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Virtuelle Maschinen direkt im Speichersystem sichern mit HP Dataprotector Backuptechniken von VMs in virtuellen Umgebungen

Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Ulrich Roderer

Die Datensicherung in virtuellen Umgebungen hat mit jenen Verfahren, die bei physischen Servern angewandt werden, nur wenig gemeinsam. Die unterschiedlichen Möglichkeiten wollen wir anhand des Data Protectors von HP in diesem Beitrag aufzeigen.

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VMs sichern mit HP Data Protector
VMs sichern mit HP Data Protector
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Sicherung der Unternehmensdaten wurde lange Zeit nach einem festen Schema abgewickelt. Ein Agent auf dem jeweiligen Server oder auch Client holte von diesem Gerät die zu sichernden Daten ab und stellte sie dem Sicherungsserver zur Verfügung. Das Verfahren funktioniert für Server im Rechenzentrum, aber auch Geräten in der Niederlassung gleichermaßen. In letzterem Fall werden die Daten nicht über das LAN sondern das WAN an die Zentrale übermittelt.

Wann und was dabei gesichert wird und wie die Sicherungsintervalle aussehen, wird durch die zentrale Konfiguration der Sicherungsprozesse bestimmt. Das Verfahren arbeitet prinzipiell für nächtliche Backupläufe mit Vollsicherung oder inkrementeller Sicherung gleichermaßen wie für die laufenden Datensicherung (Continuous Data Protection).

Ferner spielt es auch keine Rolle, ob es sich bei dem zu sichernden System um einen Server oder einen Client handelt. Der Agent muss aber auf das zu sichernde System abgestimmt sein und er muss genügende Ressourcen erhalten, um die Sicherung auch in der vorgegebenen Zeit durchführen zu können.

Sicherungen in virtuellen Umgebungen ändert die Rahmendaten

Beim Einsatz von virtuellen Systemen allerdings herrschen andere Bedingungen. Zwar lassen sich prinzipiell auch virtuelle System durch die gleichen Techniken und Verfahren sichern wie dies auch für physische Server gilt, doch das führt schnell zum Engpass. Der wohl wichtigste Grund für den Einsatz der Servervirtualisierung ist darin begründet, die physischen Server besser auszulasten. Statt der oftmals gemessenen Auslastung von zehn bis 20 Prozent bei physischen Geräten werden virtuelle System auf eine Auslastung von 80 Prozent oder mehr getrimmt. Doch damit fehlen diesen Systemen die Leistungsreserven für die Backupprozesse. Dies gilt vor allem dann, wenn in mehreren virtuellen Maschinen die Backupläufe parallel ausgeführt werden sollen. Des Weiteren wird das Netzwerk oftmals zum Engpass.

Sicherung der VMs durch das Hostsystem

Aus diesem Grund erfolgt bei virtuellen Infrastrukturen die Sicherung der virtuellen Maschinen meist durch den Host oder das Speichersystem. VMware vSphere liefert dazu gleich mehrere Techniken. So können die virtuellen Maschinen für den Zeitraum der Sicherung unterbrochen (suspendiert) werden, ferner liefert VMware mit ESX-Snapshot eine weitere Variante.

Die ausgefeilteste Methode stellt allerdings das VCBackup dar. Hinter VCBackup verbergen sich Funktionen von vSphere zur Sicherung von virtuellen Maschinen, derer sich die Sicherungssoftware bedienen kann. Diese kommuniziert dann über ein Interface mit VCBackup. Durch VCBackup entkrampft sich das Performanceproblem.

Dennoch kann es kaum als ultimative Form der Datensicherung betrachtet werden, denn VCBackup hat keine Kenntnisse über den Zustand der Applikation in den virtuellen Maschinen. Dies allerdings wäre notwendig, um bei der Sicherung der Daten einen konsistenten Zustand zu garantieren. Dies kann nur gelingen, wenn die Sicherungssoftware eine Integration mit den Applikationsdiensten in der virtuellen Maschine aufweist (HP Data Protector On-line extension).

Um die Daten in virtuellen Umgebungen in einem konsistenten Zustand zu sichern, sind weiterhin Zusatztools gefordert. Diese kommunizieren zum einen mit den Applikationsdiensten in der virtuellen Maschine und sorgen so für einen konsistenten Sicherungszustand. Ferner greifen sie die Daten direkt am Speichersubsystem ab, damit wird der Host und auch die virtuellen Maschinen von der Sicherung entlastet.

Sicherung durch das Speichersubsystem

Die passenden Sicherungstools kommen oftmals von den Herstellern der Speichersysteme, wie auch HP. Deren Data Protector kommuniziert zum einen mit den Speichersystem, aber auch den virtuellen Maschinen und den darin eingebetteten Applikationen. Die Sicherung der Daten durch das Speichersystem sorgt dabei für einen schnellen Sicherungsdurchlauf, die Integration zu den Applikationen wiederum gewährleistet die Konsistenz der Daten.

Die Sicherungen laufen dabei in zwei Stufen. Im ersten Schritt werden Kopien im Speichersystem angelegt. Das geht sehr flott und anschließend stehen die Originaldaten den Applikation wieder zur Verfügung. Die eigentliche Datensicherung läuft dann im Hintergrund. Sie operiert mit der vorher erzeugten Kopie der Daten.

Die Sicherungen laufen dabei auch in kleinen Intervallen. Bei der Wiederherstellung der Daten im Fehlerfall wählt der Administrator den am besten geeigneten Sicherungsbestand aus.

Derzeit unterstützt der Data Protector unter anderem die Dateisystem von den gängigen Betriebssystemen wie Windows, Novell, diverse Linux-Distributionen, SCO-UNIX, AIX. Ferner die Datenbanksysteme von Oracle und Microsoft, den Sharepoint Server, den Exchange Server, verschiedene SAP-Implementierungen und MaxDB.

Fazit

Zu Sicherung der Daten in virtuellen Umgebungen bestehen weitaus mehr Möglichkeiten als bei den physischen Systemen. Die Prinzipiellen Anforderungen nach einem möglichst geringen Datenverlust und eine kurzen Wiederherstellungszeit gilt natürlich auch in virtuellen Szenarien. Die traditionelle Sicherung der Daten durch Agenten in den virtuellen Maschinen ist zwar machbar, aber oftmals wegen des Leistungsengpass nicht sinnvoll. Die größte Sicherungsperformance erzielt man durch die Sicherung im Speichersystem direkt. Dennoch muss auch hierbei für die Konsistenz mit den Daten gesorgt werden.

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