Suchen

Buchbesprechung: Praxishandbuch Speicherlösungen, Teil 1 Assessment, Bedarfsanalyse und Implementierung von Speicherlösungen

| Redakteur: Rainer Graefen

Jedes Unternehmen braucht ihn. In Massen. Storage. Und jedes Jahr muss ein Teil davon ersetzt werden. Im Praxishandbuch Speicherlösungen erfährt man wenig über das beste Produkt, aber viel darüber wie man Speicher erfolgreich implementiert.

Praxishandbuch Speicherlösungen, Döllinger, Legler, Bui.
Praxishandbuch Speicherlösungen, Döllinger, Legler, Bui.
( Archiv: Vogel Business Media )

Auf der Buchmesse in Frankfurt werden jedes Jahr an die 500.000 Neuerscheinungen vorgestellt. Bücher über Speichertechnik dürften dort jedoch sehr schwer zu finden sein.

Mir selbst sind in den letzten vier Jahren nur zwei größere deutschsprachige Werke mit mehr als 300 Seiten Umfang unter die Augen gekommen, die sich an das Thema Storage heranwagten.

Der Rest an Publikationen im Speicherbereicht stammt aus der amerikanischen „for Dummies“-Reihe, die mit Hilfe von Herstellern auf den Markt kommen und die sich fast ausschließlich mit den speziellen Vorteilen diskreter Speicherfunktionen wie zum Beispiel Deduplizierung oder Virtual Connect beschäftigen.

Projekt Storage

Für das mir aktuell vorliegende Praxishandbuch Speicherlösungen aus dem dpunkt.verlag würde ich gerne den „Gefällt mir“-Button drücken, obwohl ich bislang nur wenige Seiten konsumiert habe.

Mir gefällt als erstes, dass sich die Autoren Roland Döllinger, Reinhard Legler und Duc Thanh Bui der Herausforderung gestellt haben, die Projektierung und Implementierung von Speicherlösungen auf knapp 300 Seiten darzustellen.

Es geht also nicht um die Darstellung einer oder mehrerer von Herstellern angebotenen Speicherlösungen, die alle Probleme der Anwenderunternehmen auf einen Schlag beseitigen, sondern um die Integration einer neuen Speichertechnik in eine über viele Jahre gewachsene Rechenzentrums-Infrastruktur.

Ob dieser Anspruch eingelöst wird, soll in einem zweiten Teil dieser Buchbesprechung erörtert werden.

Projektpolitik

Hier, in Teil 1, möchte ich mich auf zwei Zitate aus dem Abschnitt „Management“ aus Kapitel 2, Abschnitt 2.13 beschränken, der mich mit der Überschrift „Besonderheiten beim Management von Speicherprojekten“ zum Weiterlesen gelockt hat.

„Projekte ohne Politik gibt es nicht. Projekte sind Politik. Projekte werden nur ganz selten aus rein sachlichen Gründen ins Leben gerufen. Sie beschäftigen sich mit Veränderungen, und das bedeutet, dass sich für einige Menschen etwas verändert.“

Diese Veränderungen bedeuten zwangsläufig, dass sich Befürworter und Gegner des Projekts gegenüberstehen und die Macher des Projekts, sich darüber klar werden müssen:

  • „Wo sitzen die Verbündeten, wo die Gegner meines Projektes?
  • Wen sollte ich für das Projekt gewinnen?
  • Wen muss ich rechtzeitig einbinden?
  • Wen muss ich bewusst und gezielt informieren?“

Angesichts solcher und anderer Vorbemerkungen verspricht das Buch, trotz des häufig als trocken und als wenig interessant eingeschätzten Themas Speicherlösungen, eine spannende Lektüre zu werden, da sich das Projektmanagement neben den menschelnden Aspekten auch noch intensiv mit den technischen Schwächen der alten und nicht zuletzt auch denen der neuen Speichersysteme beschäftigen muss.

Schlussendlich steht am Projektende der Funktionsnachweis, dass der historisch gewachsene Datenbestand auch auf dem modernen, wahrscheinlich vielstufigen Gesamtspeicher wieder aufzufinden ist. Eines lässt sich jedoch wahrscheinlich trotz bester Planung und Umsetzung nicht ausschließen - unzufriedene Anwender.

(ID:2046197)