Cloud – vom Speichern über Computing Power bis zur Kontrolle der Datenströme Amazon Web-Services in der Übersicht

Redakteur: Ulrike Ostler

„Im Laufe der nächsten drei bis fünf Jahre werden fast alle IT-Abteilungen auf die ein oder andere Form von Cloud Services umstellen, um damit bestimmte Unternehmensziele zu erreichen“, sagt Carlo Velten, Anlayst der Experton Group. Der Prototyp aller Coud-Angebote dürften die Amazon Web Services (AWS) sein. Doch was genau bietet das Unternehmen an? Hier gibt es einen Überblick.

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Tatsächlich überfordert die Fülle an Amazon Web-Services (AWS) den ein oder anderen. Egal, ob Storage, Computer-Kapazität und Online-Datenbank, bei Amazon durch die diversen Optionen, die Das Unternehmen erlaubt, scheint es etwas für jeden Gusto zu geben.

Deshalb erhebt die nachfolgende Liste von vorneherein keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie spiegelt lediglich die beliebtesten Dienste wieder und dazu passende Basispreise.

Amazon Elastic Compute Cloud (EC2)

Die Elastic Compute Cloud dürfte wohl der bekannteste Service von Amazon sein. Hier stellt das Unternehmen Computing-Kapazität zur Verfügung. Das Angebot adressiert hauptsächlich Entwickler, denen auf einfache Weise per Web dynamisch Rechen-Ressourcen zur Verfügung gestellt werden können.

Das Unternehmen wirbt damit, dass die Entwickler die volle Kontrolle über ihre Rechenleistung bekommen. Es braucht lediglich Minuten, um eine neue Server-Instanz beziehen und booten zu können. Das erlaubt, die Ressourcen so schnell anzupassen, wie sie benötigt werden.

Zudem wird nur das abgerechnet, was die Entwickler tatsächlich nutzen. Das Bezahlmodell nennt sich „Pay as you go“.

Neue AWS-Kunden können die Amazon EC2 für eine Jahr kostenlos benutzen. On-Demand-Instanzen auf der Basis von Linux sind an 0,085 Dollar pro Stunde zu bekommen. Die Kosten für eine Windows-Stunde beginnen ab 0,12 Dollar. Setzen die Entwickler lieber auf reservierte Instanzen, kostet das mindestens 227,50 Dollar pro Jahr beziehungsweise 0,03 Dollar pro Stunde.

Amazon Simple Storage Service (S3)

Der Dienst „Simple Storage Service“ (S3) bietet unbegrenzten Speicherplatz in der Cloud. Die Anwender bekommen ein einfache Web-Service-Interface, das ihnen erlaubt, Daten irgendwo im Web zu speichern und von dort zu beziehen.

Neukunden bekommen 5 Gigabyte S3, 20.000 get-Requests und 2.000 put-Requests ein Jahr für lau. Darüber hinaus sind in diesem Jahr 15 Gigabyte Datentransfer für das Speichern von Daten und 15 Gigabyte für die Übertragung aus der S3-Wolke frei.

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Amazon Elastic Map Reduce

Mit dem Service „Elastic Map Reduce“ können Anwender wie Entwickler große Datanmengen beziehen und verarbeiten, etwa in Simulationen für Forschungszwecke oder in Data-Mining-Projekten. Amazon ermöglicht diesen Dienst über ein gehostetes „Hadoop“-Framework, das auf EC2 und S3 läuft.

Die Preise für diesen Service beginnen bei 0.015 Dollar pro Stunde. Dazu kommen die normalen EC” und S3-Kosten.

Amazon Cloud Front

Der Service “Cloud Front” ist in andere Amazon-Dienste integriert und erlaubt Anwendern wie Entwicklern auf eine einfache Art , Daten in Hochgeschwindigkeit zu verteilen. Das gilt sowohl für statischen Content als auch für Streamings und funktioniert dank eines weltweiten Netzes.

Auch hier gilt: Zahlen nach Gebrauch. Der untere Preisrahmen liegt pro Monat bei 0,15 Dollar pro Gigabyte, wenn es sich um die jeweils ersten 10 Terabyte handelt. Um die Kosten zu kalkulieren, stellt Amazon ein Rechenprogramm bereit, den „AWS Simply Calculator“. Auf Anfrage lassen sich aber auch Preise für gebuchte Leistung aushandeln.

Amazon Simple DB

Im AWS-Paket: Datenbank-Anwendungen ohne Administrationsaufwand gegen Liefergebühr, Bild: Amazon (Archiv: Vogel Business Media)

Für Muffel in Sachen Relationale Datenbank-Management-Systeme (RDBMS) bietet Amazon den Dienst “Simple DB” an. Hiermit lassen sich Daten speichern unter Umgehung der mühsamen Administration relationaler Datenbanken. Nachdem die Informationen gespeichert sind und sich per Web-Service abfragen und abrufen lassen, erstellt und verwaltet der Dienst quasi automatisch Replikationen. Das sorgt für eine höhere Verfügbarkeit und Dauerhaftigkeit.

Neukunden erhalten pro Monat 25 Maschinen-Stunden und 1 Gigabyte Speicherplatz kostenfrei. Bei Bestandskunden variiert der Preis.

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Amazon Relational Database Service (RDS)

Wer will, kann AWS auch zum Speichern in ganzen Blöcken nutzen, Bild: Amazon (Archiv: Vogel Business Media)

Für die Anwendungen, in denen strukturierte Daten benötigt werden, stellt Amazon einen skalierbaren “Relational Database Service” (RDS) bereit. Innerhalb dieses Dienstes werden alle administrativen Aufgaben erledigt; das betrifft die Kodierung, die Anwendungen und die Tools, die für die „MySQL“- Datenbank benötigt werden, die in RDS läuft. Der Service spielt zudem Patches ein und führt die Backups aus.

Eine On-Demand-DB-Instanz ist ab 0,11 Dollar pro Stunde aufwärts zu haben. Für die Verteilung auf verschiedenen Rechenzentren kostet ein Standardpaket 0,22 Dollar pro Stunde. Buchbare Datanbank-Instanzen schlagen mit mindestens 0,10 Dollar 227,50 Dollar jährlich zu Buche. Provisionierte Datenhaltung per relationaler Datenbank ist ab 0,10 Dollar pro Gigabyte zu bekommen.

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Amazon Simple Queue Service

Mit “Simple Queue Service” (SQS) bietet Amazon gehostete Queues an, die den Workflow zwischen den verteilten Komponenteneiner Anwendung stärken. Die Warteschlange dient zum Speichern von Mitteilungen, während diese zwischen Computern weitergeleitet werden.

Mit Hilfe von SQS können Entwickler auf einfache Weise Daten zwischen verteilten Komponenten ihrer Anwendungen verschieben. Dabei gehen keine Mitteilungen verloren obwohl nicht jede Komponente stets verfügbar sein muss. Dadurch lässt sich das Erstellen automatisierter Abläufe vereinfachen.

Amazon SQS funktioniert durch die Offenlegung der web-Optimierten Mitteilungs-Infrastruktur von Amazon als Web-Service. Jeder Computer mit Verbindung ins Internet kann Mitteilungen hinzufügen oder lesen, ohne dass dafür Software installiert oder die Firewall speziell konfiguriert werden muss.

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Neukunden erhalten jeden Monat 100.000 SQS Queuing-Requests kostenlos. Bestandskunden zahlen alle 10.000 Requests 0,01 Dollar. Die Datentransfer-Kosten variieren.

Amazon Simple Notification Service (SNS)

Noch befindet sich der Dienst “Simple Notification Service” (SNS) im Beta-Stadium. Der Web Service dient zum einfachen Einrichten, Handhaben und Versenden von Benachrichtigungen über die Cloud. Er bietet Entwicklern eine skalierbare und flexible Plattform zur Veröffentlichung von Nachrichten aus einer Anwendung heraus und ist darauf ausgelegt, Entwicklern die Web-Skalierung der Rechenleistung zu erleichtern.

Über eine Web-Oberfläche lassen sich Themen und entsprechende Client-Abonnements einrichten. Anwendungen und Personen werden gezielt benachrichtigt. Die Wahl des Client-Protokolls, etwa HTTP und E-Mail ist frei. SNS unterstützt einen Push-Mechanismus.

Mit Hilfe von SNS lassen sich so ereignisgesteuerte Workflows und Nachrichtenanwendungen erstellen, ohne dass hierfür Middleware und Anwendungsverwaltung erforderlich sind. Potenzielle Anwendungsbereiche sind die Anwendungsüberwachung, Workflow-Systeme, zeitkritische Informations-Updates, mobile Anwendungen und vieles mehr.

Nutzer erhalten pro Monat 100.000 SNS-Request, 100.000 HTTP-Notizen und 1.000 E-Mail-Benachrichtigungen kostenfrei.

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Amazon Cloud Watch

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: “Cloud Watch” ist gedacht für das Monitoring von EC2 und anderen Cloud-Services von Amazon. Die Kunden können die EC2-Instanz wählen, die sie überwachen möchten. Cloud Watch sammelt dann die entsprechenden Daten ein und stellt die zur Verfügung. Es gibt zum Beispiel Metriken, die die Server-Auslasung messen, Schreib- und Lese-Zugriffe auf die Platten sowie den Netzwerk-Verkehr.

Der Preis für den Service hängt von der Anzahl der EC2- Instanzen ab, die Überwacht werden. Der Einstiegspreis liegt bei 0,015 Dollar pro Instanz.

Amazon Elastic Block Store (EBS)

Für Anwendungen in denen das blockweise Speichern benötigt wird, stelltder Service „Elastic Block Store“ (EBS) praktisch ohne Vorbereitung entsprechendes Volumen bereit. Der Dienst lässt sich mit EC2-Instanzen koppeln. Die Volumengröße kann von 1 Gigabyte bis zu 1 Terabyte variieren.

Pro allokiertem Gigabyte kostet der Dienst 0,10 Dollar im Monat. Dazu kommen Gebühren für Input/Output – 0,10 Dollar pro eine Million I/O-Requests – sowie die Gebühren für EC2.

Amazon Virtual Private Cloud

Amazon Virtual Private Cloud (Amazon VPC) soll „eine sichere und nahtlose Brücke“ zwischen der vorhandenen IT-Infrastruktur eines Unternehmens und der AWS Cloud darstellen. Der Service ist für Großunternehmen gedacht, die ihre vorhandene Infrastruktur mit AWS-Rechenressourcen über ein Virtual Private Network (VPN) verbinden wollen.

Außerdem lassen sich damit vorhandenen Systeme wie Sicherheitsdienste und Firewalls erweitern, um AWS-Ressourcen einbeziehen zu können. Amazon VPC gibt es derzeit lediglich für Amazon EC2 und erst in der Zukunft für weitere AWS.

Die Anwenderunternehmen zahlen nach Nutzung. Pro VPN und Stunde fallen 0.05 Dollar Gebühren an. Dazu kommen die Kosten für die EC2-Nutzung und Datentransfer-Kosten.

Elastic Load Balancing

Der Netzwerk-Dienst „Elastic Load Balancing“ verteilt den ankommenden Applikations-Datenstrom auf mehrere verfügbare EC2-Instanzen. Kunden haben dabei die Möglichkeit, den Dienst über eine einzige so genannte „Availability Zone“ zu aktivieren oder über verschiedene Zonen. Außerdem lassen sich mit Hilfe dieses Dienstes Instanzen mit Fehlfunktionen aufspüren und den Verkehr auf funktionstüchtige umleiten.

Eine Stunde Elastic Load Balancer kostet 0,008 Dollar pro transferiertem Gigabit Daten zusätzlich zu den EC2-Kosten.

AWS Import/Export

Bleiben Sie schlank und schnell, vesprechen die Amazon Web-Services; Bild: Amazon (Archiv: Vogel Business Media)

Der Dienst „AWS Import/Export“ beschleunigt die Bewegung großer Datenmengen in und aus AWS. Dafür nutzt der Service das Amazon-eigene High-Speed-Netzwerk, unter Umgehung des Internets. Dadurch ist der Dienst insbesondere bei der Übertragung großer Datenmengen oftmals schneller als öffentliche Datennetze und zudem kostengünstiger als ein Upgrade.

AWS Import/Export unterstützt den Import sowie den Export von Daten in und aus Amazon S3-Buckets in den Regionen USA und Europa (Irland).

Generell hängt der Preis von der Datenmenge ab. Es gibt jedoch eine Flatrate pro mobilem Device von 80 Dollar plus 2,49 Dollar pro Daten-Lade-Stunde.

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