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Auch großes Datenwachstum ist beherrschbar

| Redakteur: Rainer Graefen

Michael Jordan, Director Channel and Inside Sales bei Quantum
Michael Jordan, Director Channel and Inside Sales bei Quantum (Bild: Quantum)

Es wird viel über die funktionellen Fähigkeiten von Flash geredet. Doch dem Datenwachstum kann man damit nicht beikommen. Storage-Insider sprach mit Michael Jordan über den Einsatz von Tiered Storage als aktives und passives Archiv.

Storage-Insider: Muss es immer ein All-Flash-Speicher sein, oder ist eine hybride Lösung vielleicht sogar effizienter?

Michael Jordan: Es geht uns eher um Tiering (von „Flape“ bis zu einem mehrstufigen Ansatz). Nicht alle Daten haben zu jeder Zeit denselben Wert. Nehmen Sie z. B. ein Labor, das an einem neuen Molekül arbeitet. In der Entwicklungsphase benötigen die Wissenschaftler schnellen Speicher (wie Flash). Nach der Produktfreigabe müssen die Daten für den Fall, dass nachträgliche Überprüfungen oder Belege erforderlich sind, in einem Active Archive (z. B. NL-SAS oder Object Storage) vorgehalten werden.

Nach ein paar Monaten können die Daten dann für Jahrzehnte eingelagert werden, z. B. in der Cloud oder auf Tape. Der gesamte Workflow sollte automatisiert verwaltet werden können. Und durch die Beschränkung auf einen Namensraum können die Laborteams Daten per Mausklick zurückladen, ohne sich Gedanken über den physischen Speicherort machen zu müssen. Die Technologie im Backend übernimmt die Verschiebung der Daten basierend auf den festgelegten Performance- und Kostenanforderungen.

Auch großes Datenwachstum ist beherrschbar STORAGE Conference 2018

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Mit welchen Systemen kann ein Unternehmen unkalkulierbares Datenwachstum im dreistelligen TB-Bereich bewältigen?

Michael Jordan: Sie benötigen eine Storage-Architektur, die sowohl Scale-Out- als auch Scale-Up-Optionen bietet. Sie muss bei Bedarf zusätzliche Gateways für die gemeinsame Datennutzung in größeren Anwendergruppen unterstützen und – wenn es nur um mehr Kapazität geht – problemlos aufgestockt werden können.

Es gibt keine Pauschallösung, sondern immer nur einen Mix unterschiedlicher Speichertechnologien, um wachsende Datenbestände bei maximaler Kostenkontrolle zu bewältigen. Das Datenmanagement ist dabei sehr wichtig, denn es sorgt schon beim Einspeisen für eine korrekte Platzierung der Daten.

Dual-Vendor-Strategie bei Backup-Software? Wie kann ich meine Backup-Hardware effizienter verwalten?

Michael Jordan: Viele Unternehmen arbeiten mit Backup-Systemen mehrerer Hersteller. Gründe dafür sind Altsysteme, Firmenübernahmen und -fusionen und anderes mehr. Das wäre auch kein Problem, wenn dabei ein globales Backup-Ziel für die Deduplizierung verwendet würde. Das Stichwort hier ist „global“.

Verweisen Sie die Backups aller Quellen, Tools und Hersteller sowie die Replikationen der verschiedenen Standorte auf ein Repository. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass alle Daten und kritischen Anwendungen gesichert sind, das Datenwachstum unter Kontrolle bleibt und die Speicherkapazitäten den Anforderungen für das Backup entsprechen.

Das Backup-Ziel muss mehrere Protokolle unterstützen und agnostisch sein, um die Kompatibilität mit den aktuell unterschiedlichen Anbietern und für spätere Änderungen zu sichern. Es muss darüber hinaus eng mit der Backup-Software integriert sein, um eine verbesserte Performance für Backup und Restore bereitstellen zu können. Denn obwohl der Umfang der Backups ständig zunimmt, bleiben die Backup-Fenster gleich.

Ist Tape als Archivierungslösung eine Alternative zur Public Cloud?

Michael Jordan: Tape ist kosteneffektiver als jede andere Technologie, einschließlich der Public Cloud. Leider hängt Bandlaufwerken der falsche Ruch an, dass die Medien einen hohen manuellen Aufwand verursachen. Doch das ist inzwischen anders. Tape wird nicht mehr als primäres Backup-Ziel genutzt, sondern als zweite Kopie für den Schutz vor Ransomware-Attacken. (Als Offline-Medium ist Tape unerreichbar für die Verschlüsselungssoftware.)

Tape erfreut sich in der Archivierung steigender Beliebtheit, da es günstiger ist und sich im Rechenzentrum kaum bemerkbar macht (geringerer Energie- und Kühlungsbedarf etc.). Die neue Generation von Tape Libraries mit hoher Speicherdichte (und dem neuen LTO-8-Format) ermöglicht das Speichern großer Datenmengen auf weniger Medien und mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit. Interessanterweise werden die Daten von Unternehmen, die auf die Public Cloud umstellen, mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Band gespeichert, da viele Public Cloud-Anbieter für Ihre Deep-Archive-Produkte Tape einsetzen.

Erfordern unstrukturierte Daten eine besondere Storage-Lösung?

Michael Jordan: Unstrukturierte Daten sind sehr vielfältig. Sie können kleine Dateien ebenso wie riesige Video-Files oder Daten der DNA-Sequenzierung umfassen. Dem gegenüber stehen die Vorteile unterschiedlicher Speicherebenen für bestimmte Datentypen, Zugriffsanforderungen usw.

So kann der erste Datenzugriff auf Tape zwar langsam sein, das Zurückladen auch großer Dateien erfolgt dann jedoch sehr schnell. Object Storage zeichnet sich durch eine hohe Langlebigkeit der gespeicherten Daten und die einfache Durchsuchbarkeit großer Metadatenbestände aus.

In Konkurrenz hierzu steht das Scale-Out NAS mit seiner vereinfachten Verwaltung und problemlosen Skalierbarkeit von Kapazität und Performance. Ein Scale-Out NAS eignet sich z. B. hervorragend für die Speicherung von kleinen Dateien. Auch für unstrukturierte Daten gilt: Es gibt keine allein seligmachende Lösung. Es kommt immer auf die Größe der Dateien, die damit verbundenen Workflows usw. an.

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