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Interview mit Jürgen A. Krebs, Hitachi Data Systems All-Flash oder Tiered Storage

| Redakteur: Nico Litzel

Jürgen A. Krebs, Director Business Development bei Hitachi Data Systems, erklärt die Flash-Technologie und ihre Einsatzszenarien.

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Jürgen A. Krebs, Director Business Development bei Hitachi Data Systems
Jürgen A. Krebs, Director Business Development bei Hitachi Data Systems
(Bild: HDS)

Storage-Insider.de: Welche Arten von Flash-Speicher gibt es?

Krebs: Sowohl mit der NAND- als auch mit der NOR-Verschaltung lassen sich Flash-Speichermodule aufbauen. Solid State Disks (SSDs) sind Flash-Speicher in Form von Festplattenlaufwerken. Im Storage-Bereich kommt heute aufgrund der hohen Kapazitätsdichte meistens NAND-Flash zum Einsatz. Dies wird jedoch gegenüber der NOR-Technologie mit einem höheren Aufwand in der Ansteuerung und dem Bad-Block-Management „erkauft “. Es gibt drei Arten: SLC-NAND-Flash speichert ein Bit pro Zelle, MLC mehrere und bei TLC steigern unterschiedliche Spannungszustände die Kapazität zusätzlich. Sie unterscheiden sich in Kosten, Geschwindigkeit und Haltbarkeit. Derzeit führend sind Enterprise-MLCs mit zwei Bits pro Zelle, sie ermöglichen bis zu 30.000 Schreibzyklen.

In welchen Bereichen ist der Einsatz von Flash-Speicher derzeit sinnvoll?

Krebs: All-Flash-Systeme sind momentan vor allem für rechenintensive Umgebungen geeignet. Ich denke insbesondere an Online Transaction Processing: Die direkte und unmittelbare Verarbeitung von Online-Transaktionen im Datenbankbereich stellt hohe Anforderungen an den Datendurchsatz der IT-Systeme. Für andere Szenarien empfiehlt sich häufig eine gemischte Nutzung im Sinne eines Tiered-Storage-Ansatzes. Rechenzentren und letztlich Anwender profitieren, wenn der Speicher automatisch erkennt, welche Informationen wie intensiv genutzt werden und wenn die Daten zum richtigen Zeitpunkt automatisiert in die passende Speicherebene wandern. Statt ganzer LUNs sollen dabei nur die direkt betroffenen Daten im MB-Bereich migriert werden.

Wie sieht es konkret mit der Haltbarkeit aus?

Krebs: Die Zahl der Schreibvorgänge ist bei Flash immer noch geringer als bei klassischen Platten. Um dem entgegenzuwirken, hat Hitachi Ltd. den „Accelerated Flash Controller“ entwickelt. Mit ihm bestückte HDS-Systeme verfügen über garantierte fünf Jahre Lebenszeit im professionellen Umfeld. Technologisch ist er eine Kombination der Vorteile des MLC- und des SLC-Konzepts. Korrektur- und Pflegemechanismen helfen zusätzlich, die Lebensdauer von Flash-Speichern zu erhöhen. Hierzu trägt die bei Hitachi eigens entwickelte Form des „Wear Levellings“ bei, die eine wesentlich intelligentere Verteilung von Schreibvorgängen ermöglicht.

Dieses Interview stammt aus dem Kompendium „Blitzschnelle Speichersysteme mit Flash-Memory und SSD“ von Storage-Insider.de. Hier können Sie das vollständige Kompendium kostenlos als PDF-Datei herunterladen. Hier geht es zur Übersicht aller bisher erschienenen Kompendien.

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