eSIM soll 2016 kommen Apple und Samsung wollen die klassische SIM-Karte einstampfen

Die klassische SIM-Karte, wie wir sie heute kennen, soll bald ausgedient haben. Die Nachfolge tritt eine elektronische Variante an: die eSIM. Der Branchenverband der Mobilfunkindustrie GSMA arbeitet bereits an der Standardisierung der nächsten SIM-Karten-Generation für den Einsatz in Mobilfunkgeräten und holt hierfür die Branchengrößen Apple und Samsung mit an Bord.

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Bisher sind Mobilnetzkunden per SIM-Karte üblicherweise fest ein einen einzelnen Netzbetreiber gebunden. Dies will die GSMA bereits kommendes Jahr mit der Einführung der elektronischen SIM ändern, die einen fliegenden Wechsel des Telefonanbieters möglich machen soll.

Laut der Financial Times befinden sich Apple und Samsung bereits in "fortgeschrittenen Verhandlungen" mit dem Branchenverband, um einen gemeinsamen Standard für die sogenannte Embedded SIM oder kurz eSIM für Smartphones und Tablets zu erarbeiten. Diese soll sich nicht mehr wie heutige SIM-Karten austauschen lassen, sondern fest in die Geräte verbaut werden. Die Umstellung auf einen anderen Netzbetreiber soll dann per Funksignal erfolgen.

Noch fehlen technische Spezifikationen

Die Embedded SIM wurde ursprünglich für die Maschine-zu-Maschine- (M2M) Kommunikation entwickelt. Vorteile sind unter anderem eine unkomplizierte Interoperabilität auch unter globalen Anbietern und ein geringerer Bauteil-Platzbedarf im Gerät selbst. Im Automobilbereich werden Fahrzeuge, die in der EU ab 2018 mit dem eCall-System ausgerüstet werden müssen, mit einer eSIM ausgestattet.

Auch in Verbrauchergeräten wie Smartphones ist der Einsatz denkbar. Es fehlt derzeit aber noch an einer konkreten technischen Spezifikation. Diese möchte die GSMA zusammen mit Samsung und Apple nun in Kürze verabschieden. Der Branchenverband erhofft sich hierbei auch die Unterstützung großer Netzbetreiber wie der Deutschen Telekom, Telefónica, Orange, AT&T oder Vodafone.

Mehr Unabhängigkeit von Netzanbietern

Interessanterweise hatte Apple mit der Apple SIM im vergangenen Jahr eine Variante der Embedded SIM eingeführt, die in Deutschland in den aktuellsten Varianten von iPad und iPad Mini vorhanden ist. Damit ist es in den USA oder Großbritannien ohne Kartenaustausch möglich, zwischen bestimmten Mobilnetzanbietern hin- und herzuwechseln.

Das Unternehmen stieß mit der Technologie allerdings nicht auf viel Gegenliebe bei den hiesigen Netzbetreibern. Vor allem Vodafone stand der Apple SIM sehr kritisch gegenüber: Die klassische SIM-Karte enthalte meist sehr wichtige individuelle Informationen und sei daher ein zentrales Element in der Beziehung zwischen Anbieter und Kunden.

Dennoch zeigt sich die GSMA zuversichtlich, schon bald eine "formelle Vereinbarung" mit Samsung und Apple erzielen zu können. Die eSIM sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg für den Ausbau und die Entwicklung neuer Mobilfunk-Netzwerke.

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