerkverkehr oder Overhead auf Unicast-Networking umstellen zu können. Für Nutzer bedeutet das, dass sie Vsan ohne Netzwerkänderungen in einer größeren Vielfalt an internen und cloudbasierten Umgebungen einsetzen können.

Vsan-Management-Pack für Vrealize Operations

Das neue Vsan-Managementpaket für Vrealize Operations Manager bietet sowohl zusätzliche Optionen für die Überwachung, das Management und die Fehlerbehebung von Vsan als auch End-to-End-Infrastrukturlösungen. Admins erhalten mit dem Vsan-Managementpaket schnell und einfach Einblicke in die Auswirkungen von Vsan auf Ihre Infrastruktur.

Stretched Cluster

Die neue Version 6.6 ist auch für Nutzer des Stretched-Cluster-Features interessant. So kombiniert Vsan 6.6 lokalen Standortschutz mit dem Stretched-Cluster-Feature. Dies ermöglicht es Administratoren, z. B. einen lokalen Cluster zu konfigurieren, der beispielsweise zwei Fehler toleriert, während gleichzeitig der Gesamt-Cluster so konfiguriert ist, dass er den Ausfall einer ganzen Site toleriert.

Anders ausgedrückt kann Vsan Daten und Applikationen nun nicht nur per Failover zwischen zwei oder mehr Rechenzentren, sondern gleichzeitig auch lokal im selben Rechenzentrum per RAID-1 schützen. Damit bleiben Informationen auch dann hochverfügbar, wenn ein ganzes Rechenzentrum ausfällt.

Das verbesserte Stretched Cluster Feature in Kombination mit lokalem Standortschutz realisiert damit den Schutz vor Standortausfällen UND dem Ausfall lokaler Komponenten mit laut Aussage von VMware 50 Prozent geringeren Kosten gegenüber herkömmliche Lösungen. Zudem profitierten Nutzer mit einer Stretched Cluster-Lösung auch bei Disaster Recovery und Business Continuity von den Kostenvorteilen und der Einfachheit einer HCI.

Cloud-Erweiterungen

Vsan 6.6 kommt zudem mit einigen interessanten Cloud-basierten Analytics Optionen. Diese stellen z. B. Benachrichtigungen und Empfehlungen in Echtzeit zur Verfügung. In Kombination mit einem stark erweiterten Vsan-Healthcheck können Administratoren potenzielle Probleme mit ihren Clustern noch schneller identifizieren.

Vsan sendet regelmäßig Informationen über Hardware und Konfiguration "ans Mutterschiff" und fragt zudem kontinuierlich eine Hardware-Konfigurationsliste (HCL) ab. Bei bekannten Problemen werden Administratoren benachrichtigt. So lässt sich z. B. fehlerhafter Speicher identifizieren, damit Admins diesen austauschen können, bevor Probleme auftauchen.

Vereinfachtes Deployment

Ferner hat sich das Vsan-Deployment gegenüber Vorgängerversionen deutlich vereinfacht. So orientiert sich der neue Konfigurations-Assistent am neuen VCSA-Installer und leitet den Administrator durch die verschiedenen Anforderungen von Vsan. Wurden z. B. die Hosts hinzugefügt, empfiehlt der Konfigurations-Assistent "nächste Schritte" und stellt damit eine zentrale “Lokation“ zum Initiieren der benötigten Steps dar.

Sind z. B. nicht auf allen Hosts die für Vsan benötigten VMKernel-Adapter vorhanden, genügt ein simpler Button, um das Problem zu fixen. Ferner checkt der Installer OEM-Firmware und Treiber auf den beteiligten Hosts und stellt sicher, dass die Konfigurationseinstellungen auf sämtlichen Hosts für Vsan optimal sind.

Weitere Erweiterungen des Konfigurations-Assistenten betreffen das Hardware-Lifecycle-Management. So kümmert sich der Assistent selbst um Updates der IO-Controller-Firmware oder der Treiber von Hardware-Partnern. Ebenfalls per Knopfdruck lädt Vsan dann die neuen, zertifizierten Treiber und orchestriert die Installation quer über alle Hosts im Cluster. Das Feature unterstützt momentan Hardware von Dell EMC, Fujitsu, Lenovo und Supermicro.

Für Automatisierungs-Nerds ist schließlich noch erwähnenswert, dass VMware auch das Vsan-SDK aktualisiert hat, um die neuen Funktionen zu bewältigen, ebenso wie die PowerCLI-Unterstützung.

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