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Macworld Expo ohne Überraschungen Apples Erfolgsgeschichte bekommt erste Risse

| Redakteur: Harry Jacob

Ein Notebook, das nur knapp zwei Zentimeter dick ist und Backup-Speicher für den heimischen Applepark waren die Highlights auf der diesjährigen Mac Expo in San Francisco. Doch Steve Jobs, dem lange Jahre alles gelang, tut sich ungewöhnlich schwer beim digitalen Entertainment. Das Geschäft mit Film und Fernsehen soll nun neuen Schwung erhalten.

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Im geschlossenen Zustand ist das Macbook Air nur zwei Zentimeter dick. Dafür musste an der Ausstattung gespart werden.
Im geschlossenen Zustand ist das Macbook Air nur zwei Zentimeter dick. Dafür musste an der Ausstattung gespart werden.
( Archiv: Vogel Business Media )

In Apples Notebook-Portfolio kommt Bewegung. Zwischen die Consumerlinie »Macbook« und die Geräte für den professionellen Anwender, »Macbook Pro«, schiebt sich nun eine neue Linie: Macbook Air. Sie basiert auf Intels Santa-Rosa-Chipsatz, besitzt ein 13,3-Zoll-Display und ist im zugeklappten Zustand keine zwei Zentimeter dick – 1,94 Zentimeter, so die Angabe des Herstellers, bei einem Gewicht von knapp 1,4 Kilogramm.

Der Zusatz »Air« signalisiert, dass Drahtlostechniken eine wichtige Rolle spielen: WLAN nach Draft 802.11n und Bluetooth 2.1+EDR sind integriert, vergeblich sucht man aber Firewire, Ethernet oder ein optisches Laufwerk. Die Vernetzung soll eben drahtlos erfolgen, und nach einem Update ist das aktuelle Betriebssystem MacOS X 10.5 auch in der Lage, per »Remote Disc« auf die DVD-Laufwerke anderer Macs zuzugreifen.

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Ausbau stark beschränkt

Alternativ kann man auch ein Superdrive Air – einen externen Dual-Layer-DVD-Brenner – anschließen (99 Euro), auch einen Gigabit-Ethernet-Anschluss gibt es extern (29 Euro). Allerdings hat das Macbook Air nur einen einzigen USB-2.0-Anschluss, außerdem einen DVI- und einen Kopfhörerausgang. Standardmäßig sind zwei Gigabyte RAM verbaut, eine Erweiterung ist nicht möglich.

Das große Trackpad reagiert wie das Iphone auf Gesten. Die Tastatur ist trotz der kompakten Maße des Geräts in normaler Größe ausgeführt. In Sachen Umweltschutz sei das Gerät ein Meilenstein, betont Apple. Reduzierter Energiebedarf, quecksilberfreie LED-Hintergrundbeleuchtung, arsenfreies Glas, bromfreie Flammschutzmittel, PVC-freie Verkabelung und nicht zuletzt das Gehäuse aus eloxiertem Aluminium sowie die vollständig recyclebare Verpackung – der von Steve Jobs angekündigte Politikwechsel scheint erste Früchte zu tragen. Auslöser dafür war die Kritik, die mehrfach von Greenpeace an Apple geübt worden war und sich in einer eigenen »We want a greener Apple«-Website manifestiert.

Der Neuling ist in zwei Varianten erhältlich. Die Grundausstattung kommt mit 1,6-Gigahertz-CPU und 80-Gigabyte-Festplatte (1,8 Zoll, 4.200 Umdrehungen) für 1.699 Euro (UVP). Der große Bruder hat einen 1,8-Gigahertz-Prozessor und statt der Festplatte eine 64 Gigabyte große Solid-State-Disk. Das kostet allerdings 2.868 Euro. Erhältlich sind die Geräte ab Anfang Februar.

Speicher für die Massen

Mit »Time Machine« bietet das MacOS X 10.5, Codename Leopard eine einfach zu konfigurierende Backup-Funktion. Die verlangt nach einer eigenen Partition, um die Daten zu sichern. Die auf der Mac Expo vorgestellte »Time Capsule« ergänzt den Mac daher um ein externes Laufwerk, das von allen vorhandenen Macs gemeinsam verwendet werden kann, per USB 2.0, Gigabit-Ethernet oder WLAN 802.11n. Details zur Time Capsule gibt es hier.

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