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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium 2006 bis 2010 – die Epoche der Server-basierenden Speichersysteme und der Speichervirtualisierung, Teil 13

| Autor / Redakteur: Kurt Gerecke und Klemens Poschke / Nico Litzel

Die TS3500 bietet mit ALMS (Advanced Tape Library Management System) eine einmalige Funktiont. Mit ALMS wird die physische Library virtualisiert, d. h., die Hardware wird von den Hosts abgekoppelt. Zu den Hosts werden virtuelle Laufwerke und virtuelle Kassettenslots dargestellt. Das ermöglicht eine noch nie dagewesene Flexibilität, da logische Partitionen als logische Libraries im laufenden Betrieb dynamisch verändert werden können.

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Storage Slot und Drive-Virtualisierung mit ALMS (Advanced Library Management System)
Storage Slot und Drive-Virtualisierung mit ALMS (Advanced Library Management System)
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Hosts, also die Backup-Applikationen, sehen völlig transparent virtuelle Laufwerke und virtuelle Kassettenslots so, als ob sie physisch vorhanden wären. Das Advanced Tape Library Management System zieht zwischen der Library-Hardware und den Hosts eine virtuelle Schicht ein, die es erlaubt, im laufenden Betrieb Hardware-Erweiterungen vorzunehmen, logische Partitionen umzukonfigurieren, zu verkleinern und zu vergrößern, ob es nun die Laufwerke oder die Slots betrifft. ALMS ist eine einmalige Funktionalität, die es nur mit der TS3500 Library gibt. ALMS bietet vier wichtige Funktionen für die TS3500 Library:

  • 1. Dynamisches Partitioning: Mit ALMS können im laufenden Betrieb Partitionen erstellt oder verändert werden. Die physische Position in der Library ist dabei nicht mehr relevant. Das bezieht sich auf Kassetten und Laufwerksstellplätze.
  • 2. Laufwerkssharing: Mit ALMS können Laufwerke verschiedenen Backup-Servern zugeordnet werden und für den Backup-Server online gesetzt werden, der sie gerade benötigt.
  • 3. Virtual I/O: ALMS bietet eine größere logische I/O-Station. Die Funktion „Virtual I/O” ermöglicht es, dem Backup-Server eine virtuelle I/O-Station von bis zu 255 Slots darzustellen. Das vereinfacht das Kassettenmanagement beim Ein- und Auschecken.
  • 4. Overallocation/Underallocation: Mit ALMS ist eine flexible Darstellung der Library-Größe möglich und somit Over- und Underallocation. Overallocation verringert den Administrationsaufwand bei einer Library-Erweiterung. Underallocation spart Lizenzkosten, z. B. im Legato-Umfeld.

TS3500: Hardware-Erweiterungen 2007

Neben der Virtual I/O-Option des ALMS besteht seit Juni 2006 die Möglichkeit, D-Frames mit zusätzlichen physischen I/O-Stations zu versehen. Bis zu vier I/O-Stations mit jeweils bis zu 16 I/O-Slots können in eine D-Frame-Tür integriert werden.

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Die TS3500 unterstützt drei solchermaßen ausgestattete D-Frames innerhalb der Library. Zusammen mit der I/O Station im L-Frame mit 32 I/O-Slots, drei D-Frames mit bis zu 64 I/O-Slots bietet die TS3500 die Möglichkeit, 224 physische Kassetten in die Library als „Bulk“ einzulagern oder als „Bulk“ aus der Library zu entnehmen.

Für die TS3500 stehen flexible Modellkonvertierungen zur Verfügung. So können alte Frames wie z. B. L22 und D22 mit TS1120-Laufwerken in die neuen L23- und D23-Frames umgebaut werden. Dasselbe gilt für die alten LTO-Frames L52 und D52, die in die neuen LTO-Frames L53 und D53 umgebaut werden können.

Bei den neuen Frames können nun TS1120 Frames (L23, D23) in LTO-Frames (L53, D53) umgebaut werden. Ebenso können die neuen LTO-Frames (L53, D53) in neue TS1120-Frames (L23, D23) konvertiert werden. Damit bietet die TS3500 eine sehr flexible Möglichkeit, bestehende Frames auf neu gewünschte Ziel-Frames zu konvertieren.

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