Bad News: Urlaub gestrichen, Bonus gestrichen, Beförderung gestrichen 5 Tipps, wie Sie schlechte Nachrichten richtig kommunizieren

Autor / Redakteur: Ruben Schäfer* / Peter Schmitz

Schlechte Nachrichten lassen sich in keinem Unternehmen vermeiden. Jede Firma ist irgendwann mit Verlusten, Kündigungen und sonstigen „Bad News“ konfrontiert – in der Corona-Krise mehr denn je. Das Überbringen dieser Nachrichten bereitet niemandem eine Freude. „Doch es muss gemacht werden, und zwar von Ihnen als Führungsperson“, sagt Ruben Schäfer. Er ist PR-Berater und weiß daher genau, wie man auch Bad News richtig überbringt.

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Viele Chefs tun sich schwer damit, schlechte Nachrichten an ihr Team zu kommunizieren.
Viele Chefs tun sich schwer damit, schlechte Nachrichten an ihr Team zu kommunizieren.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Wenn Beförderungen, Boni und Urlaube gestrichen werden oder gar eine Kündigung ausgesprochen werden muss, ist das immer Chefsache. Viele Chefs tun sich jedoch schwer damit, schlechte Nachrichten an ihr Team zu kommunizieren. Häufig werden „Bad News“ deshalb so lange wie möglich geheim gehalten, um nur ja nicht irgendwen zu vergraulen. Ein fataler Irrtum! Denn schlechte Nachrichten werden durch eine späte und unglückliche Kommunikation noch viel schlechter.

Bad News an die eigenen Mitarbeiter zu übermitteln, ist gar nicht so schwierig, wie es sich viele Führungskräfte vorstellen. Die Kommunikation schlechter Nachrichten muss nicht automatisch bedeuten, dass Mitarbeiter enttäuscht und demotiviert sind. Wer es richtig anstellt, kann sein Team dafür gewinnen, sich noch mehr für das eigene Unternehmen ins Zeug zu legen. Hier kommen deshalb die fünf wichtigsten Tipps, wie Sie Bad News am besten kommunizieren.

Tipp 1: Kommunizieren Sie Bad News offen und ehrlich

Der wichtigste Tipp im Umgang mit schlechten Nachrichten zuerst: Bad News sollten immer offen und ehrlich kommuniziert werden. Mangelnde Kommunikation im Allgemeinen und schlechte Nachrichten im Besonderen führen in vielen Unternehmen zu Frust und Ärger. Viele Führungspersonen haben Sorge, dass sie durch die Übermittlung schlechter Nachrichten ihre Mitarbeiter demotivieren. Aber oftmals ist genau das Gegenteil der Fall. Die Motivation von Mitarbeitern leidet vielmehr darunter, wenn Dinge beschönigt werden, an denen es nichts zu beschönigen gibt. Die meisten Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen sind viel „krisenfester“, als Sie sich das vielleicht denken. Sie können mit schlechten Nachrichten umgehen – das jedoch nur, wenn sie sie von Ihnen erfahren. Mitarbeiter haben den Anspruch an die Unternehmensführung, dass ihnen Bad News offen und transparent kommuniziert werden. Vergessen Sie nicht, dass frühzeitige Transparenz gegenüber dem Team auch etwas mit Fairness zu tun hat. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter frühzeitig ins Boot holen, werden sie auch bei Ihnen an Bord bleiben.

Tipp 2: Halten Sie Ihre Mitarbeiter nicht hin

Schlechte Nachrichten kommen ans Tageslicht – so oder so. Einen Deckel auf einen kochenden Topf voller Bad News zu halten, mag vielleicht eine gewisse Zeit lang gut gehen. Aber irgendwann wird der Druck zu groß, und die schlechten Nachrichten fliegen durch den Raum. Warten Sie nicht auf diesen Zeitpunkt. Die eigenen Mitarbeiter hinzuhalten und auf Zeit zu spielen, ist nie eine erfolgversprechende Strategie. Damit heizen Sie nur die Gerüchteküche in Ihrem Unternehmen an. Schlechte Nachrichten verbreiten sich erfahrungsgemäß viel schneller über den Flurfunk, als Ihnen das lieb sein kann. Je früher Sie also die verfahrene Situation ansprechen, umso besser. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter mit schlechten Nachrichten konfrontieren, bevor sie diese aus anderen Quellen erfahren haben, werden sie Ihnen viel mehr Verständnis entgegenbringen. Beim Versuch, Bad News unter der Decke zu halten, gehen Sie immer das Risiko ein, dass Mitarbeiter frühzeitig kündigen. Wer will schon gerne auf einem sinkenden Schiff sitzen?

Tipp 3: Schuldzuweisungen oder Mitleid sind fehl am Platz

Wenn schlechte Nachrichten ans Tageslicht kommen, beginnt häufig die Suche nach dem oder den Schuldigen. Einen Schuldigen zu identifizieren, macht es für viele Leute leichter, eine schwierige Situation zu ertragen. Doch in vielen Fällen gibt es keine Schuldigen, die man für eine Sache verantwortlich machen könnte. Bestes Beispiel ist die grassierende Coronavirus-Pandemie. Eine Fledermaus auf einem chinesischen Markt, die chinesische Führung oder die deutsche Bundesregierung für die aktuelle Situation verantwortlich zu machen, ist vergeudete Energie und führt zu nichts. Was für Schuldzuweisungen gilt, gilt gleichermaßen für Selbstmitleid. Auch Selbstmitleid ist eine der unproduktivsten Arten, mit einer schwierigen Situation umzugehen. Es ist immer problem- und niemals lösungsorientiert. Als Führungsperson sollten Sie deshalb darauf achten, dass in Ihrem Team Schuldzuweisungen und Selbstmitleid nicht Überhand nehmen oder entstehen.

Tipp 4: Blicken Sie positiv in die Vergangenheit

Das letzte Geschäftsjahr zählt für fast alle Unternehmen (unabhängig von ihrer Branche) zu den schlechtesten der jüngeren Vergangenheit. Angesichts des sehr schwierigen Umfeldes sollten Sie unbedingt die Gelegenheit nutzen, sich bei Ihren Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit und den Zusammenhalt im vergangenen Jahr zu bedanken. Für viele Mitarbeiter brachte 2020 enorme Doppelbelastungen mit sich. Die Arbeit im Homeoffice und gleichzeitiges Homeschooling beziehungsweise gleichzeitige Kinderbetreuung zu Hause haben viele Menschen an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit gebracht. Diese enormen Anstrengungen Ihrer Mitarbeiter sollten Sie wertschätzen. Wenn schon nicht mit einer finanziellen Gegenleistung, dann zumindest mit einer menschlichen Würdigung. Ihre Mitarbeiter werden Ihre Anerkennung zu schätzen wissen.

Tipp 5: Lernen Sie für die Zukunft

Ein mieses Geschäftsjahr ist niemals erfreulich. Aber noch weniger erfreulich ist es, nichts aus einem miesen Geschäftsjahr zu lernen. Denn selbst aus dem schlechtesten Jahr kann man positive Dinge mitnehmen und aus vielen Situationen lernen, die Ihr Unternehmen in Zukunft besser machen könnte. Nehmen Sie sich die Zeit, um herauszufinden, was Ihr Unternehmen aus dem letzten Jahr für die Zukunft mitnehmen kann. Sie werden sehen, wahrscheinlich sind es so einige Dinge: ein starker Zusammenhalt Ihrer Mitarbeiter, große Solidarität mit dem Unternehmen, eine hohe Flexibilität im Arbeitseinsatz, neue kreative Arbeits- und Kommunikationsmodelle und vieles mehr. Nutzen Sie die Lehren aus dem letzten Jahr, um Ihr Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Ruben Schäfer
Ruben Schäfer
(Bild: DCF Deutscher Coaching Fachverlag)

*Der Autor: Ruben Schäfer arbeitet bereits seit über zehn Jahren als Journalist und PR-Experte: Zunächst für Vereine und Lokalzeitungen, später sammelte er beim WDR Fernsehen, als Nachrichtensprecher für RLP TV und als Foto-Fachjournalist Erfahrungen. In seiner Rolle des Kommunikationsexperten berät er bis heute Konzerne und erfolgreiche Mittelständler bei ihrer Medienarbeit. Zudem ist er Chefredakteur des GEWINNERmagazins und Geschäftsführer der DCF Deutscher Coaching Fachverlag GmbH.

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