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Embedded-Festplatten Apacer erlaubt die Echtzeit-Statuskontrolle seiner Flash-Speicher

| Autor / Redakteur: Franz Graser / Nico Litzel

Der taiwanische Speichermedien-Hersteller Apacer zielt auf anspruchsvolle Anwendungen im Embedded-Umfeld. Wasserfeste Flash-Speicher und SSD-Festplatten, die in Echtzeit überwacht werden können, gehören zum Portfolio des Unternehmens aus Taipei.

Jeff Lin ist Senior Director der Embedded Application Product Division beim taiwanischen Speicherhersteller Apacer.
Jeff Lin ist Senior Director der Embedded Application Product Division beim taiwanischen Speicherhersteller Apacer.
(Foto: Franz Graser)

Das Softwarewerkzeug SSDWidget zeigt an, wie es um die in einem Embedded-Gerät verbaute SSD-Festplatte bestellt ist. Per Browser oder über eine Applikation für mobile Geräte lässt sich zum Beispiel leicht ablesen, wie lange sich das Speichermedium im Betrieb befindet, ob fehlerhafte Blöcke entdeckt wurden, wie hoch die Betriebstemperatur ist, wie viele Schreib- und Löschzyklen vorgenommen wurden oder wie oft während des Betriebs der Strom unerwartet wegblieb (Unexpected Power Loss).

Gerade wenn wertvolle Daten auf den SSD-Festplatten gespeichert werden, können diese Informationen über den Zustand der Flash-Drives ausgesprochen nützlich sein. Bediener und Administratoren können somit abschätzen, wie lange das Speichermedium noch einen Dienst klaglos verrichten wird und wann möglicherweise Ersatz fällig ist. Der Clou ist, dass ganze SSD-Bündel im Unternehmen überwacht werden können. Apacer sicher zudem ein aufwendiges Security-Management zu, das verhindern soll, dass Unbefugte Zugriff auf die Statusberichte der Flash-Drives bekommen.

Die Überwachungssoftware zeigt den Betriebszustand der Solid State Disk in Echtzeit an.
Die Überwachungssoftware zeigt den Betriebszustand der Solid State Disk in Echtzeit an.
(Bild: Franz Graser)
Da Embedded-Geräte häufig in Umgebungen eingesetzt werden, die nicht gerade Reinraum-Eigenschaften haben, kommt auch dem Schutz der Speichermedien gegen Staub, Feuchtigkeit und ähnliche Umwelteinflüsse wie zum Beispiel Pilzsporen eine hohe Bedeutung zu. Apacer offeriert deshalb unterschiedliche Versiegelungstechniken, die das SSD-Laufwerk gegen diese Eindringlinge schützen. Die einfachste und preiswerteste ist eine Oberflächenbeschichtung (Conformal Coating), die Schutz gegen Staub, Feuchtigkeit, Sporen und Korrosion bietet.

Wem dies nicht genügt, der kann auf das teurere Verfahren der Nanopartikel-Beschichtung zurückgreifen. Sie kann auf alle Arten von Oberflächen angewandt werden und bietet Schutz nach der Klasse IP57. Das bedeutet, dass das beschichtete Objekt auch gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt ist. Für ganz schwere Fälle hat Apacer noch das luftdichte Einschließen der Speichermedien in einen Formkörper im Programm. Dieses Verfahren ist zwar im Vergleich zu den anderen beiden am teuersten, bewahrt aber das SSD-Laufwerk am effektivsten vor widrigen Umwelteinflüssen.

Um die Integrität der Daten auch dann zu gewährleisten, wenn der Strom ausfällt, stattet Apacer seine SSD-Festplatten auf Wunsch mit speziellen Kondensatoren aus, die für diesen Fall eine Backup-Stromversorgung zur Verfügung stellen. Hier kann der Anwender zwischen zwei Optionen wählen: Sogenannten Super-Kondensatoren (Super Capacitors) oder Tantal-Kondensatoren (Tantal Capacitors).

Die erstgenannten sind Elektrolyt-Kondensatoren mit hoher Kapazität bei kleiner Baugröße. Die teureren Tantal-Kondensatoren verfügen zwar nicht über die Kapazität der sogenannten Super-Kondensatoren, allerdings sind sie nach Angaben von Apacer deutlich langlebiger und unter extremen Temperaturen zuverlässiger.

Für den Fall, dass extrem sensible Daten auf den Speichermedien gesichert werden sollen, die nicht in falsche Hände fallen dürfen, bieten die Taiwaner Datenlöschtechniken an, die sich CoreEraser und CoreDestroyer nennen. Der CoreEraser verfügt über drei Sicherheitsstufen. Die erste eliminiert die Datenzuordnungstabelle (File Allocation Table, FAT) und den Master Boot Record (MBR). Dadurch erscheint das Laufwerk gegenüber dem Betriebssystem als nicht initialisiert. Die zweite Stufe nimmt zusätzlich zur Löschung von FAT und MBR eine Neu-Initialisierung des Flash-Drives vor. Alle Speicherzellen zeigen somit die Hexadezimal-Werte FF oder 00 an.

Die dritte Stufe genügt militärischen Standards. Hier werden neben dem MBR und der FAT die Inhalte aller Speicherzellen gelöscht und dann mit Zufallsdaten überschrieben. Danach findet eine Verifikation statt. Der CoreDestroyer ist noch eine Stufe härter: Hier wird neben allen Daten auf dem Flash-Drive auch die Firmware gelöscht. „Das Laufwerk wird somit komplett unbrauchbar“, sagt Jeff Lin, Director der Embedded Application Product Division von Apacer.

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