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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

2006 bis 2010 – die Epoche der Server-basierenden Speichersysteme und der Speichervirtualisierung, Teil 8

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Welche Alternativen stehen für ein sicheres Backup zur Verfügung?

Das klassische und traditionelle Backup beginnt mit einem lokal an den Server angeschlossenen Bandlaufwerk. Bei mehreren Servern wird das sehr schnell betreuungsintensiv und skaliert daher nur begrenzt. Der nächste Schritt dazu wäre eine zentrale, LAN-basierte Datensicherung z. B. über TSM und einen entsprechenden Backup-Server, bei dem Disk- oder Tape-Systeme direkt an die Server angeschlossen werden. So können mehrere Server eine gemeinsame Bandsicherungs-Infrastruktur nutzen (z. B. eine Tape Library). Bei größeren Datenvolumen, z. B. bei Datenbanken, bietet sich ein SAN-basiertes Backup an, das die hohen Daten-Transfermengen vom lokalen Netzwerk (LAN) fernhält und so insbesondere Vorteile bei der Geschwindigkeit und Zugriffsmöglichkeit realisiert.

Trotz der immensen Weiterentwicklungen im Tape Bereich, immer kürzeren Zugriffszeiten mit höheren Schreibdurchsätzen und Kapazitäten sind die Daten trotzdem nicht im dauerhaften Zugriff (Online). Das kann nur durch eine Diskspeicherinfrastruktur erreicht werden. Vor dem Hintergrund des Preisverfalls bei Festplattenlaufwerken, insbesondere bei den günstigen SATA-Platten (Serial ATA) ergeben sich mannigfaltige Möglichkeiten.

Disks sind schnell aber an einen festen Ort gebunden

Eine Möglichkeit ist, das Backup-Konzept komplett von Tape auf Disk umzustellen. Dadurch wird eine hohe Verfügbarkeit und Geschwindigkeit erreicht, jedoch ist es schwierig bis unmöglich, die Daten physisch in eine entfernte Lokation zu bringen (Bergwerk, Bunker, Vault, Bank). Je nach Sensibilität der Daten wird dies empfohlen bzw. ist teilweise Bestandteil von gesetzlichen Vorgaben. Zudem entstehen sehr hohe Energiekosten sowie zusätzliche Migrationsaufwände bei einer reinen Disklösung, die den Vorteil der vermeintlich günstigen Hardware-Investition schnell aufheben.

Um die Vorteile beider Technologien nutzen zu können, setzt sich zunehmend die Kombination von Disk und Tape durch für ein schnelles, hochverfügbares und trotzdem sicheres Backup. Das ist industrieweit als Disk-to-Disk-to-Tape-Backup bekannt. In diesem Konzept werden die Disks als Backup-Puffer (Staging Area) benutzt, um kürzlich zurückliegende Backups für eine gewisse Zeit online zu halten und dann nach Ablauf einer gesetzten Frist auf Tape auszulagern.

Das gilt auch bei Virtualisierungslösungen von Tape: Hier werden Tape-Laufwerke auf Disk emuliert, das heißt, Disks stellen sich dar wie ein Bandlaufwerk. Integrierte Tape-Virtualisierungslösungen kombinieren Hardware und Software zu einer einfach bedienbaren Virtuellen Tape Library (VTL). Erst die Möglichkeit, auch auf physische Tapes zu migrieren, bietet eine operative, kostengünstige und effiziente Umgebung.

Weiter mit: Grundlegende Fragen bei der Kombination von Disk und Tape

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