Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

1999 bis 2005 – die Epoche der Multiplattform-Systeme und des Fibre Channel SAN und NAS, Teil 5

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Umbenennung im Mai 2006

Im Mai 2006 wurde die IBM 3584 im Zuge der Frame-Umstellungen auf 4-Gbit-Fibre-Channel-Technologie in TS3500 (TS steht für Tape System) umbenannt und es stehen entsprechende neue Frames zur Verfügung. Die Library IBM 3584 bzw. TS3500 wird von IBM selbst produziert. Mit der Umstellung auf 4-Gbit-Technologie wurde auch die RoHS-Konformität des TS3500 Library-Produktes bekannt gegeben.

Ebenso wurden die bis dahin verwendeten J70-Steuereinheiten, die für die Anbindung von TS1120-Laufwerken an den Mainframe benötigt wurden, durch neue RoHS-konforme leistungsstärkere C06-Steuereinheiten mit 4-Gbit-FICONAnschlüssen ersetzt.

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RoHS steht für „Restriction of Hazardous Substances“ und stellt ab dem 1. Juli 2006 eine gesetzlich kontrollierte EU-Richtlinie dar, die genau vorschreibt, welche Materialien, Legierungen, Barium-Derivate etc. in Neuprodukten eingesetzt werden dürfen. Diese neue Richtlinie gilt EU-weit und betrifft alle Neuprodukte in der Elektro- und IT-Industrie, die ab dem 1. Juli 2006 neu vertrieben werden. Im mittleren und unteren Systemsegment produzierte IBM keine eigenen Libraries, sondern kaufte die „nackten“ Libraries über OEM-Verträge ein, um sie dann mit IBM LTO-Laufwerken auszustatten.

Autoloader von ADIC

Mit der Ankündigung der ersten LTO-Laufwerke im Jahr 2000 wurden auch OEM-Libraries und Autoloader angekündigt, die nach dem Umbau/Ausbau als IBM-Logo-Produkt weitervertrieben wurden. So wurden 1999 ein Autoloader der Firma ADIC als IBM-3581-Produkt und ein mittleres Archivsystem auch von ADIC als IBM 3583 eingeführt. Der Autoloader war mit einem LTO-SCSI-Laufwerk (LVD oder HVD) ausgestattet und konnte bis zu acht LTO-Kassetten verwalten.

Das Archivsystem 3583 konnte mit sechs LTO-Laufwerken ausgestattet werden und je nach Modell 18 Kassetten, 36 und 72 Kassetten verwalten. Am Anfang wurden ausschließlich SCSI-Laufwerke eingebaut. Um die Library an ein Fibre-Channel-Netz anschließen zu können, wurden über ein eingebautes FC-AL Gateway die bis zu sechs SCSI-Laufwerke „daisy chained“ angeschlossen.

Diese Fibre-Channel-Anschlussweise der IBM 3583 verursachte bei bestimmten Host-Fibre-Channel-Adaptern Adressierungsprobleme. Deshalb wurde im Mai 2003 in der 3583 ein eigener IBM-Controller eingebaut, der durch eine Multipfad-Architektur erlaubte, direkt FC-Laufwerke in der Library zu betreiben und die Library zu partitionieren. Bis zu drei logische Partitionen waren in der 3583 möglich.

Weiter mit: Mini-Library IBM 3582

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