Blick hinter die Kulissen

Wie Copytrack geklaute Bilder findet

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Rainer Graefen

Keine Chance für Bilderdiebe: Copytrack erkennt auch modifizierte Bildinhalte.
Keine Chance für Bilderdiebe: Copytrack erkennt auch modifizierte Bildinhalte. (Bild: Copytrack)

Der Service Copytrack ermöglicht das Aufspüren geklauter Bilddateien und damit die Verfolgung von Urheberrechtsverstößen. CTO Stefan Bär gewährt einen Blick hinter die Kulissen des Portals.

Zum Aufspüren von geklauten Bildern setzt Copytrack einen Crawler ein. Während derartige Suchroboter bei normalen Suchmaschinen Informationen sammeln, speichern und daraus schließlich ein Index entsteht, ist das entsprechende Verzeichnis bei Copytrack schon vorhanden: Es handelt sich dabei um die Bildmerkmale der Copytrack-Kundenbilder. Der Crawler muss dadurch lediglich ermitteln, wo sich die Aufnahmen im Internet finden lassen.

Kunden des Dienstes erhalten dann die Ergebnisse direkt angezeigt und können bei Bedarf Maßnahmen ergreifen. Pro Sekunde schafft die Copytrack-Bildersuche den Abgleich mit rund 1.000 Webseiten. Zum Einsatz kommen verschiedene Crawler, die etwa Blogs, Shops, Nachrichtenseiten, soziale Netzwerke und Marktplätze wie Amazon oder eBay abgrasen.

Bildabgleich im Detail

Der Copytrack-Bildvergleich kommt ohne Wasserzeichen aus. Auch das Einfügen zusätzlicher Metadaten oder das Entfernen von Informationen aus den Bildern ist unnötig. Stattdessen erstellt der Dienst für jedes von Kunden hochgeladene Bild einen individuellen Fingerabdruck. Dabei kommt ein speziell entwickelter Algorithmus zum Einsatz, der schließlich zu einer Reihe von unverwechselbaren Mustern führt. Der fertige Fingerabdruck wird anschließend im Copytrack-Bildindex gespeichert.

Copytrack erstellt im zweiten Schritt aus den im Internet gesammelten Bildern ebenfalls individuelle Fingerabdrücke. Danach werden die Informationen mit dem Index abgeglichen. Da jeder Fingerabdruck aus einer Reihe an eindeutigen Mustern besteht, kann das System auch Bilder zuordnen, die stark verändert wurden. Zuschnitte, Skalierungen, Farbveränderungen oder Verzerrungen verhindern nicht die Identifizierung des Bildes. Ein „Ähnlichkeitsscore“ fasst am Ende die Übereinstimmung mit dem Ursprungsbild zusammen.

Verfeinerte Treffer

Am Ende des Abgleichs bereitet Copytrack die Treffer für die Kunden auf. So werden Fundseite und Speicherort des betreffenden Bildes ermittelt. Gleiches gilt für das Veröffentlichungsdatum und den Betreiber der Fundseite. Wurde das Bild nicht rechtmäßig lizenziert, berechnet Copytrack schon vorab den potenziellen Wert, den Rechteinhaber für eine nachträgliche Lizenzierung verlangen können. Schließlich werden die aufbereiteten Treffer in der Kunden-App anzeigt und der Nutzer kann mit der Bearbeitung beginnen.

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