Backup, Archivierung und Datenmigration auf dem Mac OS X Auftragsverluste in der Pre-Press-Produktion vermeiden

Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Rainer Graefen

In der Medienbranche mit Audio- und Video-Produktion, Prepress, Druck und Werbeagenturen, wird der Anteil von Mac OS X auf 50 Prozent geschätzt. Trotz riesiger Datenmengen hinkt das MAC-Benutzerumfeld bei der Umsetzung moderner Backup-Konzepte den Windows-Konkurrenten weit abgeschlagen hinterher.

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Das Client Center des Media Managers für die Video- und Medien-Verwaltung.
Das Client Center des Media Managers für die Video- und Medien-Verwaltung.
( Archiv: Vogel Business Media )

Auch im Medien-Umfeld übersteigen die Kosten zur Wiederherstellung verlorener Daten in der Regel die Investition in eine vernünftige Backup-Struktur um ein Vielfaches, ein Totalausfall kann sogar die Existenz eines Unternehmens gefährden. Aus diesem Grund muss die Datensicherheit ein zentrales Thema bei Anwendern und Apple-Händlern bleiben.

An den MAC-Usern sind allerdings Verfahren schneller und großvolumiger Datenmigration scheinbar spurlos vorbei gegangen. Um die weiterhin stark steigenden Datenmengen an Files zu bewältigen, wäre eigentlich ein integriertes Daten-Management aus Backup, Archiv, Synchronisation und einer regelbasierten automatischen Sicherung und Archivierung erforderlich.

Zwischen Anforderung und Wirklichkeit: Das MAC-Backup

Doch die Realität sieht anders aus: In mittelgroßen Unternehmen, die im Medien-Bereich mit Apple-Hardware arbeiten, werden das Backup und die Archivierung großer Datenbestände immer noch „stiefmütterlich“ behandelt. Im Mac-Umfeld und Medien-Bereich mit seinem besonders hohen Datenaufkommen sind die vorhandenen Datensicherungs-Strategien oft völlig unzulänglich.

Häufig reichen die vorhandenen Backup-Kapazitäten nicht aus, um das vorhandene Datenvolumen zu sichern. Selbst in kleineren Betrieben mit 10 bis 20 Mitarbeitern sind Datenvolumina bis 30 TByte keine Seltenheit mehr. Bei immer kürzer werdenden Produktionszeiten stellt sich die Frage, wie zu vermeiden ist, dass ein Datenverlust auch zum Verlust des Auftrags führt.

Nachlässigkeit zu spät entdeckt

Oft stellen die Anwender erst bei einer Rücksicherung ihrer Daten fest, dass keine oder nur unvollständige Backups durchgeführt wurden. Die häufigsten Fehlerursachen in der Praxis:

  • Die vorhandene Hardware reicht nicht aus, um Datenverzeichnisse komplett und ohne manuelle Eingriffe zu sichern
  • Es stehen keine freien Bänder zur Verfügung
  • Unbemerkte Hardware-Defekte
  • Falsche Sicherungsstrategie
  • Nicht korrekt oder unvollständig installierte Software
  • Fehlende oder nicht eingerichtete E-Mail Benachrichtigung
  • Bedienungsfehler durch den oder die Anwender

weiter mit: Ein gutes Backup-Konzept braucht keine hochperformante und teure Hardware

Empfehlungen zum sicheren Backup

Um ein Backup von zig Terabyte anzulegen, empfiehlt sich im Apple-Umfeld ein Disk-to-Disk-to-Tape Backup. Im ersten Schritt werden die Daten der zu sichernden Rechner, inklusive der Datei-Versionen, auf ein weiteres Disk-System gesichert.

Anschließend erfolgt die Sicherung völlig zeitunkritisch nachts auf Bänder. Im Bedarfsfall können die auf Disk gesicherten Daten mittels AFP direkt auf Datei-Ebene restauriert werden, was ein Anwender in der Regel sogar ohne Hilfe eines Administrators ausführen kann.

Durch die zusätzliche Sicherung auf Band kann der Anwender seine Daten auch außerhalb des Betriebes in einem Safe oder Schließfach sicher aufbewahren, was einen weiteren Schutz gegen Manipulation, Diebstahl und Elementarschäden wie Wasser oder Feuer bringt.

Unterschiede unter Mac OS X und Windows

Im Macintosh-Umfeld existiert eine Reihe weiterer Datei-Formate, darunter Helios, Netatalk und Apple Xsan. Die verwendete Sicherungs- und Archivierungs-Software muss daher sicherstellen, dass alle verwendeten Sonderformate auch unterstützt werden und bei einer Rücksicherung wieder verfügbar sind.

Darüber hinaus ist Mac OS X sehr schnelllebig, sodass Betriebssystem-Updates durchaus eine Änderung des Sicherungsstrategie zur Folge haben können.

Ein weiterer deutlicher Unterschied: Unter Windows gilt zumeist die Regel „Never change a running system“. Der Mac-Anwender klickt bei jedem verfügbaren Update lieber auf „Installieren“.

Organisation des Secondary-Speicherbereiches

Als generelle Faustregel gilt, im MAC- wie auch im Windows-Umfeld, dass nur 20 Prozent der Daten auf einem Produktionssystem tatsächlich aktuell benötigt werden. Um den vorhandenen Platz optimal zu nutzen, könnten also gut 80 Prozent der Daten auf günstigere Speicherorte ausgelagert werden.

Bleibt nur die Frage, welche Daten nicht regelmäßig benutzt werden. Tools wie der MediaManager Archiver PRO führen eine Auswertung nach frei festlegbaren Kriterien (Alter von Dateien, letzter Zugriff etc.) automatisch durch, um bestimmte Daten auf ein günstigeres Speichermedium, z.B. ein Archiv auf Band oder einem Kosten günstigeren Disk-System, zu migrieren.

Über moderne Techniken wie CDP und D2D2T und zeitgemäße Verfahren, die das tägliche Backup einfacher und sicherer machen könnten, sind die meisten Anwender leider kaum informiert.

Hier gibt es erheblichen Nachholbedarf. Zu wenig Apple-Händler und Systemhäuser kennen sich mit den Themen Backup und Archivierung gut aus. Dabei lassen sich speziell mit diesen Themen deutlich bessere Margen erzielen als mit dem reinen Verkauf von Apple-Produkten.

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