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Greenpeace-Studie „How Clean is Your Cloud?“ Apple, Amazon und Microsoft verbrauchen durch Cloud Computing mehr Kohle- und Atomstrom

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Ira Zahorsky / Ira Zahorsky

Sie sind sogar aus dem Weltraum zu sehen, die riesigen Cloud-Rechenzentren der IT-Unternehmen. Auf grünen Strom legen dabei die wenigsten Wert. Eine Greenpeace-Studie zeigt die Großverbraucher dreckigen Stroms auf.

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Cloud Computing lässt Unternehmen wie Apple, Amazon oder Microsoft mehr Atomstrom verbrauchen.
Cloud Computing lässt Unternehmen wie Apple, Amazon oder Microsoft mehr Atomstrom verbrauchen.

„Rund um den Globus teilen Menschen ihre Fotos und Musik in der Cloud. Wir erwarten, dass die dafür nötige Rechenleistung mit sauberer Energie betrieben wird“, sagt Gerald Neubauer, Energieexperte bei Greenpeace. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus, denn Konzerne wie Apple, Amazon und Microsoft ziehen den zusätzlich benötigten Strom für ihre Rechenzentren aus Kohle- und Atomkraftwerken.

Der Greenpeace-Studie „How Clean is Your Cloud?“ zufolge soll das Volumen an digitalen Informationen bis zum Jahr 2020 um das 50-Fache anwachsen. Gespeichert wird immer häufiger in der Cloud, um von überall auf die Daten zugreifen zu können.

IT-Unternehmen wie Apple, Amazon und Microsoft, deren Geschäftsmodell auf der Cloud aufbaut und rasch expandiert, wurden jetzt von Greenpeace entlarvt, ihren Strom für die Cloud-Rechenzentren zum Großteil aus umweltbelastenden Energiequellen, wie Kohle- und Atomkraftwerken, zu beziehen. Apple führt dabei mit 82,9 Prozent „dreckiger“ Energie vor Oracle (65,9 Prozent), Microsoft (65,3 Prozent) und Salesforce (64,9 Prozent). HP und Amazon teilen sich mit 63,8 Prozent den fünften Platz. Mit knapp 30 Prozent ist bei Amazon dabei der Atomstrom-Anteil am höchsten, gefolgt von Apple mit 27,8 Prozent.

Es gibt aber auch durchaus Firmen, die sich um die Umwelt Gedanken machen und auf erneuerbare Energien setzen. Dell führt diese Kategorie mit nur 26,5 Prozent an dreckigem Strom an. Es folgen Yahoo (34,9 Prozent), Google (44 Prozent) und Twitter (48,4 Prozent).

Laut der Studie hat sich Facebook inzwischen verpflichtet, die eigene Plattform mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Der erste Schritt dazu ist das neue Rechenzentrum in Schweden, das komplett mit erneuerbaren Energien läuft.

Weitere Ergebnisse der Studie

  • Die zunehmende Bündelung von Investitionen in Rechenzentren in bestimmten Ballungsgebieten hat spürbare Auswirkungen auf das Stromnetz-Management. Lässt man diesen konzentrierten Ausbau weiterhin zu, wird es immer schwieriger sein, sich von umweltbelastenden Stromquellen zu verabschieden.
  • Einige Unternehmen versuchen zunehmend, die Cloud als dem Wesen nach „grün“ darzustellen, obwohl es weiterhin an Transparenz und an einheitlichen Verfahren zur Bestimmung der Leistung und der tatsächlichen Umweltauswirkungen fehlt.
  • Es gibt positive Anzeichen für eine zunehmende Zusammenarbeit und einen Opensource-Austausch zwischen IT-Branchenführern, sowohl bei der Hardware- als auch bei der Softwareentwicklung, um die Verbesserung und den Einsatz von energieeffizientem IT-Design zu beschleunigen.
  • Viele IT-Unternehmen kümmern sich zunehmend darum, dass ihr Energiebedarf aus verfügbaren erneuerbaren Quellen gedeckt werden kann.

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