Neuer Cloud-Service aus dem Hause Jobs

Apples Online-Speicher mit integrierter Datensicherung und ständiger Synchronisation

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In North Carolina hingegen wurden sogar eine Gesetzesänderung, die Apple bessere Steuerkonditionen verschafft, sowie ein finanzieller Anschub von 46 Millionen Dollar umgesetzt.

Im Gegenzug erwartet die kommunale Politik, dass Apple fast eine Milliarde Dollar in das Rechenzentrum investiert und dort rund 250 Menschen beschäftigt. Mittelfristig könnte das Rechenzentrum in Maiden sogar durch ein zweites auf dem gleichen Grundstück erweitert werden.

Musik-Streaming aus dem Internet ist eine Option

So tauchten auf Flickr bereits Planungen eines zweiten Gebäudes und die Grafik einer Baustelle auf, betitelt mit „Project Dolphin, Phase 2“. Die Riesenbaustelle für Apples neues Rechenzentrum in North Carolina hatte schon vor der Präsentation von iCloud für reichlich Spekulationen gesorgt.

Ursprünglich sollte das Rechenzentrum schon Ende 2010 fertig sein, und erwartet wurde eine Online-Version von iTunes, zumal Apple 2009 das Musik-Streaming-Unternehmen Lala gekauft hatte.

Dass man seine Musik direkt als Stream aus dem Web erhält und nicht mehr auf Festplatten und iPods zwischenspeichert, liegt aber noch in der Zukunft.

Mit grünem Strom nichts am Hut

Doch nicht überall kommen die Datacenter von Apple gut weg. So haben die Umwelt-Aktivisten von Greenpeace in ihrer Studie „How dirty is your data?“ Rechenzentren auf der ganzen Welt nach Stromverbrauch und Herkunft des Stroms untersucht.

Demnach setzt Apple in den eigenen Rechenzentren vor allem auf Kohlestrom statt auf erneuerbare Energien. Auch zur Stromversorgung des neuen Rechenzentrums in North Carolina sollen vor allem Kohle- und Atomstrom genutzt werden.

Der Grund: In der Nähe von Maiden betreibt der Stromversorger Duke Energy drei ältere Kernkraftwerke an den Standorten McGuire am Lake Norman, Oconee am Lake Keowee und Catawba am Lake Wylie. Letzterer muss zusätzlich noch ein Kohlekraftwerk kühlen.

Greenpeace schätzt, dass Apple in seinen Rechenzentren (so wie Facebook oder IBM) über 50 Prozent Kohlestrom verwendet, das ist deutlich mehr als Yahoo mit 18 % oder Amazon mit 28 %. Da von Apple und anderen Unternehmen keine freiwilligen Angaben zum Energieverbrauch und CO2-Ausstoß zu erhalten waren, sind diese Werte jedoch nur Schätzungen von Greenpeace.

Geschäftsmodell nicht erkennbar

Bleibt eine wesentliche Frage: Was hat Apple davon, iCloud kostenlos bereitzustellen? Der Vorgänger MobileMe schlug noch mit einer Jahresgebühr von 79 Euro zu Buche.

Irgendwie aber müssen die Kosten von iCloud wieder eingespielt werden. Ob die Einnahmen ausreichen, die aus dem gebührenpflichtigen Speicherbedarf für die Nutzung von mehr als 5 GByte anfallen, darf bezweifelt werden.

Dass man für iOS-fähige Devices nun keinen Mac oder PC mehr benötigt, ist auch nicht wirklich förderlich fürs eigene Geschäft mit dem Macintosh. Immerhin zeigte Apple-CEO Steve Jobs während der Keynote zu iCloud ein „PC free“-Icon, das ein durchschnittenes Kabel zwischen Rechner und iPhone zeigte.

Mac ade

Vielleicht sollen der bewährte Design-Vorsprung und die einfache Handhabung der iOS-Geräte noch mehr Neukunden ins Boot holen, die in den Online-Shops von Apple gutes Geld für Apps und Musik ausgeben.

Von dort fließen 30 Prozent aller Umsätze in die Kasse von Apple, was ein sorgenfreies Polster für zukünftige Entwicklungen schaffen könnte. Darauf warten vor allem die professionellen Anwender der Macintosh-Reihe. Für die hatte Apple schon lange kein wahres Highlight mehr im Sortiment.

Beim neuen Betriebssystem „OS X Lion“, das ebenfalls am 6. Juni in San Francisco vorgestellt wurde, verzichtet Apple sogar auf die Bezeichnung „Mac“, die zu allen Vorgängern gehört hatte. Visionär Jobs erahnt wahrscheinlich schon das Ende des Desktop-Rechners und arbeitet schon an der drahtlosen Brain-Schnittstelle für die Social Cloud.

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