Wie sich die Anbieter von Backup / Archiving / High Availability im deutschen Markt positionieren, Teil 1

An guter Datensicherungssoftware herrscht kein Mangel

| Autor / Redakteur: Wolfgang Heinhaus / Rainer Graefen

Wolfgang Heinhaus
Wolfgang Heinhaus (Experton)

Für viele Unternehmen ist die tägliche Datensicherung ein notwendiges Übel, der wenig Bedeutung beigemessen wird. Im Zuge virtualisierter Umgebungen wird die Datensicherung und Archivierung noch mehr vernachlässigt. Mancher erspart sich gleich das Update seines Backup-Programmes, da sich virtuelle Maschinen im Ernstfall doch schnell verschieben lassen. Ernsthafte Datensicherer sollten den Experton Kriterienkatalog gegenchecken.

Die optimistische Meinung vieler Datensicherer „Es wird schon nichts passieren“ ist leider stark verbreitet. Dabei lauern die Gefahren ständig und überall. Da hat beispielsweise ein Mitarbeiter seine Datei irrtümlich oder absichtlich überschrieben oder gelöscht.

Die Speichermedien halten nicht ewig, bei einem Plattencrash ist es schwer – wenn überhaupt möglich – die Daten durch ein Spezialunternehmen zu retten. Die dadurch entstehenden Kosten sind extrem hoch. Feuer oder Wasserschäden zerstören das Rechenzentrum, die Daten sind für alle Zeiten vernichtet.

Eine individuelle Strategie wählen

Wenn die Daten nicht gesichert sind, kann dies das Ende des Unternehmens bedeuten. Zudem gibt es rechtliche Auflagen, die Daten ordnungsgemäß und nachvollziehbar zu sichern und zu archivieren. Die Grundlagen zur Archivierung und Nachprüfbarkeit digitaler Daten sind in Deutschland verbindlich in den Grundsätzen zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) festgeschrieben. Dabei sind gesetzliche Aufbewahrungsfristen zu beachten.

Statistiken belegen, dass die Daten in den meisten Firmen unzureichend gesichert sind. Es wird dringend empfohlen, die Datensicherung und Archivierung auf ein sicheres, robustes Fundament zu stellen. Es muss eine Backup-Strategie als Grundlage für ein sicheres, hochverfügbares Backup und die Archivierung entwickelt werden. Die Strategie muss jedes Unternehmen für sich festlegen. Die Datensicherung ist eine sensible Einrichtung und sollte nicht von jedermann bedient und eingesehen werden können.

Die Rückfahrkarte immer dabei haben

Es ist auch nicht damit getan, die Daten zu sichern, sondern es muss in zeitlichen Abständen ebenfalls das Zurückladen der Daten (Restore) getestet werden, um zu prüfen, ob die Daten vollständig und korrekt gesichert wurden und noch lesbar sind. Die Daten sind in einem vom Datacenter getrennten Feuerschutzraum aufzubewahren, damit sie hinreichend geschützt und hochverfügbar sind.

So ist im Katastrophenfall kein Datenverlust zu befürchten. Daten sind ein wertvolles Gut für Unternehmen. Zahlreiche Dienstleister bieten Online Backup Services an. Sie überwachen die Backup-Intervalle und lagern die Daten verschlüsselt in deutschen Datacentern. Dadurch entfällt das Risiko bei Elementarschäden. Kriterien, die eine Backup Software erfüllen muss, wurden entsprechend in die Bewertung mit einbezogen.

Zentrale Bewertungskriterien für Anbieter von Backup-, Archiving- und High-Availability-Lösungen waren:

  • Sind unterschiedliche Backup-Intervalle für unterschiedliche Systeme/Applikationen innerhalb einer Lösung realisierbar?
  • Wird die Integrität/Durchführung der Backups überwacht und werden Fehler automatisiert gemeldet?
  • Gibt es ein Berechtigungssystem für den Zugriff der Backups?
  • Kann ein Vier-Augen-Prinzip beim Zugriff auf Backups umgesetzt werden?
  • Können Backups verschlüsselt/signiert werden?
  • Können unterschiedliche Archivierungszeiträume für verschiedene Datenbestände z.B. auf Grund gesetzlicher Vorgaben automatisiert werden?
  • Können unterschiedliche Verfügbarkeitslevel für unterschiedliche Datenbestände parallel umgesetzt werden?
  • Kann die Lösung hochverfügbar/redundant betrieben werden?
  • Wird die parallele Speicherung von Daten in physisch getrennten Rechenzentren unterstützt?

Im ersten Security Vendor Benchmark für Deutschland, den Experton Group Anfang dieses Jahres vorstellte, wurde auch das Thema Backup / Archiving /High Availability untersucht.

Bewertung einzelner Anbieter

Im Bereich Backup / Archiving / High Availability wurden 14 Anbieter als relevante Player auf dem deutschen Markt identifiziert. Betrachtet wurden die folgenden Anbieter mit ihrem zum Zeitpunkt unserer Untersuchung aktuellen Angebot (Reihenfolge alphabetisch):

  • Acronis
  • Atos
  • Barracuda
  • BT
  • Computacenter
  • CommVault
  • Deutsche Telekom
  • EMC
  • Fortinet
  • IBM
  • Symantec
  • UBIQUE
  • Veeam
  • Wipro

Wie sich die Anbietern dieser Kategorie im Leader-Quadranten platzieren, erfahren Sie am 18.06.2015 um 16 Uhr in Teil 2.

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