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Interview mit CEO Jason Donahue und Deutschlandchefin Christiane Glöckler „Acronis lebt und stirbt mit dem Channel“

Redakteur: Regina Böckle

Vor einem knappen halben Jahr hat Jason Donahue als weltweiter CEO den Chefsessel des Backup- und Disaster-Recovery-Spezialisten Acronis übernommen, mit dem erklärten Ziel, „Backup- und Recovery-Produkte einem noch breiteren Kundenspektrum zugänglich zu machen“.

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Jason Donahue, CEO. und Christiane Glöckler, Managing Director Deutschland bei Acronis
Jason Donahue, CEO. und Christiane Glöckler, Managing Director Deutschland bei Acronis
( Archiv: Vogel Business Media )

Inwieweit das gelungen ist, welche weiteren Weichen Acronis stellen will und wie der Channel unterstützt werden soll, erklären Donahue und Acronis-Deutschlandchefin Christiane Glöckler im Exklusiv-Interview mit IT-BUSINESS.

ITB: Wie waren Sie mit dem Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres zufrieden?

Donahue: Wir haben 2008 sehr viel in die technologische Weiterentwicklung unserer Produkte investiert, ebenso in Marketing-Programme, die unseren Partnern attraktive Margen sichern. Die Hälfte unserer insgesamt 650 Mitarbeiter ist in der Entwicklung tätig. Auf diese Weise haben wir uns einen technologischen Vorsprung vor dem Mitbewerb gesichert, insbesondere was die Geschwindigkeit anbelangt, mit der Acronis-Kunden komplette Systeme samt Konfiguration wiederherstellen können. Unsere Bare-Metal-Technologie schafft das binnen Sekunden und verhindert so den teuren Ausfall von Produktivsystemen.

ITB: Was steht 2009 auf der Acronis-Agenda?

Donahue: 2009 werden wir weiter investieren und entsprechende Enterprise-Lösungen anbieten. Wir werden zum einen ergänzende Lösungen für Storage-Management und Deduplizierung anbieten. Im Gegensatz zu den meisten Deduplizierungs-Anbietern, die vorrangig im Enterprise-Segment tätigt sind, ist Acronis stark im SOHO- und Mittelstandssegment verankert. Zweitens werden wir 2009 neue Produkte auf den Markt bringen, die es unseren Partnern erlauben, auch gehobene Mittelstands- und Großkunden zu bedienen. Entsprechend werden wir auch unser Partnerprogramm angepassen, um künftige Enterprise-Reseller entsprechend unterstützen zu können.

Inwiefern werden Sie die Produkte für Großkunden anpassen?

Donahue: Hier beobachten wir ja seit Jahren ein exponentielles Datenwachstum – und das wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Das bedeutet auch, dass es für Unternehmen zunehmend schwieriger wird, diese Datenflut noch zu managen, beziehungsweise beim Disaster-Recovery die Daten schnell auf eine neue Maschine zu migrieren. Bandbreite und Speicherplatz entpuppten sich hier als Flaschenhälse. Daher werden wir noch 2009 eine eigene Technologie zur Daten-Deduplizierung und -Komprimierung vorstellen, die diesen Recovery-Prozess extrem verkürzt.

Details zu dieser neuen Deduplizierungs- und Komprimierungs-Technologie erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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Können Sie schon ein paar weitere Merkmale dieser neuen Deduplizierungs- und Komprimierungs-Technologie verraten?

Donahue: Bislang setzen die meisten Kunden Disaster-Recovery-Lösungen ein, bei welchen die Wiederherstellung von Maschine zu Maschine erfolgt. Je größer die Zahl der eingesetzten Systeme, desto komplexer wird diese Art des Recovery. Das funktioniert nur mit Hilfe eines automatisierten Backup-Policy-Managements und der Möglichkeit, über die gesamte Unternehmens-Infrastruktur hinweg Maschinen-Pools zu bilden und den Recovery-Prozess zentral und automatisiert zu managen.

Im Enterprise-Segment tummeln sich allerdings schon einige Mitbewerber. Wie wollen Sie hier einen Fuß in die Tür bekommen, gerade in diesen wirtschaftlich eher schwierigen Zeiten?

Donahue: Wir haben eine enorm große Zahl sehr engagierter, gut ausgebildeter Partner und äußerst innovative Produkte. Angesichts dessen sind wir zuversichtlich, dass wir uns auch diesen gehobenen Markt erschließen werden. Zudem rechnen wir mit einer starken Konsolidierung – viele kleinere Anbieter werden hier verschwinden und einige der großen Software-Firmen haben mit hauseigenen Problemen zu kämpfen. Das verschafft uns einen zusätzlichen Spielraum.

weiter mit: Was Acronis im Bereich Virtualisierung und Cloud Computing plant, erläutert Jason Donahue auf der folgenden Seite.

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