Nachlese - Cloud-Strategien und Sicherheit im Fokus

Zehn Highlights auf der Cloud Expo 2016

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Rainer Graefen

Das Messetrio unter dem Dach der Cloud Expo Europe fand am 23. und 24 November in Frankfurt am Main statt.
Das Messetrio unter dem Dach der Cloud Expo Europe fand am 23. und 24 November in Frankfurt am Main statt. (Bild: © Michael Matzer)

Auf der diesjährigen Cloud Expo Ende November in Frankfurt/Main fanden drei Messen in einer Halle statt: Cloud Expo Europe, Cloud Security Expo und Data Centre World. Die Fachbesucher drängten sich zwischen den Ständen hindurch, um die zahlreichen Vorträge und Diskussionsforen zu besuchen. Zehn Themen erregten als Highlights ihre Aufmerksamkeit im Bereich Cloud Computing.

Mehrere tausend Besucher sollen sich laut Veranstalter am 23. und 24 November auf den Weg zur Frankfurter Messe gemacht haben. Am ersten Tag waren sie allerdings so gut verteilt, dass die Gänge zwischen den Ständen und "Theatres" stets gut passierbar waren. Das gab dem Beobachter viel Gelegenheit, die Highlights der Messe in der „Data Centre World“ ausfindig zu machen, wo die Cloud-Angebote konzentriert waren.

Highlight 1: Hybrid Cloud Management

Die Hybrid Cloud ist das künftig wahrscheinlich erfolgreichste Cloud-Nutzungsmodell, denn sie ermöglicht die bedarfsgerechte und vorübergehende Nutzung externer Ressourcen in der Public Cloud, aber auch die Integration von Public Cloud Services – etwa im Bereich Filesharing – in die hauseigene Private Cloud oder On-premises-IT, wo meist die Kronjuwelen des Datenbestandes vorgehalten werden.

Dennoch sind die Aufgaben der Datensicherheit und der Datenspeicherung (Storage) nicht auf Anhieb zu erledigen, sondern erfordern Beratung und Anpassung. Anbieter wie Nexinto, DARZ oder ICL bieten Hybrid Cloud Services und Beratung an. ICL setzt dabei ganz auf den quelloffenen Openstack.

Highlight 2: Container as a Service

Zunehmend ist im Bereich Hybrid- oder Multi-Cloud das Angebot von Containern as a Service (CaaS) zu beobachten. Der Vorteil von Docker-Containern: die Zusammenfassung, Portabilität und Replikation von ganzen Applikationen, die auf VMs laufen.

Auf diese Weise können sie nicht nur Entwicklern und Testern Geschwindigkeits- und Produktivitätsvorteile bieten, sondern auch Managed Service Providern (MSPs). Netapp, ein Data-Management-Anbieter überraschte mit einem CaaS-Vortrag, und 1&1 bietet jetzt Managed Cloud Hosting mit CaaS an. Weitere Anbieter wie Datapath.io und Innovo Cloud hielten dazu jeweils einen Vortrag.

Highlight 3:. Multi-Cloud Sourcing und Management

Multi-Cloud bedeutet für MSPs nicht nur die Bereitstellung von IaaS-Ressourcen, sondern auch Public Cloud Services - mit entsprechender Security. „Eine offene IaaS Cloud mit voller DevOps-Unterstützung ist ein unverzichtbarer Baustein für jeden MSP.“, heißt es seitens Profitbricks.

"Denn die Umsetzung agiler Cloud-Strategien wird erst möglich, wenn für jeden Anwendungsfall die richtige Cloud parat steht." Profitbricks, aber auch Nexinto wollen Multi-Cloud als "diversifiziertes Public-Cloud-Backend für die Digitale Transformation" verstanden wissen. Wie dieser hohe Anspruch realisiert werden soll, konnten die Besucher in entsprechenden Vorträgen erfahren.

Highlight 4: UCC as a Service

Video-, Audio- und Web-Konferenzen sparen viele Wege und noch mehr Zeit. UCC ist das Mittel der Wahl: Unified Communication and Collaboration (UCC). Shoretel, Broadsoft/Placetel, NFON sowie der NTT-Partner Arkadin bieten UCC as a Service an.

Eine UCC-Lösung wurde, grob gesagt, auf ihrem Panel als die Fortführung einer Telefonanlage in der Cloud dargestellt – oder ihre Alternative. „Arkadin“, so der Anbieter selbst, „ist einer von wenigen weltweit operierenden Providern, die Microsoft-Lösungen zu einer integrierten Plattform für Konferenzen und Sprachverbindung komplettieren können.

Skype for Business, über Arkadin zur Verfügung gestellt, kann so zum Beispiel ganz im Sinn einer übergreifenden Unified Communications-Lösung auch die Telefonanlage ersetzen.“

Highlight 5: Storage as a Service

Wozu Storage-Kapazitäten in der eigenen IT aufbauen, wenn doch die steigende Datenflut und entsprechende Applikationen immer höhere Kapazitäten erfordern? Um beispielsweise Big Data Analytics zu betreiben, kann ein Unternehmen nicht nur die Compute- und Analytics-Kapazitäten einer Cloud nutzen, sondern auch Storage.

Der Trend geht eindeutig hin zu All-Flash-Storage, das eine höhere Performance als plattenbasierter Speicher bietet – genau richtig für schnelle Analytics-Berechnungen etwa in Predictive Maintenance oder bei der Auswertung von sensorbasierten IoT-Daten. Anbieter von Storage as a Service sowie Backup & Recovery as a Service fand man zuhauf auf der Expo, so etwa Netapp Private Storage as a Service.

Highlight 6: Big Data und IoT

Mit "Smart IoT Frankfurt" bot die Messe einen neuen Themenfokus zum Internet der Dinge. Die Messe versprach: "Das IoT wird unsere Welt durch viele praktische Verbesserungen auf Verbraucher- und besonders auf der B2B-Ebene prägen, indem es neben Verbesserungen von Benutzerfreundlichkeit, Gesundheits- und Sicherheitsaspekten, Energieeffizienz und Komfort gleichzeitig auch zu geringeren Kosten führt." Von Industrie 4.0 war indes nur in den Vorträgen von KUKA Robotics, Bosch und der KORAMIS die Rede.

Highlight 7: Micro-Services für IoT

Werden Micro-Services künftig das Problem lösen, mit IoT Services Geld zu verdienen? Michael Capone von Capgemini ist dieser Ansicht: "Marktforschungsstudien des MIT und von Capgemini Consulting beleuchten die Gründe, warum die IoT-Vorreiter keinen akzeptablen ROI auf ihre IoT-Investitionen erzielen – Lehren für Unternehmen, die hier einsteigen wollen."

Microservices sind laut Wikipedia „ein Architekturmuster der Informationstechnik, bei dem komplexe Anwendungssoftware aus kleinen, unabhängigen Prozessen komponiert wird, die untereinander mit sprachunabhängigen Programmierschnittstellen kommunizieren.

Die Dienste sind klein, weitgehend entkoppelt und erledigen eine kleine Aufgabe. So ermöglichen sie einen modularen Aufbau von Anwendungssoftware.“ Das ist offenbar ein risikobewusster Ansatz, um mit kleinen IoT-Projekten anzufangen, bevor man größere aufbaut.

Highlight 8: Das PaaSport Project

Mit dem europäischen PaaSport-Projekt soll es Devops-Entwicklern künftig möglich sein, eine PaaS-Applikation von einem Provider auf einen neuen zu übertragen. Das ist bislang aufgrund der zahlreichen betroffenen APIs und hinsichtlich der SLAs nicht ohne einigen Aufwand möglich.

Vor der Migration füllt der Interessent auf der Webseite des Projekts einen Fragebogen (siehe Bildergalerie) aus, der von dem Cloud Broker hinsichtlich semantischer Details ausgewertet wird: Wo soll der Provider seinen Firmensitz haben, welche Zertifikate soll er besitzen, welche APIs und Server soll er anbieten?

Der Cloud Broker ist eine komplexe Software, aber der Service dürfte sowohl Entwickler als auch Provider interessieren – letztere müssen sich ja von der Konkurrenz abheben.

Highlight 9: Women in Technology

Wie schon auf der Schwesterveranstaltung in London waren auch in Frankfurt Frauen aus der Technologiebranche eingeladen, auf Panels über zahlreiche Aspekte ihrer Tätigkeit in der IT zu diskutieren. Leitende Mitarbeiterinnen von Axel Springer SE, dem Uptime Institute, der Anglia Ruskin University und von G Data Advanced Analytics gaben auf dem Forum ihre Erfahrungen weiter. Ein Kontrastprogramm bot die Zusammensetzung der Messebesucher: Acht bis neun von zehn Besuchern waren männlich. An dieser Stelle gibt es also noch viel zu tun.

Highlight 10: Digitale Transformation

Allenthalben war auf der Messe der Begriff "Digitale Transformation" wahrzunehmen. Vertreter von EuroCloud, Trusted Cloud und der „Mittelstand 4.0 Agentur Cloud“ versuchten, dem Mittelstand die Cloud näherzubringen. Unterdessen demonstrierten ihre Standesgenossen auf der Security-Messe, wie man ein Smart Home hackt und mehr oder weniger unbemerkt in die Unternehmens-IT eindringt.

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