IDC und Fujifilm fördern das grüne Rechenzentrum 664 Millionen Tonnen CO2 weniger durch Tape

Autor / Redakteur: Matthias Breusch / Dr. Jürgen Ehneß

5G-Netze, 8K-Videos, KI und IoT sorgen für die explosive Ausbreitung des weltweiten Datenvolumens. 80 Prozent dieser Daten sind „kalt“, also ohne nennenswerte Zugriffsraten. Sie sorgen dennoch für hohen Energiebedarf. Eine effiziente Alternative wäre die Umschichtung kalter Daten auf die neueste Tape-Technologie. Die Entwickler von Fujifilms LTO-9 treffen in den Analysten von IDC auf begeisterte Unterstützer.

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Kalte Daten aufs Band – Tape hilft Kohlendioxid sparen.
Kalte Daten aufs Band – Tape hilft Kohlendioxid sparen.
(Bild: Fujifilm)

Fujifilm und die Bostoner IT-Forscher IDC haben ein gemeinsames Whitepaper veröffentlicht: „Schnellerer Fortschritt grüner Rechenzentren mit nachhaltigen Speicherstrategien“. Die Studie betont, dass der CO2-Ausstoß durch die neue Generation von LTO-Tapes im Vergleich zu Festplattenlaufwerken um 95 Prozent geringer ausfällt. Pro 100 Petabyte würde dies demnach rund 2.400 Tonnen an Kohlendioxid einsparen helfen.

Alleine durch Datenspeicherung und -nutzung ist der Energiekonsum von Rechenzentren laut der IDC-Erhebung von 2017 bis 2020 um satte 31 Prozent gestiegen. Parallel verdoppelt sich das Datenvolumen im Unternehmensbereich alle zwei Jahre. Erwartet wird zudem die Zunahme der in Rechenzentren gespeicherten Datenmengen jährlich um durchschnittlich 27 Prozent. IDC schätzt, dass eine Umstellung auf LTO-Tapes die damit verbundenen CO2-Emissionen bis 2030 potentiell um 43,7 Prozent oder 664 Millionen Tonnen reduzieren würde. Die reine Umstellung auf erneuerbare Energien sei dafür nicht ausreichend: Installationskosten und Stabilitätsprobleme machten es schwierig, den gesamten anfallenden Energiebedarf zu decken. Daher empfehle man IT-Entscheidern, den Verbrauch durch die Einführung von Bandspeichern zu reduzieren.

Stabile Nanotechnik

Die 2021 vorgestellte Fujifilm LTO Ultrium 9 Datenkassette (LTO-9) wäre dafür das geeignete Medium. Sie erreicht eine maximale Aufzeichnungskapazität von 45 TB (18 TB bei nicht komprimierten Daten), was dem 1,5-Fachen von LTO-8 entspricht. Fujifilm hat die magnetischen Barium-Ferrit-Partikel – Oxyde – die durch die firmeneigene Nanocubic-Technik verfeinert wurden, gleichmäßiger verteilt und glattere, ultradünne Magnetschichten ohne Wellen oder Unebenheiten auf die Bandoberfläche aufgebracht.

Dies ermöglicht die Übertragung von bis zu 1 GB pro Sekunde (unkomprimiert: 400 MB/s). Hinzu kommt eine verbesserte Spurtreue des Magnetkopfs, was stabile Lese- und Schreibvorgänge ermöglicht. Laut einem beschleunigten Lebensdauertest der japanischen Techniküberwachung sind Magnetbänder mit BaFe-Partikeln in der Lage, ihre stabilen magnetischen Eigenschaften über mehr als 50 Jahre lang aufrechtzuerhalten.

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